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The Travel Episodes

Antarktis

Happy Antarctica

Königspinguine. Ein Bad im Eiswasser. Sturm auf dem Südpolarmeer. Susanne Baade und Dirk Lehmann fahren in die Antarktis und versuchen, das Glück festzuhalten.

Wieder steigt das Schiff. Und steigt. Noch ein Stück. Kommt für einen gefühlt ewigen Moment zum Stillstand. Und knallt aufs Wasser. Ein Zittern geht durch den Rumpf. Die Gischt spritzt bis zum Sonnendeck. Die nächste Welle. Diesmal schüttelt sich die MS Bremen bloß. Doch schon hebt sich das Meer erneut…

Wir haben Glück. Ein schwerer Sturm fegt über das Südpolarmeer. Der Kapitän der Bremen, Mark Behrend, hatte uns vor zwei Tagen die Wetterlage erklärt: Ein beeindruckendes Tiefdruckgebiet ziehe auf. Für uns gebe es zwei Optionen – entweder östlich dran vorbei oder westlich. Hauptsache weg. Im Zentrum seien die Wellen zehn bis vierzehn Meter hoch.

Niemand hatte deshalb etwas einzuwenden als der Kapitän sagte, er wolle das Unwetter westlich umfahren, da sei nur mit bis zu sechs Meter hohen Wellen zu rechnen.

Und jetzt, da es auf und ab geht, hin und her, Tag und Nacht, ahnt man, wie relativ Glück ist.

Foto Welle

Susanne fragt: Kannst du dir vorstellen wie es wäre, wenn die Wellen doppelt so hoch wären? Ich schüttele den Kopf.

Wir müssen vieles neu lernen: schlafen bei Seegang, Zähne putzen bei Seegang, duschen bei Seegang, sich anziehen bei Seegang, essen und trinken bei Seegang, wenn Gläser ständig zu kippen drohen und Brot immer vom Teller rutscht. Aber es gibt auch amüsante Momente: an anderen vorbei gehen bei Seegang, man eiert eher aufeinander zu, ein Lächeln im Gesicht. Man nimmt sich nicht mehr so ernst – bei Seegang.

Das passt zu unserer Art zu reisen. Unsere fünfmonatige Weltreise ist eine Suche nach fünf Erfahrungen auf fünf Kontinenten: Einsamkeit aushalten in Kanada, den Atem der Geschichte spüren in Portugal, Demut lernen im Himalaya, der Tierwelt begegnen in Australien und: mit der MS Bremen in die Antarktis fahren.

Champagner

Unsere Once-in-a-lifetime-Reise ins ewige Eis beginnt 5 Tage vor dem Sturm an einem grauen Novembertag in Montevideo. Das Schiff liegt im ebenfalls grauen Hafen, weiß, strahlend, Expedition Cruises steht in großen Lettern auf dem Rumpf. Zur Begrüßung reicht man uns Champagner.

Ein kleines Schiff: 111 Meter lang, Platz für 164 Passagiere, kein Entertainment-Programm, dafür die höchste Eisklasse für Passagierschiffe.

Während das Schiff aus dem grau-braunen Rio de la Plata hinaus in den Südatlantik fährt, beziehen wir unsere Kabine. 16 Quadratmeter, ein schmales Bad, ein großes Doppelbett, ein echtes Fenster, eine Sitzecke mit Tisch, Stuhl, Sofa und Fernseher, Mini-Bar. Noch mehr Begrüßungschampagner. Unser Zuhause für die nächsten 23 Tage. Wir fühlen uns wohl. Doch kaum haben wir alles verstaut, beginnt die Seenot-Übung.
 
 
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Rituale und Recaps

Am Abend das erste Ritual. Essen. Auch da haben wir Glück. Wir sitzen an einem runden 8er-Tisch mit einer Ärztin aus dem Allgäu und einem Elektriker aus Wien, mit einem Beamten-Paar aus Berlin und einem Hoteliers-Paar aus der Schweiz. Wir werden viel Spaß haben an Tisch 42.

Das nächste Ritual ist die Info-Veranstaltung im „Club“, später auch Pre- oder Recap genannt. Der Kapitän stellt sein Team vor: Nautiker, Küchenchef, Hotel-Direktor und Kreuzfahrtdirektorin. Und es verblüfft, dass so viele Mitarbeiter des schwimmenden Hotels Bremen aus Österreich stammen, jener Seefahrer-Nation in den Alpen…

Unsere Route führt zu den Falkland Inseln, nach Süd-Georgien, zu den Süd-Orkney- und Süd- Shetland-Inseln, schließlich durch den Lemaire Kanal. Ab da geht es durch die Drake-Passage zurück über Kap Hoorn nach Ushuaia im Süden Argentiniens, wo unsere Reise endet. So weit, so gut.

„Das ist der geplante Reiseverlauf“, sagt der Kapitän nun. Das Wetter wechsle schnell. Deshalb sei der Reiseverlauf eher als Reiseplan anzusehen. Im Katalog heiße es extra, „je nach Wetter- und Eisbedingungen entscheidet der Kapitän“. Und der Mann mit den vier goldenen Streifen auf den Schultern ergänzt: „Es ist mein Job, mitunter unpopuläre Entscheidungen zu treffen.“

In den ersten Tagen kann man sich das kaum vorstellen. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint, auf dem Helikopter-Deck dösen die Gäste auf Liegen. Wir erkunden das Schiff: Fitness- Raum, Friseur-Studio, Sauna, ein kleiner Pool. Es gibt eine Lounge, zwei Restaurants und hinter dem „Club“ ein Lidodeck mit Tischen unter Heizstrahlern. Wir werden meist draußen essen, in Decken eingehüllt, die Welt genießend.

 
 
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Auf der Bremen gilt das Prinzip des offenen Schiffs. Sind die Türen nicht zu, sind Besucher auf der Brücke willkommen. Wir lernen Mark Behrend kennen. Der Kapitän wohnt im Bergischen Land, lebt aber rund acht Monate im Jahr auf dem Schiff. Ein freundlicher Mensch mit Bart und lachenden Augen, der immer kurzärmelige Hemden trägt und oft nachdenkliche Töne anschlägt. Er zeigt uns seinen Arbeitsplatz und die Wetterkarte.

In der Ferne ein Sturm. Wird er uns erwischen?
Der Kapitän wiegt den Kopf. Vielleicht.

 
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Das Wetter beschäftigt die Passagiere. Wird es zu garstig, können nicht alle Anlandungen durchgeführt werden. Das ist aber das Besondere an einer solchen Expeditionskreuzfahrt: dass man in schwarzen Gummibooten, sogenannten Zodiacs, zu kleinen Inseln übersetzt.

Für diese Zodiac-Exkursionen werden wir mit Parka und Gummistiefeln ausgestattet, damit wir bei einer „nassen Anlandung“ – man rutscht vom Schlauchboot ins Wasser und geht an Land – trockene Füße behalten. Wie viele Anlandungen sind nass, wie viele trocken? Jede Anlandung ist eine nasse Anlandung. Aha.

Später stehen wir an Deck. Ein hauchzarter Streifen Rosa trennt den stahlblauen Abendhimmel von einem Ozean, der vor uns liegt wie Tinte. Es ist kühler geworden, wenn wir sprechen steht in dünnen Wattewölkchen der Atem vor unseren Gesichtern. Mit 15 Knoten nähert sich die Bremen den Falkland Inseln.

 

* * *

Zwei / Falkland Islands

Pinguine!

Wir freuen uns auf das Abenteuer Zodiac.
Die erste Anlandung: New Island, Falkland Inseln.

Eine Pier wird an Deck 3 angebracht. Dann lässt die Crew das Erkundungs-Boot ab, der Expeditionsleiter sucht die beste Landestelle. Danach schwebt Gummiboot für Gummiboot – die Matrosen schon an Bord – auf die Wasseroberfläche. Wir werden in vier Gruppen aufgeteilt: blau, grün, rot, weiß.

Man erklärt uns, wie man Schlauchboot fährt. Beim Einsteigen die Unterarme der Matrosen im Artistengriff packen. Im Boot sofort hinsetzen und an den zugewiesenen Platz rutschen. Aufstehen verboten! Bei der Überfahrt festhalten! An der Anlandungsstelle setzt man sich, Blick zum Meer!, rittlings auf die Wulst und schwingt erst das eine, dann das andere Bein über das Boot. Sofort an Land gehen! Der Expeditionsleiter zeigt auf einer Tafel die Abfahrtszeit. Jede Gruppe hat 90 Minuten Zeit.
 
 
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Dann brausen wir über das in der Sonne glitzernde Wasser auf die New Island zu. Gelber Stechginster leuchtet vor grünen Hügeln. Ein Wrack liegt in der Bucht. Wir machen beim Anlanden und Aussteigen alles richtig und folgen einem rund 1000 Meter langen Weg an einem Felskessel entlang, unter uns das Meer, in mehreren Kolonien brüten tausende Vögel.

Vögel

Wir beobachten einen Felsenpinguin auf dem Weg zu seinem Nest. Wir sehen einen Albatros, das weiße Gefieder strahlt, fein ist das Make-up rund um seine Augen.

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Erstaunlich friedlich geht es zu in diesem dicht gepackten Lebensraum, in dem ständig die Blauaugenkormorane auffliegen und landen.

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Und wir verstehen, warum im Englischen die Pinguine Rockhopper heißen: Sie hüpfen von Stein zu Stein.

Die Zeit vergeht schnell. Schon hocken wir wieder auf der Wulst des Zodiacs, das Boot springt über die flachen Wellen, die Haare fliegen im Wind, und in den Gesichtern der anderen steht, wie zufrieden sie die Erlebnisse der ersten Anlandung gemacht haben.

Zurück an Bord der Bremen versuchen wir herauszufinden, wann unsere Zodiac-Gruppe am nächsten Tag dran ist. Wir können es kaum erwarten, wieder auf Erkundungsfahrt zu gehen.

Man nennt das den Zodiac-Virus.

Der Volunteer Beach ist eine sichelförmige Bucht mit türkisfarbenem Wasser und feinem Sandstrand. Eine Zier für jede Karibik-Insel. Doch im Südhalbkugelsommer wird es hier nicht wärmer als fünf bis zehn Grad. Warum dieser Strand dennoch ein Traumziel ist: Mehrere tausend Königspinguine nisten hier.
 
 

Wir beobachten die Tiere, wie sie in größeren Gruppen am Strand stehen, langsam zum Wasser watscheln, warten, und dann wie auf ein geheimes Kommando ins Meer stürmen. Und bald schon beginnen wir, die Pinguine zu vermenschlichen. Sieh doch, der sieht aus wie ein älterer Herr beim Sonntagsspaziergang. Vier „Halbstarke“ knuffen und rempeln sich an. Der „Komiker“ hat sich in einem Kelp-Strunk verheddert und purzelt so lustig auf den Schnabel. Und das von braunem Pflaum bedeckte Pinguin-Junge ist zu langsam für seine Mutter, bleibt stehen und kreischt. Es sieht aus wie: „Mamaaa!“

Später beim Essen sitzen wir zusammen und schmücken uns die Geschichten aus. Und sind fröhlich. Nein, wir sind glücklich. Die Natur schenkt uns Momente des Glücks.

 

* * *

Drei / Südgeorgien

Von Walfängern und Robben

Mit seinen Walfang-Stationen war Südgeorgien einst ein Schlachthof. Heute ist der Archipel im Südpolarmeer ein Reich der Tiere.

„Wer will morgen Sonne haben, bitte den Arm heben“, sagt Mark Behrend beim Precap für die Anlandung in Südgeorgien. Vorher hatte uns der Expeditionsleiter mit den „Bio-Security“-Vorkehrungen vertraut gemacht: Um zu vermeiden, dass Besucher Saatgut auf die Inseln bringen, müssen Taschen, Schuhe, Kamerastative, ja sogar Jackenklettverschlüsse gereinigt werden. Und wer zurück an Bord kommt, möge die Stiefelwaschanlage nutzen.
 
 

 
 
Nun droht der Kapitän angesichts der vielen erhobenen Arme mit gespielt vorwurfsvoller Stimme: „Dann will ich Ihnen mal zeigen, warum Sie sich kein schönes Wetter wünschen sollten.“

Auf die Leinwand wird ein Bild projiziert, es zeigt die Bremen in einer Bucht. Das Wasser ist ruhig. Nächstes Bild. Dieselbe Bucht. Doch diesmal ist die See aufgewühlt. „Nur zehn Minuten liegen zwischen beiden Aufnahmen“, sagt der Kapitän. Und er erklärt das Wetterphänomen: Die Luft über einem Gletscher ist nicht nur kalt, sondern auch schwer. Kommt die Sonne heraus, steigt die erwärmte Luft über dem Meer schnell auf. Als Druckausgleichsströmung stürzen die Luftmassen mit großem Tempo vom Gletscher herab. Diese katabatischen Winde können Geschwindigkeiten von mehr als 200 Km/h erreichen. „Dann müssen wir die Anlandung sofort abbrechen. Also hoffen Sie mit uns, dass es nicht zu sonnig wird.“

 
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Der Kapitän ist erhört worden.

Schwer hängen graue Wolken auf einer Landschaft aus schwarzen Bergen mit Schneefeldern, das Meer wie eine Bleiplatte. Die Natur eine Schwarz-Weiß-Aufnahme. Die Zodiacs werden abgelassen und verschwinden auf eine Probefahrt. Dann geht es los. Wir erreichen mit dem ersten Boot die Salisbury Plain. Schwimmweste ablegen, Kamera rausholen, auf Pirsch gehen. Der Expeditionsleiter hatte uns gewarnt, den Seebären nicht zu nahe zu kommen. Wenn uns ein Tier anknurrt, nicht weglaufen – „die sind schneller als Sie“ – sondern groß machen. „Wenn auch das nichts nützt, laut um Hilfe rufen.“

Foto Pinguine

Als sich die Nebel lichten, zeigt sich die Salisbury Plain:
Rund 50.000 Königspinguine nisten auf der Ebene, die in weichen Hügeln ansteigt. Ohrenbetäubendes Kreischen und atemberaubender Gestank liegen in der Luft. Was für eine Szene.

Mit Kurs auf die nächste Landestelle begegnet die Bremen dem ersten Eisberg dieser Reise. Groß wie ein Baumarkt im Gewerbegebiet einer mittelgroßen Stadt. Die Strömung treibt die Eisberge aus der Antarktis her. Das Schiff passiert den blau-weißen Koloss und läuft Grytviken an.
 
 

Die Stadt des Tötens

Auf der Flensplattform liegt ein Wal, vor ihm posieren die Männer mit ihren Flensmessern, bereit das Tier aufzuschneiden. Nur der so genannte Blubber, die den Tran enthaltende obere Hautschicht, wird ausgelöst und in riesigen Kesseln gekocht, um das Öl zu gewinnen. Es ist ein begehrter Rohstoff im Europa des beginnenden 20. Jahrhunderts. Und weil man mit dem Rest nichts anzufangen weiß, zerrt man den Kadaver ins Meer, wo er verwest. Beißender Gestank muss in der Luft gelegen haben – und das Geschrei der Raubmöwen, die die Knochen abpicken.

Tod

Vor rund 100 Jahren wurden auf Südgeorgien mehrere Walfangstationen gegründet wie Leith Harbour, Stromness (Bild), Grytviken. 1904 hat man allein in letzterer 184 Wale „verarbeitet“, bis Mitte der 1960er Jahre sind es rund 175.000.

Dann schließen die Stationen. Das größte Lebewesen der Erde – der Blauwal – ist nahezu ausgerottet. Inzwischen ersetzt Erdöl die aus dem Waltran gewonnenen Substanzen. Zudem sind die Bestände völlig dezimiert. Konnte man um 1930 noch 30.000 Blauwale fangen, zogen die Walfangschiffe später nur noch 20 Tiere aus dem Meer.

Mit solchen Informationen im Kopf verlässt man das Museum von Grytviken und findet den Ort noch unwirtlicher als er im Nebel um 0 Grad ohnehin ist. Eine Bucht, eingefasst von schroffem Fels, eine kleine Landzunge, darauf die rostigen Ruinen einer Industrie, die einst den Stoff für Heldengeschichten geliefert hat, und die heute von den meisten Menschen verachtet wird. Der Mythos vom Kampf des Menschen gegen das Untier präsentiert sich hier als industrialisiertes Gemetzel.

Heute ist Grytviken eine Geisterstadt. Zwei halb versunkene Wracks liegen am Ufer, in ihrem Windschatten schlafen Robben. Wir spazieren durch Reihen rostiger Tanks. Auf dem Weg zur Kirche begegnen wir einem Königspinguin, der offenbar dasselbe Ziel hat. Es tut gut zu sehen, dass dieser schaurige Ort nun von den Tieren in Besitz genommen wird. Vögel, Robben, Pinguine, Seeelefanten. Sie erobern sich das Land zurück.
 
 

Nur noch drei Menschen leben hier – einst waren es 2000 –, sie betreiben das Museum und pflegen den Friedhof, an dem Kapitän Behrend nun eine Rede hält am Grab von Ernest Shackleton. Der war zwar ein erfolgloser Entdecker, aber ein großer Seemann. Nach dem Untergang seines Schiffes „Endurance“ im Packeis der Antarktis ließ er seine Mannschaft auf Elephant Island zurück und segelte im April 1916 mit fünf Matrosen in einem Rettungsboot los, um Hilfe zu holen. 1500 Kilometer fuhren sie durch das Südpolarmeer und erreichten tatsächlich Südgeorgien. Im August konnte Shackleton seine Männer mit einem chilenischen Schlepper retten. Im Januar 1922 starb der Polarforscher in Grytviken an einem Herzinfarkt. Wir trinken einen Schnaps auf ihn.
 
 

* * *

Vier / Drake Passage

Der Sturm

Ein schwerer Sturm zieht auf, in seinem Zentrum: Wellen von zehn bis vierzehn Metern Höhe.

Zurück auf der Bremen lädt der Kapitän zum Precap: „Ein Sturm zieht auf. Um die höchsten Wellen zu umgehen, werden wir einen Umweg fahren. Dennoch wird sich das Schiff bewegen.“ Wie hoch die Wellen sein werden, fragt ein Gast. „Fünf bis sechs Meter. Es können auch ein paar Acht-Meter-Brecher dabei sein.“

Für Wetter-Fans muss das Tiefdruckgebiet ein Traum sein. Der Luftdruck fällt in kurzer Zeit von 1017 Hektopascal auf 972. Mit einer Zuggeschwindigkeit von rund 100 Kilometern am Tag bewegt sich die Schlechtwetterzelle auf Südgeorgien zu, mit Windstärken von 12 Beaufort und darüber. Auf der Wetterkarte ist das Tief violett eingefärbt, der ultimativen Farbe in den Unwetterskalen.

Was ein prachtvoller Sturm!

Doch in den Gesichtern der Passagiere zeichnet sich wenig Begeisterung ab. Kapitän Behrend sagt, es bestehe keine Gefahr für die Bremen.

Blenden

Aber die Crew beginnt mit den Sicherheitsvorkehrungen: Seeschlag-Blenden werden vor den Fenstern des Kommandostands befestigt, stabile Stahlplatten mit nur schmalen Sehschlitzen.

Im Laufe des Abends werden die Wellen höher, die Mannschaft trifft weitere Vorkehrungen: Ketten fixieren Sessel und Stühle, die Decks auf der Steuerbordseite sind gesperrt, Flaschen und Gläser in den Bars besonders gesichert. Das Selbstbedienungs-Restaurant im „Club“ wird geschlossen, der Pool ebenfalls. Bettina, die Ärztin bei uns am Tisch, sagt lapidar: „Das gehört doch dazu.“
 
 

An Bord hat sich eine Zwei-Klassen-Gesellschaft etabliert: Menschen mit und Menschen ohne Pflaster gegen Seekrankheit. Susanne trägt eins, kommt aber gut klar mit den Umständen. Mir macht der Seegang nichts aus. Nach welchem Prinzip wer betroffen ist, lässt sich nicht sagen. Die Ärztin aus dem Allgäu leidet, der Elektriker aus Wien ist zwei Tage nicht zu sehen, auch einige Mannschaftsmitglieder wären ohne Pflaster nicht arbeitsfähig.

Und doch überrascht es, dass selbst am ersten Sturmabend, als das Schiff bockt wie ein Pferd, rund Dreiviertel der Gäste ins Restaurant gehen, äh, torkeln.

Es bleibt der Trost, dass die Sonne ab und zu durchkommt, dass es nicht so ein Wüten im Dunkeln ist. Und dass irgendwann jeder Sturm vorbeigeht. Auch dieser. Und als wir nach den stürmischen Nächten am Vormittag dick eingepackt auf Deck stehen, ist der Wind so gut wie eingeschlafen. Wir machen uns bereit für eine Bootstour rund um Elephant Island.
 

Das Glück der Gegenwart

 
Elephant Island ist ein von Pinguinen bevölkertes Felsplateau. Fast vier Monate haben die Männer Shackletons hier in zwei Höhlen ausgehalten. Kaum vorstellbar, wie entbehrungsreich das Leben gewesen sein muss. Wir tragen selbst im Sommer dicke Jacken, Mützen, Handschuhe. Shackletons Männer überwinterten hier. Wir genießen es, nur Besucher zu sein.

Foto Eis

Es ist die erste Begegnung mit der Welt des ewigen Eises. Unwirtlich. Schroff. Hart. Nirgends auf der Welt ist es so menschenleer wie in der Antarktis. Die Landmasse von der Größe Europas hat keine Ureinwohner.

Die meisten Forschungsstationen sind nur im Sommer besetzt. Dann kommen rund 30.000 Touristen. Im Winter zeigt sich diese Region so unwirtlich wie ein fremder Planet – mit Temperaturen von minus 30 bis minus 60 Grad Celsius und Stürmen mit Geschwindigkeiten bis zu 300 Kilometern pro Stunde.
 
 

Die Bremen passiert mehr und mehr Tafeleisberge, weiße Giganten, die sich vom antarktischen Eisschelf gelöst haben. Und so bizarr die Szenerie ist, irgendwann kommt sie einem vertraut vor. Bis plötzlich jemand ruft: „Wal! Wal!“ Und sich gleich korrigiert:

„Wale! Wale! Unfassbar viele Wale!“

Tatsächlich nähern sich erst zwei Buckelwale, dann sehen wir in der Ferne den hohen Blas zweier Finnwale.

Foto Wale

Und schließlich sind wir umgeben von einer Schule von Orcas. Es müssen mehr als hundert Tiere sein, deren Flossen durch das Wasser sicheln.

Man kann sich gar nicht satt sehen an dem Anblick. Bis einem das Fernglas aus den steif gefrorenen Fingern fällt.

 

* * *

Fünf / South Shetland Islands

Schneeengel

Einst waren Wal- und Robbenjäger die einzigen Bewohner der Antarktis, heute sind es Wissenschaftler und ihre Helfer.

Die Bremen steuert auf eine Felswand zu, bis sich darin eine Öffnung zeigt, Neptun’s Bellows, South Shetland Islands. Der Kapitän hat uns auf die Brücke eingeladen. Die Stimmung ist hochkonzentriert.

Die Offiziere, die zur Unterhaltung ihrer Gäste auch mal einen Eisberg umrunden oder die Maschinen runterfahren, um Wale nicht zu verstören, kommunizieren in knappen Kommandos, Abstände, Wassertiefe, Windgeschwindigkeit. Bald hat die Bremen die enge Durchfahrt gemeistert und lässt den Anker fallen. Fast 80 Meter Kette rattern hinterher.

Für ein paar Stunden sind wir die einzigen Einwohner auf Deception Island. Rostende Tanks, zerfallene Häuser, ein mit Schnee gefüllter Flugzeughangar, denn von hier starteten einst die ersten Erkundungsflüge über die Antarktis. Wir erklimmen einen Hügel. Weit geht der Blick über die zum Teil noch von Eis bedeckte Caldera.

Was für ein Glück, hier sein zu dürfen.

Bevor es zurück an Bord geht, ziehen wir uns aus und rennen schreiend in das eiskalte Meer. Früher durfte man sich Wannen schaufeln, das Wasser erwärmte sich über dem heißen Sand, da es hier noch immer Vulkantätigkeit gibt. Heute ist das nicht mehr erlaubt. Doch die Tradition des Bads auf Deception Island lebt fort. Wärme finden wir hinterher in der Sauna, in der wir mit fünf anderen Abgekühlten sitzen.

Wir fühlen uns wie Helden.

 
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Später stehen wir dick eingepackt auf dem Vordeck und erleben, wie der Kapitän sein Schiff in das die Caldera bedeckende Eis rammt. Bis die Bremen stecken bleibt. Es bleibt ein v-förmiger Einschnitt im Eis, ein Winkel der Vergeblichkeit. Und spätestens jetzt empfindet jeder Passagier Respekt vor der Macht des Eises und der Kraft dieses Kontinents.
 

Pinguin-Sex und Souvenirs

Einst waren Wal- und Robbenjäger die einzigen Bewohner der Antarktis, heute sind es Wissenschaftler und ihre Helfer. Etwa 80 Forschungsstationen gibt es. Rund die Hälfte sind nur im Sommer besetzt. Manche, so sagen Kritiker, haben mit Forschung nichts zu tun. Während des kalten Krieges betrieben Amerikaner und Russen hier eisiges Wettrüsten. Nachdem Indien eine Station eingeweiht hatte, eröffnete auch Pakistan eine Basis. Kaum waren die Chinesen präsent, hissten auch die Südkoreaner ihre Flagge.
 
 
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Die neueste und bis dato anspruchsvollste Einrichtung betreibt das deutsche Alfred-Wegener-Institut, 25 Jahre kann in der 2009 eröffneten, auf Stelzen errichteten Konstruktion geforscht werden. Danach lässt sich Neumayer III rückstandsfrei abbauen, das ist auch ein Statement, ein umweltpolitisches.

Base Brown ist ein ehemaliger Marinestützpunkt, pittoresk in der Paradise Bay gelegen und Schauplatz einer tragischen Geschichte: Als der dort arbeitende Arzt erfuhr, dass sich seine Ablösung um einen Winter verschieben würde, setzte der verzweifelte Mann die Station in Brand – um seine Abholung zu erzwingen.
 
 

Wir können den Arzt nicht verstehen. Weit geht der Blick über verschneite Hügelketten. Wir stehen auf der Antarktischen Halbinsel. Wir brechen einen Eiszapfen ab. Vom Geschmack unterscheidet sich das vor wohl schon einigen hundert Jahren gefrorene Wasser nicht von einem Eiswürfel auf dem Gefrierschrank.

Foto

Das nahe Port Lockroy ist Sitz einer britischen Station, die wohl bekannteste in der Antarktis.

Florence, Wissenschaftlerin hier, sagt, dass im Sommer bis zu 15.000 Gäste kämen. Die Arbeit des vierköpfigen Teams bestehe darin, Pinguine zu zählen, Besucher durch das Museum zu führen und Postkarten und Souvenirs zu verkaufen. Ist das nicht eine seltsame Tätigkeit für einen Wissenschaftler? Florence lacht, das nehme sie gern in Kauf für das Privileg hier zu sein.

Was haben die Forschungen auf Lockroy erbracht? Das Team ermittelt die Bruterfolge der Pinguine. Es gibt zwei Kolonien, eine lebt beim Museum, an dem im Sommer täglich Besucher vorbeikommen. Die andere in einem abgesperrten Bereich. Die Pinguine beim Museum ziehen mehr Nachwuchs groß. Offenbar stressen die Touristen nicht nur, sondern vertreiben auch die Feinde.

 
 
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Zurück an Bord bleibt nur wenig Zeit für das Dinner, denn gegen 21 Uhr erreichen wir den Lemaire-Kanal, eine etwa 13 Kilometer lange Meerenge, eingefasst von Gletschern und steil aufragenden Felswänden. Die Einfahrt markiert der charakteristische Doppelgipfel Kap Renard, von britischen Seeleuten in den 1950er Jahren in „Una’s Tits“ umbenannt, in eigenwilliger Anerkennung der Truppenbetreuerin Una Spivey.

* * *

Sechs / Lemaire Channel

Am Wendepunkt

Langsam tastet sich die Bremen in den von Eisbrocken übersäten Sund. Tief steht die Sonne und taucht die Szene in goldenes Licht.

Erneut wurde das Vordeck freigegeben. Andächtig stehen Gäste und Crew nebeneinander, staunen, fotografieren. Spätestens jetzt wird klar, warum der Lemaire-Kanal Kodak-Falle genannt wurde – man kann gar nicht genug auf den Auslöser drücken.

Es ist der Wendepunkt unserer Reise in die Antarktis. Kurz nach zwei Uhr nachts dreht die Bremen. Inzwischen liegen fast alle Passagiere in ihren Betten. Wir stehen noch auf der Nock, dem seitlichen Austritt der Brücke, und sehen in die helle Nacht. Die rotgoldene Lichtstimmung geht direkt über in das zartblau- rosafarbene Leuchten des anbrechenden Tages.

Wir können uns von dem Anblick nicht lösen. Als gelte es, das Glück festzuhalten.

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Abschied vom ewigen Eis nehmen wir auf einem Hügel in Neko Harbour. Der Anstieg war beschwerlich, doch der Blick ist sensationell. Ein naher Gletscher kalbt, mit einem Geräusch, als würde es die Welt in Stücke reißen. Erneut ein unfassbar schöner Tag, die Sonne scheint, die Luft ist so klar, dass alles greifbar nah wirkt.

Foto Eis

Grund für diese Fehlwahrnehmung ist die Luftreinheit. Würde man in einer deutschen Großstadt die Güte der Luft messen, so würde man im Raummaß von etwa einem Stück Würfelzucker bis zu 100.000 Partikel messen. In der Antarktis sind es 10 Partikel. Die nah wirkenden Berge sind nicht nur viel weiter entfernt, sie sind viel mächtiger. Und wir fragen uns, was das für ein Gefühl sein muss, sich an einem Tag wie heute an einem Ort wie diesem aufzumachen, den Kontinent zu erkunden. Die Sonne brennt, wir ziehen unsere Parka aus und schnell wieder an, als ein Windstoß die Kälte der Antarktis herüberweht.

Abschied im Irish Pub

Die Bremen lichtet Anker. Das Wasser glitzert, Pinguine überholen das Schiff. Wir passieren Gletscher und Berge, die so hoch verschneit sind, dass man ihre Gestalt nicht mehr erkennen kann, Täler aufgefüllt mit Schnee und Eis-Inseln, die sich überraschend als Archipel herausstellen. Die Besatzung hatte vor einiger Zeit eine Insel „entdeckt“. Das mag nicht unser Bild von der Welt ändern, und doch ist man stolz auf „Bremen-Island“.
 
 
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Als das Schiff die letzten Inseln hinter sich lässt, die der Antarktis vorgelagert sind, hören wir noch für einige Stunden kleinere Eisbrocken gegen den Rumpf rumpeln. Dann sind da nur noch die Wellen und die Gischt, und die Bremen zieht durch die Drake-Passage, die uns kaum mehr Seegang in den Weg stellt als die Ostsee bei einer Fährfahrt nach Dänemark.

Es beginnt die Zeit des Abschieds. Das Küchenteam hat noch einmal alles gegeben, der Service serviert Gang um Gang an Tisch 42. Wir sind in Resümee-Stimmung. Die Berliner Beamten sagen, es war eine großartige Reise, nur den ersten Sturmtag hätten sie nicht gebraucht. Der Wiener Elektriker fragt: „Sturm? Irre, den habe ich völlig vergessen.“ Die Schweizer Hoteldirektoren, echte Kreuzfahrt-Experten, wollen wiederkommen. Und die Ärztin aus dem Allgäu wirkt traurig.

Es kann doch nicht schon vorbei sein…

Dass am letzten Morgen wegen zu starken Windes die Anlandung in Kap Hoorn nicht klappt, finden wir nicht schlimm. Der Felsen, an dem rund 800 Schiffe zerschellt sind und etwa 10.000 Matrosen mit in die Tiefe zogen, berührt vor allem die Seeleute. Nachdem alle Lieder gesungen und die Seekarte versteigert war, hält Kapitän Behrend eine bewegende Rede. Und durch die Schönheit dieser Reise schimmert die Tragik der Seefahrt.
 
 
Antarktis-Route
 
 
Den letzten Abend verbringen wir in Ushuaia in einem Pub, der sich „irish“ nennt, aber sowas von argentinisch ist, dass es einfach nur Spaß macht. Auch einige Crew-Mitglieder kommen herein. Wir trinken zusammen, vertraut wie wir inzwischen sind, erzählen einander vom Reisen, von den vergangenen Tagen, von eigenen Plänen. Trinken noch mehr. Und stehen am nächsten Tag mit dickem Kopf auf der Gangway, die wir doch eben erst herauf gekommen sind.

Auf der Pier haben sich einige Crew-Mitglieder versammelt. Statt Begrüßungs-Champagner diesmal ein Farewell-Spalier. Auch Kapitän Behrend ist dabei, wie immer im kurzärmeligen Hemd. Wir schütteln uns die Hände. Er sagt: „Ich mache das ja jetzt schon ein paar Jahre. Aber so eine Lichtstimmung wie im Lemaire-Kanal habe ich lange nicht erlebt.“

Wir antworten, ungeplant gleichzeitig: „Es war eine Reise ins Glück.“

* * *

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Susanne Baade hat beim „Art“-Magazin gearbeitet, ist Fotografin und Blog-Designerin. Sie ist der Kopf hinter der Plattform Susies Local Food Hamburg und der Teil des Reiseblogs push:RESET. Dirk Lehmann war mehr als zehn Jahre Redakteur von „Geo Saison“. Er betreut corporate storytelling-Projekte und den Reiseblog push:RESET.

Leserpost

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  • Mandy // Movin'n'Groovin on 22. Februar 2015

    Wow wow wow! Ich bin sprachlos… sehr schöne Reisegeschichte, tolle Bilder!! Jetzt will ich auch! Über welche Agentur habt ihr die Tour gebucht? Ich bin Ende des Jahres in Argentinien, vllt. könnte ich ja… hmm… mal sehen. :)

    Antworten
    • Susanne&Dirk on 23. Februar 2015

      Hallo Mandy,
      freut uns sehr, dass dir unsere Geschichte gefällt. ;-)

      Wir haben die Reise über Hapag-Lloyd Kreuzfahrten gebucht. Es gibt aber auch noch andere Anbieter wie Poseidon Expeditions.

      Es empfiehlt sich, einen zuverlässigen und zertifizierten Anbieter zu wählen.
      Herzliche Grüße
      Susanne&Dirk

  • Anett on 22. Februar 2015

    Wahnsinn, ich bin wirklich beeindruckt von euren wunderbaren Fotos und Videoaufnahmen. Eure Reisegeschichte hat mich gepackt und mein Fernweh in die Antarktis ist jetzt noch größer (als sie ohnehin schon war :) )
    Vielen Dank! Anett

    Antworten
    • Susanne&Dirk on 23. Februar 2015

      Liebe Anett,
      danke für dein Lob! Und wenn du eines Tages dort sein solltest, genieße einen Moment der unfassbaren Weite und Abgeschiedenheit für uns mit.
      Herzliche Grüße
      Susanne&Dirk

  • Franziska via KeineWeltreise on 22. Februar 2015

    Herzlichen Glückwunsch zu diesem gelungenen Blog! Vom Inhalt zunächst abgesehen finde ich die Form der Präsentation genial, man kann sozusagen vor- und zurückspulen durch das Scrollen!

    Inhaltlich hat mich diese Episode sehr mitgerissen und mein Fernweh geweckt! Ich habe erst letzte Woche den Fil Shackleton gesehen und Sehnsucht bekommen. Dass die Reise euch im Rückblick so kurz erschien, spricht dafür, dass sie sehr intensiv war!

    Liebe Grüße und danke für die Impressionen!
    Franziska

    Antworten
    • Susanne&Dirk on 23. Februar 2015

      Liebe Franziska,
      danke für dein Lob. Ja, das Format ist toll! Auch andere Reiseziele kann man so sehr schön erzählen.

      Die Antarktis ist allerdings ein Once-in-a-Lifetime-Reiseziel. Und wir werden die Fahrt bis an ihren Rand wohl nie vergessen.
      Herzliche Grüße
      Susanne&Dirk

  • elisabeth on 23. Februar 2015

    Eindrucksvoller Bericht – ganz, ganz toll. Vor allem die „bewegten“ Bilder !!!! Antarktis – wir kommen!

    Antworten
    • Susanne&Dirk on 23. Februar 2015

      Liebe Elisabeth,
      vielen Dank für dein Lob, hat uns sehr gefreut; auch wenn wir den Schneeengel nicht ganz sooo perfekt hingekriegt haben ;-)
      Herzliche Grüße
      Susanne&Dirk

  • Carina on 23. Februar 2015

    Ich würde den Beitrag gerne befürworten, weil ich das Storytelling die die Bilder wirklich wundervoll sind.

    Jedoch habe ich mich die letzten Wochen, die ich in Feuerland unterwegs war mit einigen Personen über die Antarktis unterhalten und finde es einen sehr schwierigen Ort. Ich habe viele Menschen getroffen, die begeistert waren von ihrer Reise in die Antarktis und auch ich stelle mir eine solche Reise wie ein tolles Abenteuer vor. Jedoch finde ich den die Umwelt betreffenden Preis, den ich dafür zahlen würde zu hoch.

    Man kann nur hoffen, dass sich der Antarktis Tourismus in den nächsten Jahren nicht verstärkt und die Umwelt- und Sicherheitsmaßnahmen auf den Schiffen (weiterhin) eingehalten werden.

    Antworten
    • Susanne&Dirk on 23. Februar 2015

      Liebe Carina,
      danke für deinen kritischen Kommentar. Wir halten ihn zum Teil für berechtigt: Reisen belastet die Umwelt.

      Im Gegensatz zu den allermeisten Reisen unterliegen aber die in die Antarktis strengsten Auflagen durch das Umweltbundesamt: in Betreff auf den Treibstoff, den Müll, die Anlandungen, etc. Nur ein Unternehmen, das diese erfüllt und das lückenlos nachweist, darf in die Antarktis fahren. Und Hapag-Lloyd Kreuzfahrten tut das mit kleinen Schiffen, 150 Passagiere passen auf die Bremen.

      Zudem ist die Antarktis gewaltig groß, größer als Europa. Die Bremen erreichte nur einen Punkt an der Südspitze der Antarktischen Halbinsel. Stell dir Europa ohne Menschen vor – und jetzt 30.000 Touristen im Jahr, die für drei Stunden Malta besuchen… Zum Vergleich, jährlich reisen mehr als 10 Millionen Menschen nach Mallorca.

      Wer reist, steht immer im Konflikt mit der Umwelt (wie bist du nach Feuerland gekommen?). Wer reist, lernt aber auch die Schönheit dieser Welt kennen (würde es dir nicht fehlen, Feuerland bereist zu haben?). Den Umweltschutz vor allem auf das Reisen zu reduzieren, halten wir für falsch.
      Herzliche Grüße
      Susanne&Dirk

  • vöglein on 26. Februar 2015

    Ganz tolle Aufnahmen……wow!!!!! Macht Lust sofort loszuziehen……

    Antworten
    • Susanne&Dirk on 26. Februar 2015

      Hi Vöglein,
      manchmal kommt es uns selbst so vor, wenn wir etwa nach unten scrollen, um Kommentare und Fragen zu beantworten, dass wir denken: Was eine geile Reise! Müsste man unbedingt mal hin… ;-) Vielen Dank für dein Lob.
      Herzliche Grüße
      Susanne&Dirk

  • Jannik on 8. März 2015

    Hey ihr Beiden!

    Eine großartige, humorvolle und aufmerksame Reportage. Hat mir sehr gut gefallen.

    Besonders die Bilder und Videos sind gut – und die Mischung aus Text und Bild ist genau richtig.

    Auf einigen Bildern ist links eine Art Nebel, wie ist das passiert? Objektiv kaputt?

    Herzliche Grüße,
    Jannik

    Antworten
    • Susanne&Dirk on 8. März 2015

      Hallo Jannik,
      schön, dass du das Stück magst! Freut uns sehr. Wie so oft, ist es in seiner Qualität das Ergebnis einer Zusammenarbeit: Wir haben das Material mit gebracht, das Travel Episodes-Team hat es montiert. So ist eine stimmige Reisereportage entstanden.
      Bemerkenswert, dass dir der Fehler in den Fotos aufgefallen ist. Tatsächlich hat das Objektiv in der dritten Woche unserer fünfmonatigen Weltreise einen Defekt davon getragen. Er zeigt sich nur bei extremen Brennweiten, meist oben links. Wir waren sooo unglücklich. Aber es ließ sich nicht nachhaltig reparieren, und uns fehlte unterwegs das Geld, einfach ein neues Objektiv zu kaufen. Wir haben nur wenige Fotos mit in den Beitrag genommen, auf denen der Fehler zu sehen ist und hoffen, dass es dem Zauber dieser Reise nicht zu viel Abbruch tut.
      Herzliche Grüße
      Susanne&Dirk

  • Webtrends: Storytelling | iE5 – Information Explorers 5 on 22. April 2015

    […] von Flüchtlingen zu erklären. Auf Travelepisodes kann man Reisende auf ihren Abenteuern in die Antarktis oder in den Vietnam begleiten. Aber auch Infografiken, Produkt Websites, Agenturen und sogar […]

    Antworten
  • Steffen on 25. September 2015

    Holla die Waldfee, das ist mal ein guter Beitrag! Sehr schöne Videos und Bilder! Und auch am Text erkennt man deutlich euren professionellen Hintergrund =)
    Wenn mir jetzt auf Booten nicht schlecht werden würde, wäre die Antarktis echt eine Option ;) Aber bei dem Seegang wäre ich dann wohl doch die meiste Zeit über der Reling (oder sonst wo) gehangen ;)

    Antworten
  • Khalid Rashid on 12. Dezember 2015

    Unglaublich ist diese Travel Episode. Ich habe auf meinem Stuhl an meinem Rechnertisch eine Reise nach Antarktis gemacht. Und diese wird begleitet vom einer transzendentalen inneren Wahrnehmung. Danke

    Antworten
  • Janett on 25. Dezember 2015

    Nachdem ich bei Inka von Blickgewinkelt immer mal in die Antarktis-Berichte reingelunzt habe und trotz Kälte ein gewissen Wunsch verspüre, das irgendwann auch mal auszuprobieren, hab ich euren Beitrag natürlich mit Spannung verfolgt! Wirklich cool! Sind die Mitreisenden denn überwiegend Europäer?

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  • Laura on 16. Februar 2016

    Danke für den tollen Beitrag!

    Antworten
  • Karin on 16. Februar 2016

    Viele träumen davon die Eiswüste zu besuchen, aber nicht alle verwirklichen ihren Traum.Ich habe Glück, weil ich bald in die Antarktis reise. Das sol traumhaft sein. Meine Reise wird von antarktis expedition http://poseidonexpeditions.com/de/antarktis/ organisiert. Bald geht es los!

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  • One Million Places on 20. Januar 2017

    Wirklich einer der interessantesten Artikel die ich seit langem gelesen habe. Allein schon die Präsentation mit den vielen Videos ist sensationell und nimmt einen wirklich mit auf eine tolle Reise ans andere Ende der Welt!

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Übersicht

Alle Inhalte der Travel Episodes hübsch sortiert

Antarktis
Ozeanien