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The Travel Episodes

Bilde Junge

Alle schwulen Männer stehen auf mich.
Das soll jetzt nicht überheblich klingen, aber es ist so.
Ich hab eine Weile gebraucht, damit klar zu kommen, ich selbst steh nämlich auf Frauen. Dass aus dieser Not eine Tugend wurde, verdanke ich Verena, einer alten Bekannten und sehr erfahrenen Frau, mit der ich vor Jahren mal zusammengewohnt habe. Sie sagte: „Ich kenne eine Menge queere Jungs, und eins kann ich dir versichern: Schwule stehen nur auf wirklich gut aussehende Typen.“

So wie sie mich dabei angesehen hat, wundert es mich bis heute, dass ich damals nicht mit ihr ins Bett gegangen bin. Na ja, jedenfalls hab ich immer an ihre Worte denken müssen, wenn mir mal wieder Avancen von Männern gemacht wurden. Ich verstand es als Kompliment, hielt die Burschen höflich auf Distanz und bin damit immer gut gefahren. Das zwischen den Schwulen und mir, es war irgendwie ein ungeschriebenes Gesetz, an dem ich nie zweifelte, bis zu jenem Abend in der jordanischen Hauptstadt Amman, als ich Evan begegnete.

Er hatte mich angesprochen, in der spärlich beleuchteten Seitenstraße, unweit meines Hotels. Es war schon spät an diesem kühlen Abend im März und ich war noch einmal vor die Tür gegangen, um mir beim kleinen Laden am Eck ein paar Zigaretten zu holen. Nach einem anstrengenden Tag wollte ich nur noch eine Tschick rauchen und mich dann hinlegen. Ich nahm ihn zunächst nur aus dem Augenwinkel wahr. Er stand am Rande des Lichtkegels einer flackernden Straßenlaterne und seine Kleidung hob sich kaum vom Grau der Häuserfassaden ab. Er war nicht besonders groß und erschien ziemlich mager.

„Na, um die Zeit noch unterwegs?“
Ich hatte den Mann noch nie zuvor gesehen, aber seine unvermittelte Art zu fragen ließ mich stehen bleiben.
„Ja, wieso?“, entgegnete ich.
„Ich such jemanden, der mit mir Whiskey trinken will“, sagte er mit malziger Stimmer und nahm einen Zug von seiner Zigarette. „Und Bier hätte ich auch noch.“
Ich trat ein wenig näher, um zu sehen, wer solche Angebote macht. Da stand ein junger Mann mit großen Augen und Akne auf den Wangen. Er drückte seine Schneidezähne auf die Unterlippe und lächelte mich an.
„Na, hast du Lust?“
Ich zögerte.
Ich war hundemüde und am nächsten Tag wollte ich eigentlich raus ans Tote Meer. Es war mein letzter Tag in Jordanien und da wollte ich nochmal was anschauen, bevor es wieder nach Hause ging. Aber andererseits, gerade weil ich eben im Urlaub war, gab‘ s irgendwie nichts einzuwenden gegen einen Whiskey oder ein Bier.
Bloß einen und dann ab ins Bett.
„Na klar, wieso nicht?“, sagte ich also.

Sein Name war Evan. Er stammte aus Irland und trug schulterlanges, ungewaschenes Haar. Er machte einen durchwegs ungepflegten Eindruck. In dem Zimmer, das er bewohnte, konnte ihm das allerdings egal sein. Eine winzige, verrauchte Bude, mit einem Schrank, einem Bett und grauen Wänden von denen der Putz bröckelte. Wir hatten uns aufs Bett gesetzt, sonst war da nämlich kein Platz zum Sitzen, und ehe ich mich’s versah waren wir schon beim dritten Whiskey angelangt. Evan war ein umgänglicher Bursche. Er hatte allerhand zu erzählen, von daheim, von seinem Studentenleben und seinem Urlaub in Jordanien.
„Ein fantastisches Land, oder?“ fragte ich ihn.
„Ein schönes Land“, sagte er. „Aber für einen schwulen Mann nicht gerade einfach.“
Er sah mir dabei tief in die Augen.
Ich überlegte kurz, dann schwenkte ich meine ausgestreckten Beine zügig von der Matratze auf den Boden und rutschte an die Bettkante. Ich drehte mich um. Er sah mich noch immer an.
„Entspann dich, Alter“, sagte er. „Ich tu dir schon nichts.“
„Aha, verstehe. Und warum nicht?“
„Du bist nicht mein Typ.“
Seine Augen bewegten sich langsam nach oben als er das sagte. Sie streiften über meine Stirn hinweg, hinauf in meine Geheimratsecken. Dann wandte er den Blick ab, nahm einen Schluck Whiskey und fuhr mit der Hand durch seine fettige Mähne.

Aha. So ist das also, dachte ich mir. Ein Clochard mit ästhetischen Ansprüchen.
Ein Schwuler, dem ich scheinbar nicht gefiel.
Was fiel dem Typen überhaupt ein?
Jemanden auf sein Bett locken, ihm Schnaps einschenken, sich als Schwuler auf Suche outen um dann seinen Gast blöd auf dessen dünnes Haar anzuspielen – so was macht man nicht, schon gar nicht wenn man selbst alles andere als ein Schönling ist.

Ich ließ seine Bemerkung unkommentiert. Konnte mir doch egal sein, was der Typ dachte. Er war blutjung und ungehobelt und hatte keinen Geschmack.
Ich nahm einen Schluck aus dem Glas und weil nur mehr wenig da war, ließ ich es in einem Zug hinunter.
„Hey“, sagte ich und stand auf. „Danke für die Einladung, aber ich muss jetzt los. Ab in die Federn. Morgen geht’s ans Tote Meer.“
„Jetzt komm“, sagte er und hob die Augenbrauen, „nicht schlapp machen. Lass uns doch noch auf einen Sprung in die Stadt gehen.“ Er nahm die Whiskeyflasche in die Hand und schüttelte sie wie eine Dose Bonbons. „Ein Urlaub ist nur dann komplett, wenn man auch das Nachtleben in der Hauptstadt genossen hat, oder?“

Das Nachtleben. Ich wusste, welches Nachtleben ich nötig hatte. Es war ein langer Tag gewesen. Die fünf Stunden Fahrt im Bus von Aqaba am Roten Meer hinauf nach Amman hatten mich geschlaucht und mein Rücken ächzte. Ich war gerädert und mittlerweile ziemlich besoffen. Aber andererseits…warum nicht mal ordentlich auf den Putz hauen und dem vorlauten Bengel zeigen, wo der Hammer hängt.
Entspann dich Alter, hatte er gemeint.
Na gut, von mir aus, wenn er es unbedingt wissen will.
„OK, lass uns auf einen Sprung in die Stadt gehen“, sagte ich und reichte ihm das Glas, um mir noch einmal einen Whiskey einschenken zu lassen.

„Cool, Mann“, sagte Evan.

Auf schmalen Treppen, die durch enge Gassen von einer Häuserzeile zur nächsten führten stiegen wir die steilen Hügel von Downtown Amman hinauf. Ich schwitzte und hatte Mühe, Evans Tempo zu folgen. An der Abzweigung zu einer Seitengasse blieb er stehen. Er spähte in die Gasse und mit einem Nicken deutete er auf eine matt schimmernde, grünliche Tafel, die am Eingang zu einer Bar hing. Die Tür des Lokals war einen Spalt offen und man hörte Musik und Stimmen. Evan sah mich fragend an. Ich nickte. Also ging er voraus, hinein in die Gasse, dann hielt er mir die Tür auf und wir betraten das Lokal.

Es war eine kleine Bar. Da standen eine Handvoll niedriger Tische, um die herum lederne Couchsessel und abgewetzte Sitzpolster gruppiert waren. Rauchschwaden zogen durch die Lichtkegel der tief hängenden Lampen. Es war einiges los in dem Schuppen. An allen Tischen saßen Männer, die lebhaft plauderten und an Wasserpfeifen zogen und aus dem Radio lief Alphavilles ‚Forever Young“. Die Bar hatte etwas heimeliges an sich. Also stellten wir uns an die Theke und bestellten erst mal zwei Bier.

Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, wie er es angestellt hatte, jedenfalls saßen wir nach einiger Zeit am Tisch von zwei Männern, gleich neben der Theke, die er irgendwie in ein Gespräch verwickelt hatte.
Die zwei waren ein seltsames Gespann. Der eine war Jordanier, ein blasser Typ mit jeder Menge Ringe an den Fingern und einem roten Hemd aus Satin, das an den Knopflöchern ordentlich spannte. Er war ein ziemliches Großmaul und behauptete, Student an der hiesigen Uni zu sein. Was dafür sprach war seine Sauferei, denn er trank Bier und er trank viel davon. Ganz offensichtlich hatte er die Spendierhosen an und so versorgte er auch seinen Begleiter laufend mit Getränken und Zigaretten. Der wiederum war Syrer, ein junger Bursche, Anfang zwanzig vielleicht, der mit seinem dunklen Haar und seiner orientalischen Ausstrahlung die Blicke auf sich zog. Er war ausgesprochen attraktiv und redete nicht viel.

Evan war hin und weg von dem Syrer. Er wollte ihm wohl imponieren und das tat er, indem er einfach alles mit trank, was sich die zwei Araber so bestellten. Die drei Jungs legten ein heftiges Tempo vor. Ich ließ mich nicht lumpen und zog mit. Das Bier schmeckte goldgelb, die White Russians schmierten den Gaumen und der Syrer schickte schön regelmäßig einen Roten Libanesen nach dem anderen auf die Reise um den Tisch. Wir leerten die Gläser, füllten die Aschenbecher und unterhielten uns prächtig. Es ging ordentlich zur Sache und zunächst ging auch noch alles recht gut, nur irgendwann bestellte der Jordanier Schnaps. Billigen, übel riechenden Schnaps. Ich war schon ziemlich bedient und eigentlich hätte ich nein sagen sollen, aber der erste ging unerwartet gut die Kehle runter und deswegen wagte ich auch den zweiten. Eine schlechte Idee – ich hatte es kommen sehen – denn Nummer zwei versetzte mir einen saftigen Schlag und drückte mich tief in den Sessel.

„Hey, du“, sagte Evan und drückte sein Knie an meines, „Wie geht’s dir?“
Ich schielte zu ihm hinüber. Er strahlte. Mir dagegen ging’s lausig, ich war kurz davor, die Reißleine zu ziehen, da hörte ich aus dem Hintergrund eine Frau. Ihre Stimme schwebte durch die Bar. Sie war die erste Frau, die sich hierher verirrt hatte – aber was für eine Frau. Ihr Haar war wasserstoffblond, ihre Lippen feuerrot und ihre Stimme war die eines Engels. Blondie betrat über die Lautsprecher den Raum und sang für uns ‚Heart of Glass‘.
Ich schälte mich langsam aus dem Sitzleder und setzte mich aufrecht hin. „Jungs, hört ihr das?“ sagte ich und legte meine Hand wie eine Muschel ums Ohr. „Hört ihr, seht ihr, spürt ihr diese Frau auch?“

Ich warf einen aufgeregten Blick in die Runde.
„Welche Frau?“, fragte der Jordanier.
„Na, Debbie Harry. Die Sängerin von ‚Blondie‘.“
„Wer?“ fragte der Syrer.
„Los, lasst uns auf Debbie trinken“, sagte ich und hob das Glas.
Die zwei Araber wussten nicht so recht und zögerten.
„Ok, dann trinken wir halt auf Debbie und all die anderen alten Frauen“, sagte Evan. „Auf deine Frauen!“ und dabei stieß er belustigt mit seinem Glas gegen meines.

Er konnte es scheinbar nicht lassen. Er teilte schon wieder aus, erneut unter die Gürtellinie und ich hatte die Nase langsam voll von seinen Stänkereien.
„Debbie ist Spitze“, sagte ich. „Ein Traum von einer Frau. Auch wenn sie dir nicht gefällt.“
Dann nahm ich einen Schluck Bier und legte nach: „Aber apropos, Evan, welcher Typ Frau gefällt dir eigentlich?“
 
 

 
 
Jetzt war er umzingelt. Das hatte er nun davon. Drei Augenpaare hafteten an ihm und warteten auf eine Antwort. Es war Zeit für den frechen Bengel, die Hosen runter zu lassen.
Aber er schwieg.
Sein Blick hing starr an der gläsernen Tischplatte vor ihm und man konnte seine Verlegenheit regelrecht spüren.
„Es gibt da eine Frau“, sagte er schließlich und zündete sich eine Zigarette an. „Sie ist atemberaubend und ich liebe sie.“ Er nahm einen tiefen Zug, dann sah er mich an. „Sie heißt Mary. Bloody Mary und ich möchte Sie dir vorstellen.“
Er stand auf, ging rüber zur Theke und gab eine Bestellung auf. Als er wieder zurück kam, stellte er vier blutrote Cocktails auf die Platte.
„Cheers, meine Freunde!“ sagte er und lächelte. „Auf Bloody Mary.“
„Auf Bloody Mary!“, kam lautstark das Echo von den zwei Arabern.
Dann hoben wir die Gläser und die Party ging weiter.

Die Tür des Lokals fiel hinter mir ins Schloss. Der Barkeeper, der uns hinaus begleitet hatte, drehte den Schlüssel um und wendete das kleine Schild hinterm Türglas.
Closed.
Das war‘ s. Wir standen in der finsteren Gasse, es war kalt und die frische Luft gab mir den Rest. Ich war endgültig am Ende. Es war Zeit für mich abzuhauen.
„Leute, ich geh jetzt“, murmelte ich. „Ich bin jetzt weg. Mir reicht’s.“ Der Jordanier warf seinen Arm um meine Schultern und schüttelte mich kräftig durch. „Kein Problem, Mann“, lallte er und drückte seine Stirn an meine Schläfe „Ich nehm dich gerne mit. Mein Auto steht gleich hier um die Ecke.“
Wir torkelten zur Seite.
„Genau, wir fahren jetzt alle schön nach Hause“, lachte der Syrer und hakte sich unter meiner Achsel ein. „Noch einen Zwischenstopp und dann ab nach Hause.“ Ich sagte, dass ich kein Taxi brauchte, dass ich zu Fuß gehen wollte, aber sie wollten mich nicht hören. Ich solle mich nicht so haben, meinte Evan. Dann schlossen die zwei Araber die Zange um meine Schultern und wir gingen los. Im Hintergrund hörte ich Evan pfeifen. Ich konnte nichts mehr tun. Und dann brach die Hölle los.

Die Reifen quietschten und mein Kopf wurde gegen die Seitenscheibe geschleudert. Ich war wehrlos. Vergeblich suchten meine Hände nach Halt. Der Blasse fuhr seinen Mercedes wie ein Kamikaze durch die steilen Straßen von Downtown. Aus dem Autoradio drückten tiefe Beats in meinen Magen und ich war kurz vorm Erbrechen. Die drei lachten und sprachen wild durcheinander.
Ich wollte raus aus diesem Wagen. Sofort. Ich schrie, aber niemand hörte mich.
Der Syrer griff ins Handschuhfach und zog eine Flasche heraus. Er nahm einen Schluck davon und reichte sie dem Fahrer.
Verdammt, ich will hier raus.
Als meine Hand endlich den Zuziehgriff der Tür fand, hielt ich mich verkrampft daran fest. Ich blickte nach draußen. Wir rasten durch die Nacht und die Lichter der Straßenlaternen flogen an mir vorbei.
Ich hatte Angst.
Ich hörte das Quietschen der Reifen, dann schloss ich die Augen und es wurde dunkel.

Als ich die Augen wieder öffnete stand die Welt wieder still. Es war ruhig. Ich lag ausgestreckt auf einer langen Couch und vor mir sah ich einen niedrigen Tisch, auf dem jede Menge offene Bierflaschen standen und mittendrin ein großer Aschenbecher, der überquoll. Mein Schädel brummte und in meinem Mund stob die Wüste Arabiens. Was war passiert?
Mühsam richtete ich mich auf und blickte nach rechts. Da stand eine zweite Couch, auf ihr lag Evan, der mit tiefen Zügen in das Sitzleder schnaubte.

Verdammt, wo war ich bloß gelandet? Warum war Evan auch hier? Und wo waren die zwei Schluckspechte aus der Bar hingekommen? Ich sah mich um. Wir befanden uns in einem fensterlosen Raum, der an zwei gegenüberliegenden Wänden bis zur Decke hin verspiegelt war. Ich sah mein Spiegelbild und darüber hing eine runde, überdimensionale Uhr. Es war kurz vor Mittag.

Ich lehnte mich zur Seite, hin zum ausgebrannten Iren und versuchte ihn zu wecken. Er reagierte erst beim dritten Mal.
„Hey Süßer, guten Morgen“, murmelte er, als er seine Augen geöffnet hatte.
Er stützte sich behäbig mit den Händen ab, bis er schließlich gerade dasaß.
„Wie spät ist es?“
„Zu spät“, antwortete ich. „Aber mich interessiert mehr, wo wir hier überhaupt sind.“
„Filmriss, hm?“ sagte er und grinste. „Wir sind noch auf einen Absacker gefahren, in den Partykeller im Elternhaus des Jordaniers. Da warst du aber schon mehr oder weniger im Traumland.“

Wir rauchten eine Zigarette und Evan erzählte mir von der Wahnsinns-Fahrt durch die Nacht und was nachher noch so passiert war. „Das war eine denkwürdige Sause, gestern Abend, Mann“, sagte er. „Ich hab‘ mich selten so gut unterhalten. Und ich muss schon sagen, du bist echt hart im Nehmen. Respekt, Junge.“

Wir saßen noch eine Weile da, dann brachen wir schließlich auf.
„Geh ruhig voran“, sagte Evan. „Ich sag dir an, wo’s lang geht.“
Vom Keller führte eine Tür hinaus in einen schmalen Treppenaufgang. Die Stufen waren mit rotem Teppich bezogen und gingen steil nach oben. Während ich mühsam hinauf stapfte, betrachtete ich die Schwarz-Weiß-Fotos, die an den tapezierten Seitenwänden hingen. Sie zeigten den blassen Jordanier und seine Eltern. Als wir oben am Treppenabsatz angekommen waren, standen wir in einem kleinen Flur, der links und rechts von uns abging und der an beiden Seiten von einer Tür begrenzt war.
„Wohin jetzt?“ flüsterte ich und drehte mich zu Evan um.
„Rechts, glaube ich.“
„Bist du dir sicher?“
Er nickte. „Da müsste der Ausgang sein.“
Also ging ich voraus und öffnete die Tür.

Das war nicht der Ausgang. Da war ein geräumiges Wohnzimmer, mit weißen bodenlangen Gardinen, durch die das Sonnenlicht fiel. Ich wollte schon umdrehen, da bemerkte ich die Frau, die am Fenster stand. Ihre Silhouette verschwamm zart im Gegenlicht. Sie trug ein langes, braunes Kleid und pechschwarzes Haar hing geschwungen über ihren Schultern. Sie feilte ihre Fingernägel. Ich blieb stehen und bestaunte sie. Dann hob sie ihren Kopf und musterte mich von der Sohle bis zum Scheitel, bis sich schließlich unsere Blicke trafen.
Was für eine Frau.

Sie sagte kein Wort. Die Lady stand nur da, fast regungslos, und dann, ohne den Blick von mir abzuwenden, begann sie sachte den Kopf zu schütteln.
Ich spürte, wie sich meine Brust verengte. Von hinten strich Evans Atem über meinen Nacken und dann ging ein Ruck durch meinen Körper. Ich musste hier raus.

Ich drehte mich um, rempelte Evan zur Seite und lief zur gegenüberliegenden Tür. Ich riss sie auf und rannte hinaus.

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bevorzugt Reisen abseits der Touristenpfade, hält nichts von Attraktionen und muss regelmäßig raus aus der Komfortzone… ach was, Blödsinn, ganz im Gegenteil: Er ist und bleibt ein Tourist, mit Leib und Seele.

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