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The Travel Episodes

Eine Lesung

Couchsurfing im Iran

Es ist offiziell verboten. Trotzdem reist Stephan Orth couchsurfend durch den Iran und lernt dabei ein Land kennen, das so gar nicht zum Bild des Schurkenstaates passt.

Die junge Dame, die hier so fröhlich Trinkverse des Dichters Hafis vorliest, heißt Sofia. Sie wohnt in Isfahan mitten im Iran, wir haben uns über das Internet kennengelernt. Sofia lernt Deutsch und war total begeistert, als ich ein Reclambuch mit der Übersetzung einiger berühmter persischer Gedichte anschleppte.

„Auf dass ich dann dieser Welt verborgne Dinge dir berichte“, lautet einer der Verse. Dieser Satz könnte genauso das Motto meiner Iranreise sein: Im April und Mai 2014 war ich für zwei Monate dort, um herauszufinden, wie es wirklich zugeht in der Islamischen Republik, jenseits der verbreiteten Klischees und Vorurteile.

Mit Hilfe der Couchsurfing-Webseite wohnte ich bei den Einheimischen, guckte hinter verschlossene Türen und lernte ein Land kennen, im dem das Doppelleben junger Leute Normalität ist. In der Öffentlichkeit wird der Schleier getragen, offiziell ist jeder gläubiger Muslim. Doch im Privaten sieht das Leben häufig ganz anders aus, dort wird gefeiert, getrunken und über Religion gelästert.

Bei Sofia habe ich nicht gewohnt, sie hat mich zu einem männlichen Freund weitervermittelt. Das wäre ihr dann doch zu gewagt gewesen, einen Mann bei sich zu Hause aufzunehmen. Offiziell ist Couchsurfing im Iran verboten: Der Staat befürchtet, dass auf diese Art Spione unerkannt durchs Land reisen können.

Denn wer in Hotels schläft, muss dort immer seinen Ausweis vorlegen und wird registriert. Auch wer privat bei Menschen unterkommt, muss sich laut Gesetz innerhalb von 24 Stunden bei der örtlichen Polizei registrieren (was aber keiner macht). Oft musste ich mich heimlich zur Tür reinschleichen, wenn ich sicher sein konnte, dass kein Nachbar zuguckt.

Obwohl Ärger mit der Staatsgewalt droht, gibt es im Iran inzwischen mehr als 13.000 Couchsurfing-Mitglieder, jeden Tag werden es mehr. Man spürt ein enormes Interesse am Leben im Westen.

Auch die Frage „Was denkst du über den Iran?“ kommt immer wieder.

Schon nach wenigen Tagen unterwegs konnte ich darauf ohne Übertreibung antworten: Der Iran ist eines der wunderbarsten Reiseländer der Welt. Und ein Land, das zugleich verzaubert und wütend macht.

Es verzaubert, weil es magische Orte gibt wie Yazd, Shiraz oder Isfahan und wunderbare Natur. Und weil die Herzlichkeit der Menschen weltweit einzigartig ist. Es macht wütend, weil es den Bürgern eine Staatsreligion aufzwingt, ohne ihnen eine freie Wahl zu lassen. Weil es den jungen Leuten zu wenig Chancen eröffnet, etwas aus sich zu machen. Weil es ein wohlhabendes Land ist, mit gigantischen Öl- und Gasvorkommen, aber viele Menschen nichts davon abkriegen. Sie sind wie Cassim in der Schatzhöhle in „Ali Baba und die 40 Räuber“: umgeben von Reichtümern, aber gefangen.

 

Junge Iraner: 60 Prozent der Einheimischen sind unter 30 Jahre alt – viele träumen von mehr Freiheiten im Alltag.

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Sofia aus Isfahan: Die 26-Jährige lernt Deutsch und interessiert sich sehr für Musik.

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Ein Tipp zum Souvenir-Shopping: Wasserpfeifen-Shop in Ahvaz.

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Die Freundlichkeit der Menschen im Iran ist wohl weltweit einmalig. Touristen werden sehr herzlich aufgenommen.

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In den meisten Städten war es kein Problem, privat eine Schlafgelegenheit zu finden.

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Auf der Couch: „Willkommen im Iran“ ist einer der häufigsten Sätze, die Besucher zu hören bekommen.

Auf der Couch: „Willkommen im Iran“ ist einer der häufigsten Sätze, die Besucher zu hören bekommen.

Plastikfolie als Esstisch: In vielen Familien wird auf dem Boden gegessen.

Plastikfolie als Esstisch: In vielen Familien wird auf dem Boden gegessen.

Sofia zeigt mir ihre Stadt. Isfahan ist berühmt für den riesigen Naqsh-e-Jahan-Platz im Zentrum und für seine historischen Brücken über den Zayandeh Rud, den „Fluss des Lebens“. Doch derzeit ist er ein toter Fluss ohne einen Tropfen Wasser. Ein Wüstenstreif, der die Stadt durchschneidet. Am gegenüberliegenden Ufer kann ich ein paar Dutzend Tretboote mit Schwanenkopf-Galionsfiguren ausmachen, die auf dem trockenen Flussbett stehen.

„Die Regierung hat das Wasser umgeleitet, keiner weiß genau, warum“, sagt Sofia. „Vielleicht, weil woanders Felder bewässert werden müssen. Es hat nicht viel geregnet, alles ist verdorrt. Wir wissen nicht, wann wir hier wieder Wasser haben werden.“ An einem Ufer steht ein „No Swimming“-Schild wie ein schlechter Witz. Man stelle sich Paris ohne die Seine vor oder Hamburg ohne die Elbe.

Grüne Parks rahmen den Fluss ein, prächtige alte Steinbrücken queren ihn, jetzt sind sie nur noch Schmuckwerk ohne praktischen Sinn: Man kann genausogut fünf oder fünfzig Meter daneben rüberspazieren.

Ob sie sich ärgert, dass das Wasser abgeknipst wurde, will ich von Sofia wissen.

„Ich denke nicht über die Regierung nach.“

„Das belastet nur. Viele meckern den ganzen Tag, ich lebe einfach mein Leben.“

„Und die Sittenpolizei? Deine Schuhe sind ziemlich gewagt, man kann die Knöchel sehen.“

„An meinem Outfit ist einiges gewagt. Die Schminke, selbst die Farbe. Aber ich arbeite als Englischlehrerin für Mädchen im Grundschulalter, und die Kinder lieben es, wenn ich bunte Umhänge trage. Nur mit dem Schulleiter habe ich manchmal Stress deswegen.“

Mit anderen Regeln ihres Landes ist sie einverstanden. Etwa, wenn es um Beziehungen zwischen Männern und Frauen geht. Sie geht nicht mehr auf Couchsurfing-Treffen, weil dort zu offensiv geflirtet wird. „Viele suchen nur nach einem Partner. Und sie versuchen, andere zum Trinken zu überreden, setzen sie unter Druck mit Sätzen wie: ‚Ach, du bist keine moderne Frau.’ Dabei ist kein Mädchen wirklich modern im Iran, du musst sie nur mal zu Hause erleben.“

 

Bereit zum Ballspiel: Wer Iraner zu Hause besucht, erlebt unvergessliche Einblicke in den Alltag.

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Mädchen in Hajij im Westen Irans: Das kleine Bergdorf könnte eines Tages ein populäres Touristenziel werden. Allerdings liegt er nah an der Grenze zum Irak, wo man sich derzeit genau informieren sollte, wie sicher eine Reise ist.

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Kurdische Tracht mit Gummisandale: Im „wilden“ Westen des Landes erlebte ich ganz besonders freundliche Menschen.

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Iranische Touristinnen in Yazd: Viele westliche Besucher sind überrascht, wie selbstbewusst und kontaktfreudig junge Frauen oft sind.

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Klettererpaar am Bisotun-Felsen bei Kermanshah: Ohne Kopftuch geht in der Öffentlichkeit gar nichts – auch nicht beim Sport.

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Ich erlebe noch viele Iraner und Iranerinnen zu Hause, eine bunte Mischung von Charakteren, die sich ganz unterschiedlich mit den Zwängen ihres Landes arrangieren.

Zum Beispiel Ehsan* (*Name geändert) aus dem Westen Irans, den Urahn eines früheren iranischen Herrschers, er ist passionierter Winzer. 600 Liter Wein stellt er jedes Jahr her. Trocken, leichtes Brombeeraroma, ein bisschen pelzig im Abgang.

„Für jeden Liter würde ich ein Jahr Gefängnis bekommen, wenn ich erwischt werde. Das wären dann 600 Jahre“, erklärt er.

Zum Beispiel Elaheh, die in der heiligen Stadt Mashhad wohnt und mich spontan auf eine Bikiniparty mitnimmt. Hinter vier Meter hohen Betonmauern gehen wir in einem kleinen Pool baden. Wir trinken Delster-Limonade, Alkohol und Drogen haben die Organisatoren zu Hause vergessen. Die meiste Zeit sitzen wir herum, essen Melonenstücke und rauchen Bahman-Zigaretten. Die unschuldigste Party der Welt, doch wegen der Outfits der Mädels wären wir alle verhaftet worden, wenn uns jemand erwischt hätte.

Zum Beispiel Nasrin aus Kerman, die einen Tag bei der Arbeit schwänzt, um zwei Australier und mich in die Kaluts-Wüstenregion zu fahren. Nasrin hat vor zwei Jahren ihre Lizenz als Touristenführerin verloren, weil herauskam, dass sie regelmäßig Ausländer bei sich beherbergt. Sie macht trotzdem weiter damit. Und obwohl sie schon über 20 Mal in den Kaluts war, macht sie extra blau für uns – so sind die Prioritäten im Gastfreundlichkeits-Weltmeisterland Iran.

„Seid leise und redet kein Englisch auf der Straße, sonst hören euch die Nachbarn“, sagt Saeed. „Es ist verboten, Ausländer bei sich aufzunehmen.“ Er steigt aus dem Auto, blickt nach rechts und links wie ein Einbrecher und schließt die Stahltür seiner Wohnung im Südwesten von Shiraz auf. Dann winkt er, schnell reinzukommen. Ich schnappe meinen Rucksack und haste durch den Eingang. Saeeds Freund, der uns mit seinem Wagen in der Innenstadt abgeholt hat, verabschiedet sich und rauscht davon in die Nacht.

Saeed ist zwanzig, Grafikdesignstudent, hat buschige Augenbrauen und ein umwerfendes Lächeln. Als er bei Couchsurfing einen Beitrag von mir in einem Diskussionsforum sah, hat er mich angeschrieben, ob ich auf meiner Reise nach Shiraz kommen und bei ihm wohnen wolle.

Saeed ist absoluter Couchsurfing-Junkie. In den letzten drei Monaten hatte er 45 Gäste, er organisiert Treffen und ist selbst ständig mit Zelt und Rucksack in seinem Heimatland unterwegs. Am liebsten per Anhalter.

 
 

Gastgeber Saeed: Der 20-Jährige reist am liebsten per Anhalter durch sein Land.

Gastgeber Saeed: Der 20-Jährige reist am liebsten per Anhalter durch sein Land.

Bergtour auf den 2800 Meter hohen Derak: „Ich fühle mich nirgendwo so frei wie in der Natur“, sagt Saeed.

Bergtour auf den 2800 Meter hohen Derak: „Ich fühle mich nirgendwo so frei wie in der Natur“, sagt Saeed.

Mausoleum für den Sufi-Derwisch Schah Nimatollah Wali bei Kerman: An manchen spektakulären Sehenswürdigkeiten war ich der einzige ausländische Tourist des Tages.

Mausoleum für den Sufi-Derwisch Schah Nimatollah Wali bei Kerman: An manchen spektakulären Sehenswürdigkeiten war ich der einzige ausländische Tourist des Tages.

Vom Bett fallen unmöglich: Im Hafis-Hotel auf der Insel Qeshm war die Schlafgelegenheit weniger einladend als bei vielen Couchsurfing-Gastgebern.

Vom Bett fallen unmöglich: Im Hafis-Hotel auf der Insel Qeshm war die Schlafgelegenheit weniger einladend als bei vielen Couchsurfing-Gastgebern.

In der Kaluts-Wüstenregion: Anscheinend hat hier jemand gemerkt, dass es doch nicht die „hottest area in the world“ ist – darauf zumindest deuten die Korrekturen auf dem Schild hin.

In der Kaluts-Wüstenregion: Anscheinend hat hier jemand gemerkt, dass es doch nicht die „hottest area in the world“ ist – darauf zumindest deuten die Korrekturen auf dem Schild hin.

In den „Kaluts“ haben Wind und Erosion riesige Sandberge geformt – ein unvergessliches Naturspektakel.

In den „Kaluts“ haben Wind und Erosion riesige Sandberge geformt – ein unvergessliches Naturspektakel.

Abendstimmung in Yazd: Händchenhalten in der Öffentlichkeit ist eigentlich gegen die Regeln – wenn keiner hinguckt, machen es die jungen Leute trotzdem.

Abendstimmung in Yazd: Händchenhalten in der Öffentlichkeit ist eigentlich gegen die Regeln – wenn keiner hinguckt, machen es die jungen Leute trotzdem.

Taxifahrer in der Nähe von Kerman: Der Mann erinnerte mich total an Armin Müller-Stahl, bot mir Halva und Zigaretten an und knöpfte mir zwei Euro zu viel für die Fahrt ab – dieses Erinnerungsfoto war es mir wert.

Taxifahrer in der Nähe von Kerman: Der Mann erinnerte mich total an Armin Müller-Stahl, bot mir Halva und Zigaretten an und knöpfte mir zwei Euro zu viel für die Fahrt ab – dieses Erinnerungsfoto war es mir wert.

Zerstörter irakischer Panzer am Schlachtfeld Fatholmobin: Die Erinnerung an den Krieg mit dem Nachbarland (1980-1988) wird an vielen Gedenkstätten aufrecht erhalten.

Zerstörter irakischer Panzer am Schlachtfeld Fatholmobin: Die Erinnerung an den Krieg mit dem Nachbarland (1980-1988) wird an vielen Gedenkstätten aufrecht erhalten.

Freiheitsstatue mit Totenkopf: An der ehemaligen amerikanischen Botschaft in Teheran sind solche Graffiti zu sehen.

Freiheitsstatue mit Totenkopf: An der ehemaligen amerikanischen Botschaft in Teheran sind solche Graffiti zu sehen.

Teheran bei Nacht: Irans Türen und Fenster sind völlig blickdicht, man bekommt von außen nichts davon mit, was sich innen abspielt.

Teheran bei Nacht: Irans Türen und Fenster sind völlig blickdicht, man bekommt von außen nichts davon mit, was sich innen abspielt.

Couchsurfen und Tee trinken: Insgesamt übernachtete ich auf meiner Reise bei 22 verschiedenen Gastgebern.

Couchsurfen und Tee trinken: Insgesamt übernachtete ich auf meiner Reise bei 22 verschiedenen Gastgebern.

Saeed hat noch einen anderen Besucher. Auf dem Teppich fläzt sich Christian aus Kolumbien, ein Mittzwanziger mit Sechstagebart, der es fertigbringt, gleichzeitig wahnsinnig müde und wahnsinnig glücklich auszusehen. Reisetrunken und straßenhigh, vor vier Monaten hat er seinen Job als Unternehmensberater gekündigt und jettet nun um die Welt. Kenia, Tansania, Äthiopien, Dschibuti, Ägypten, Türkei. Der Iran war das einzige Land auf seiner Route, bei dem ihn seine Mutter bat, alle zwei Tage Bescheid zu geben, ob er noch lebt.

„Da gibt es eine Parallele: Kolumbien hat auch einen schlechten Ruf in der Welt, jeder denkt sofort an Kokain, Drogenbosse und Verbrechen. Dabei hat das Land so viel zu bieten. Hohe Berge und Traumstrände, phantastische Natur und lebendige Städte. Aber viele haben Angst, hinzufahren.“

„Ich hatte schon Gäste, die ihren Eltern ihr Reiseziel verschwiegen haben“, sagt Saeed.

„Die Leute denken, im Iran wartet an jeder Ecke ein Terrorist und ständig verbrennen Demonstranten USA- und Israel-Flaggen. So ein Quatsch.“ Er macht in einem Samowar schwarzen Tee. Eine enge Küchenzelle trennt die beiden Zimmer der schlauchartigen Wohnung.

Auf Regalen liegen Muscheln aus dem Persischen Golf, ein Zauberwürfel, Jonglierbälle und eine beträchtliche Sammlung ausländischer Münzen. Cents, Pence, Lire, Rupien, Pesos. Die Haustür ist mit Alufolie blickdicht verklebt, nach hinten raus hat die Wohnung ein Fenster, das mit Pappe abgedeckt ist, und eine Tür zu einem Innenhof, verborgen hinter einem dunkelroten Vorhang. Eine typische iranische Wohnung, gesichert vor neugierigen Blicken: Von außen kann niemand erspähen, was drinnen geschieht.

„Die Polizei hier ist allerdings unangenehm“, sagt Cristian. „In Teheran saß ich mit einem iranischen Freund auf einer Bank, dann kamen zwei Beamte und machten Fotos von uns. Sie sagten kein Wort, wahrscheinlich wollten sie uns nur einschüchtern.“

„Ich erwarte jeden Tag, dass die Polizei vor meiner Tür steht wegen der ganzen Besucher“, sagt Saeed. „Ich bin darauf vorbereitet. Aber bis dahin werde ich so viele Gäste haben, wie ich will.“

Modern Talking

Funman

Einen ganz besonderen Gastgeber erlebte ich am Kaspischen Meer im Norden Irans, wir sind jetzt beste Freunde. Hier stellt er sich per Selfie-Video vor.

Der freieste Mensch, den ich auf meiner gesamten Iranreise treffe, ist 53, trägt Schnurrbart und Khakiweste und heißt Mohamed. Erheblich besser passt der Spitzname, mit dem er seine E-Mails unterzeichnet: Funman.

Wir treffen uns vor einer Eisdiele in Abbas Abad, einer kleinen Ortschaft am Kaspischen Meer, die zum Großteil aus einer Hauptstraße mit angrenzenden Häuserreihen besteht.

„Ich liiiebe Eiscreme!“

verkündet Funman, er schreit die Worte heraus, sein Stimmorgan scheint nicht auf leise Töne ausgelegt zu sein. „Warum sind so viele Menschen unglücklich oder gestresst? Ein Eis reicht doch schon, um glücklich zu sein“, ruft er, als er mit zwei vollen Bechern von der Theke kommt. „Und genau das ist das Wichtigste im Leben: Spaß haben!“ Wir kennen uns gerade mal eine Minute, doch schon steht die Losung für die nächsten Tage.

„Heute Abend bin ich auf einer Hochzeit eingeladen. Mein Sohn ist nicht da, willst du dafür mitkommen?« Dann mustert er mich skeptisch von Kopf bis Fuß. Nach mehr als sechs Wochen unterwegs wäre ich ein geeigneter Darsteller für eine Waschmittelwerbung. Für die „Vorher“-Bilder. „Hast du was Passendes zum Anziehen?“

Der Shop ist eine kleine Snackbude mit Plastiktischen und Landkarten an der Wand. Funmans Frau Mahboube kocht dort Ash-Suppe in einem großen Topf, die sie in Plastiknäpfen serviert. „Auf der Hochzeit stelle ich dir ein paar Freunde vor. Und du wirst viele schöne Mädchen kennenlernen. Um neun geht’s los!“, ruft Funman.
 
 

Foto: http://minaesfandiari.com

Foto: http://minaesfandiari.com

Foto: http://minaesfandiari.com

Foto: http://minaesfandiari.com

„Nein, lieber um acht“, korrigiert Mahboube mit sanfter Stimme. Sie ist sehr konservativ gekleidet und strahlt große Gelassenheit aus, größer könnte der Gegensatz zu ihm kaum sein. Ich gebe den beiden eine Packung Walnusskekse als Gastgeschenk, meine Marzipanvorräte sind längst aufgebraucht.

„Ich liiiebe Süßigkeiten, woher wusstest du das?? Danke! Ich gebe keinem was ab!“

ist die Reaktion des Hausherrn. Weiter im O-Ton: „Willst du ins Internet? Komm, ich füge dich als Freund bei Facebook hinzu! Ich brauche Musik! Meine Frau findet, ich bin zu laut. Aaah, Radfahrer!“ Er rennt raus, weil auf der Hauptstraße ein paar Sportler auf Mountainbikes vorbeikeuchen. Mein Gastgeber hat die Gemütsruhe eines Wespenschwarms, dem soeben jemand einen Stein ins Nest geschmissen hat.

„Ich liiiebe Radfahrer“, erklärt er, als er zurückkommt. „Ich bin bei ,Warm Showers’ angemeldet, das ist eine Plattform nur für Radler, die eine Unterkunft suchen.“ Insgesamt 300 bis 400 Besucher habe er in den letzten zweieinhalb Jahren bei sich untergebracht.

Rosinenschnaps

Die Hochzeit im Vazik-Hotel ist ein rauschendes Fest mit ein paar Hundert Besuchern in Anzügen und Abendkleidern. Und einem Besucher in Jeans und schwarzem Hemd. Auf dem Parkplatz steht ein polierter weißer Hyundai mit Blumengesteck auf der Motorhaube, eine Art Pavillon führt zu einem Speisesaal und zu einem achteckigen Raum mit Tanzfläche.

Die meisten Frauen tragen keine Schleier, sondern gewagt kurze Röcke und Absätze jenseits der Zehn-Zentimeter-Marke. Das ist natürlich gegen die Regeln, das Brautpaar wird aber vorgesorgt haben. Mit einem stattlichen Bündel Geldscheine lässt sich bei der örtlichen Polizei aushandeln, dass sich einen Abend lang keine Streife zum Vazik verirrt.

Davon profitiert auch eine Gruppe Männer, die an der anderen Seite des Parkplatzes an Holztischen sitzt. Funman dirigiert mich dorthin, stellt mich einigen Bekannten vor. Schon sitzen wir mittendrin, und ein junger Mann mit besonders ordentlicher Frisur und besonders feinem Anzug schenkt Rosinenschnaps ein, der nur mit Delster-Limonade gemischt genießbar ist.

Gruppenfotos werden gemacht, lediglich der junge Kerl mit der Flasche will nicht ins Bild. »Der ist bei der Marine«, erklärt Funman. Er hat Angst, weil ein Saufpartyfoto bei Facebook oder Instagram ihm Ärger bringen könnte. Ein anderer kommt mit glasigen Augen auf mich zu und küsst mich dreimal auf die Wange.

„Ich wollte schon immer mal einen Deutschen küssen“, lallt er und hebt den Arm zum Hitlergruß, der Schwung bringt ihn fast aus dem Gleichgewicht.

„Aber ich bin nicht schwul!“

Ein Freund schiebt ihn weg: „Kümmer dich nicht um ihn, der ist verrückt.“

Die Drinks sind stark wie Benzin und von zweifelhafter Qualität, ich bin ganz froh, dass wir nach drei Schnäpsen in den Tanzraum wechseln. „Lass uns sehen, wie die junge Generation auf dich reagiert“, sagt Funman.
 
 
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Sie reagiert zunächst gar nicht. Aber ich bin ganz zufrieden, einfach von einem der in Seidenstoffe gehüllten Stühle das Geschehen zu beobachten. Gerade muss das Paar allein Tango und Walzer tanzen. Der Mann ist etwa drei Köpfe größer als die Braut, sie wirkt ein bisschen verkrampft und schwitzt in ihrem vielschichtigen Hochzeitskleid. Direkt hinter mir steht der DJ, ein Typ mit Bodybuilder-Oberarmen, der ständig irgendwas ins Mikro brüllt. Die Anlage ist lauter aufgedreht als in den meisten deutschen Clubs, Funman stellt sich direkt vor die Box.

„Ich mag laute Musik“, brüllt er. „Los, geh auf die Tanzfläche!“

 

* * *

Infos & Empfehlungen

Mehr Informationen zu Büchern und Lesungen von Stephan Orth: stephan-orth.de

Couchsurfing im Iran Stephan Orth
Couchsurfing im Iran
Es ist offiziell verboten. Trotzdem reist Stephan Orth als Couchsurfer kreuz und quer durch den Iran, schläft auf Dutzenden von Perserteppichen, erlebt irrwitzige Abenteuer – und lernt dabei ein Land kennen, das so gar nicht zum Bild des Schurkenstaates passt. Denn die Iraner sind nicht nur Weltmeister in Sachen Gastfreundschaft, sondern auch darin, den Mullahs ein Schnippchen zu schlagen.
 
Opas Eisberg: Auf Spurensuche durch Grönland
Opas Eisberg: Auf Spurensuche durch Grönland
Im Sommer 1912 gelingt einer kleinen Schweizer Expedition die Durchquerung und Vermessung des grönländischen Inlandeises. Unter den Teilnehmern: ein junger deutscher Architekt, der die Pionierleistung ebenso akribisch wie geistreich festhält. 100 Jahre später fällt das Tagebuch in die Hände seines Enkels Stephan Orth, der seinen abenteuerlustigen Großvater nie kennengelernt hat. Nach der Lektüre steht für ihn fest: Es ist an der Zeit, das Versäumnis nachzuholen – und wenn er dafür selbst eine Expedition wagen muss, die an die Grenzen seiner Kraft geht…

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Eine Episode von

Couchsurfing im Iran

Stephan Orth

Stephan Orth arbeitete von 2008 bis 2016 als Redakteur bei Spiegel Online, dann kündigte er seinen Job und machte sich als Reporter und Buchautor selbständig. Seit mehr zehn Jahren nutzt er Couchsurfing auf fast jeder Reise, in mehr als 30 Ländern hat er bei Einheimischen übernachtet. Mit „Couchsurfing im Iran“ war er mehr als 70 Wochen in der Bestsellerliste vertreten. Im März 2017 erschien der Nachfolger „Couchsurfing in Russland“.

Leserpost

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  • Mandy // Movin'n'Groovin on 29. März 2015

    Großartig! Jetzt will ich unbedingt in den Iran reisen, einfach nur um Funman kennen zu lernen. :-)

    Antworten
    • Stephan on 31. März 2015

      Fahr unbedingt hin! Und bestell‘ ihm schöne Grüße von mir! :-)

  • Judith on 29. März 2015

    Irgendwas faszinierendes, mir unerklärliches, scheint e an Brother Louie zu geben. das lied schafft es jedenfalls um die Welt, ich wurde einst um 4 Uhr morgens im Salar de Uyuni davon geweckt und das gesamte Küchenteam hat lautstark mitgesungen. freunde von funman?

    Antworten
  • Manuel on 29. März 2015

    Ein toller Beitrag und macht Lust auf mehr!
    Wir (meine Partnerin in ich) kommen auch bald in den Iran, bei unserer Reise entlang der Seidenstraße Richtung China und wir freuen uns auch schon unglaublich darauf. Ich glaube ich werde mir dein Buch vorher auch nochmal genauer ansehen, als Vorbereitung und Einstimmung :)

    Antworten
    • Stephan on 31. März 2015

      Freut mich! Viel Spaß auf der Reise, klingt großartig! War im November noch in den Seidenstraßen-Orten Kashgar und Ürümqi in China, auch total spannend dort.

  • Lea on 30. März 2015

    Ohrwurm!

    Ich habe die letzten Tage die ersten Kapitel im Buch gelesen… eine schöne Ergänzung mit Live-Lesung und Einblicken!

    Antworten
  • Johannes on 30. März 2015

    Toller Bericht, Danke!

    Antworten
  • Chris on 1. April 2015

    Toller Reisebericht und ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Die gastfreundlichsten Menschen, die man sich nur vorstellen kann. Es ist zum Beispiel bei der Benutzung eines Taxis nicht selten üblich, dass der Fahrer am Ende der Fahrt sagt, dass die Fahrt auf ihn gehe – natürlich ist dies nur eine Floskel, aber es sagt doch eine Menge über das generelle Miteinander in diesem Land aus. Und wenn man dann nach zweimaligem „Nein, ich nehme es nicht“ – „Doch bitte nimm das Geld“-Diskussionen aus dem Taxi aussteigt, fühlt man sich doch weitaus besser, als bei einer Fahrt in Berlin, wo man bei jeder zweiten Fahrt versucht wird, über’s Ohr gehauen zu werden.

    Antworten
  • Hubert on 3. Mai 2015

    Hi Stephan,
    habe Dein Buch gelesen. Faszinierend, lebendig beschrieben. Wir waren 2014 im Iran – allerdings organisiert – und haben auch die hohe Gastfreundlichkeit und Offenheit erlebt. Wir hatten auch unsere Erlebnisse, aber nicht ganz so spektakulär wie du sie erlebt hast.
    Gruß aus Vöhringen-Illerberg
    Hubert Günther

    Antworten
  • Corinna on 13. Oktober 2015

    Lieber Stephan,
    letzten Sommer habe ich mit meinem Verlobten dessen Familie im Iran zwei Wochen lang besucht und dabei eine unglaublich aufregende Zeit erlebt.
    In den Städten Tehran, Isfahan, Fouman und Masouleh hatte ich unglaublich viel Spaß.
    Nach einer Houseparty, einem rießigen Stau und einem leichten Autounfall (bei dem die Frage nach Schuld und Vorfahrtsregeln wohl auf ewig ungeklärt bleiben wird) war mir klar: dieses Land mit all seinen vielfältigen Charakteren, wunderschönen Landschaften und beeindruckenden Sehenswürdigkeiten ist einfach unbeschreiblich!
    In 15 Tagen konnte ich mich mit ein paar „Überlebenstricks“ selbst in öffentlichen persischen Toiletten und mit Hilfe einer praktischen Kopftuchbefestigung ganz gut durchschlagen :)
    Gerade Deutsche werden unglaublich gastfreundlich behandelt und die Neugier und das Interesse, gerade nach Deutschland, sind rießig.
    Ich kann es kaum erwarten, zurückzugehen um weitere Städte zu besichtigen.
    Ich bin froh, dass Menschen wie du „fremde Welten“ für Andere erschließen und die eigenen Eindrücke weitergeben und darüber berichten. Ich denke, das ist schon viel, was wir hier vor Ort tun können, um vielleicht wenigstens einige Vorurteile abbauen zu können!
    Dein Buch hat mir sehr gut gefallen und ich freue mich schon jetzt auf viele weitere Städte Irans, die du beschrieben hast und die ich einmal selbst sehen will.
    Anschließend noch eine Frage: Wo bekomme ich denn Karten für deine Lesung in Kaiserslautern?
    Liebe Grüße :)

    Antworten
  • Ebi on 17. November 2015

    Hallo Stephan,

    dein Buch ist ein Grund dafür, warum mein Kumpel und ich über Weihnachten in den Iran reisen wollen.
    Wir wollen für 2 Wochen ein Auto mieten, und von Norden nach Süden einige Städte besichtigen. Natürlich würden wir auf 2 weiteren mitreisenden uns freuen. Wir werden von Stuttgart fliegen wollen. Und Reisebeginn ist um 20.12.2015

    Gruß
    Ebi

    Antworten
  • Ramin on 25. November 2015

    Mein Vater ist Iraner, aber nach Deutschland geflohen. Leider war ich noch nie im Iran, will aber unbedingt einmal dorthin. Mit deinem Buch hat es sich für einen Moment so angefühlt, als wäre ich dort. Danke. :)

    Antworten
  • Thomas Stein on 24. Dezember 2015

    Hallo, klasse Buch, wann kommen Sie in die Nähe von Göttingen um eine Lesung zu machen?
    Danke für die Rückmeldung

    Antworten
  • Ahmad on 29. Dezember 2015

    Antworten
  • Manfred Pradka on 22. April 2016

    Lieber Herr Orth,
    es ist das Vorrecht der Jugend zu erleben, wie man die Welt erleben will. Man ist jung,
    1.90 Meter groß und voller attraktiver Männlichkeit („handsome“, – wie die naive Iranerin sagen würde). Prädestiniert für den Erfolg, wohin einem auch die Füße tragen mögen und sei es auf die Couch hübscher Iranerinnen, die sich dann aber doch nicht zu Ihrem Leidwesen trauen. Schade, viele trauen sich! Dazu noch Spiegel-Reiseressort Mitarbeiter, na, wenn das keinen Spiegelbestseller gibt! So einfach ist alles, ein bisschen Romantik, ein bisschen Respekt, keine Spur von Angst, warum auch, und es bleibt nur die Frage, was wollen Sie eigentlich mit den Erlebnissen im Iran „irrwitziger Abenteuer“ kommunizieren?
    Ich habe 7 Jahre als Geschäftsführer einer großen deutschen Chemiefirma von 1994 bis 2000 im Iran gelebt und das Land in allen Himmelsrichtungen durchquert, nicht um zu erfahren, ob man Alkohol, Drogen oder Sex bekommen kann und wo und mit welchem Risiko, sondern um die Schönheiten des Landes und seiner vielfältigen Kultur kennen zu lernen. Dazu bedurfte es nicht eines sich selbst auf die Schulter zu klopfen und der Feststellung, was bin ich doch für ein toller Kerl! Ihre Beschreibung dieses Landes und seiner Menschen klingt doch arg pubertär und glauben Sie mir, 1993 als ich das erste Mal in das Land reiste bzw. dann 1994 mit meiner beruflichen Übersiedlung nach Teheran, hätten Sie noch ein anderes Land erlebt. Im Übrigen hätten Sie sich mit Ihrer Kollegin Frau Christiane Hoffmann austauschen können, deren Blickwinkel vom Iran, den sie eine gewisse Zeit in der FAZ darstellen durfte, bevor sie zum „Spiegel“ wechselte, war auch oft sehr von mangelnder Kenntnis und gehöriger Subjektivität geprägt und auf Quellen beruhend, die zu ihrer ständigen Verfügung standen, gleich, um was es ging, was nicht gerade zur Erleuchtung der realen Situation beigetragen hat. Nehmen Sie mir meine Kritik aber nicht übel, aber unter einem „Bestseller“ verstehe ich nicht nur etwas was man gut verkauft, sondern mehr Seriosität und Kenntnis über ein Land dieser Kategorie. Ich habe, um abzuschließen, lange Jahre in Lateinamerika, Afrika und dem Nahen Osten gelebt und gearbeitet seit ich 2000 in den Ruhestand ging. Ich bin also auch ein bisschen herumgekommen. Allerdings habe ich es auch nicht für möglich gehalten, wie heute die Frauen, vor allem in Teheran, herumlaufen. Ich warne Sie aber, man weiß alles von Ihnen und Ihren Gastgebern, täuschen Sie sich nicht und die allgemeine Situation kann morgen schon eine völlig andere sein. Auffallend ist ohnehin schon die Einstellung von 7000 neuen Sittenwächter in Teheran und die Stille um Rohani und seinen Leuten bzw. die Angriffe Chameneis auf Rafsandjani. Sie haben in Ihrem Buch vergessen zu erwähnen, was „Ketman“ oder Taky-a bedeutet.
    Bis zu einem gewissen Grad war Ihr Bericht aber sehr erfrischend.
    Mit freundlichen Grüßen
    Manfred Pradka
    Klara-Mayer-Straße 22
    55294 Bodenheim

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  • Couchsurfing: hacer del alojamiento una experiencia única - Road to Nowhere on 10. Mai 2016

    […] plataforma les abre una puerta al mundo de Occidente por la cual sienten una inmensa curiosidad. Stefan Orth vive este fenómeno de primera mano y gracias a Couchsurfing, descubre lo que es realmente la vida […]

    Antworten
  • sajad on 5. November 2016

    HI great narrative hope to see u in Iran again and Isfahan i have account in cs send and email

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