Loading...

The Travel Episodes

Heimkehr

Das Ende einer Reise

Eineinhalb Jahre leben aus dem Rucksack, immer in Bewegung. Aylin Berktas und Stefan Krieger erkennen: Die Rückkehr macht mehr Angst als der Aufbruch.

Zurück in Deutschland. Eineinhalb Jahre sind wir gereist. Ununterbrochen. Wir kehren voller Eindrücke zurück. Haben gemeinsam Höhen und Tiefen des Reiselebens durchlaufen. Wir pflegten einen Lebensstil, der sich radikal unterscheidet von unserem Leben vor der Reise, das von Routine geprägt und von unseren Jobs dominiert war.

Eineinhalb Jahre schrieben wir regelmäßig Reiseberichte, versuchten zu reflektieren und auch dem ganzen Gefühlscocktail des Langzeitreisens Ausdruck zu verleihen. Jetzt sind wir wieder daheim.

In der Regel enden Reiseberichte dort, wo die Reise aufhört. Doch diesmal nicht.

„Die Reise ist eine Zäsur. Es gibt nun ein Vorher und ein Nachher. Und alles dazwischen.“

 
 
Autorenfoto4-3
 
 
Gerade jetzt, finden wir, tun sich doch die spannendsten Fragen auf. Hat uns die Reise verändert? Was hat sie uns gelehrt? Worauf freuen wir uns jetzt? Wovor haben wir Angst? Was bedeuten für uns eigentlich die Begriffe „Fernweh“ und „Heimat“, mit denen in Reiseberichten so gerne jongliert wird?
 
 

Warum sind wir losgezogen?

Reisen ist ja zunächst ein recht vages Konzept: Verschiedene Menschen reisen aus verschiedenen Gründen, etwa um kulturelle Erfahrungen zu machen oder um sich zu erholen. Erst aus dieser individuellen Motivation heraus wird das Reisen zur sinnvollen Handlung. Viele Fernreisende spüren gerne dem größtmöglichen Gegensatz zum Vertrauten nach.

Mich treibt vor allem eines an: der Abgleich der Realität mit meinen eigenen Wirklichkeitsvorstellungen. Immer wieder auf dieser Reise widerlegten neue Erfahrungen die vorherrschenden Bilder in meinen Kopf. Natürlich war meine Motivation auch, an dieser Reise persönlich zu wachsen. Die Idee: Mich auf unbekanntem Terrain zu beweisen und dadurch Grenzen zu verschieben.

Gelebte Freiheit

Unser Reiserhythmus war wie wir: unstet. Mal sind wir schnell gereist, zeitweise aber auch extrem langsam. Im Vorfeld legten wir nur eine grobe Route für die ersten Monate fest, was sich als glücklicher Schachzug herausstellte. So standen wir praktisch schon mit einem Bein in Indien, als wir, einem spontanen Instinkt folgend, kurzerhand nach Nepal abdrehten. Es stellte sich heraus, dass das Reisen für uns sehr viel mit gelebter Freiheit zu tun hat. Die unbegrenzte Selbstbestimmung und vor niemandem die eigenen Entscheidungen rechtfertigen zu müssen, machte unser Projekt Weltreise so reizvoll.

Langzeitreisen werden oft zu Selbstfindungstrips hochstilisiert, was auf unsere Reisemotivation nicht zutraf. Klar, wir wollten unseren Horizont erweitern. Wir wollten schlichtweg mehr Dinge wissen und können als vorher. Allerdings mussten wir kein traumatisches Ereignis verarbeiten oder uns auf die Suche nach der eigenen Identität begeben.

Wir waren vor der Reise schon glückliche Menschen und sind es jetzt immer noch.

Trotzdem tat sich plötzlich unheimlich viel Zeit vor uns auf, als wir quasi über Nacht raus waren aus der vielzitierten Tretmühle. Diese gewonnene Zeit war ein echter Segen: nach und nach wurden wir ruhiger, gelassener, als wir begriffen, dass wir tatsächlich keine äußeren Zwänge mehr hatten. Die freie Zeit eröffnete plötzlich auch Freiräume im Kopf: So entstanden und wuchsen neue Hobbies, wir philosophierten stundenlang über dieses und jenes.
 
 
destinationunknown1
 
 
Als wir die Reise planten, hatte ich spektakuläre Bilder vor Augen: Wir am Traumstrand, wir im Hochgebirge, wir im Dschungel. Ich war hochmotiviert, wollte einfach alles machen, alles erleben, alles aufsaugen. Das ist ja auch erst einmal relativ normal: Grenzenlose Vorfreude auf diese, so dachte ich damals, Once-in-a-lifetime-Erfahrung. Klar, ich hatte es vorher nicht vollkommen ausgeblendet, doch während der Reise wurde immer klarer: Niemand schlägt sich die ganze Zeit durch den Dschungel oder stapft im Schneesturm im Gebirge umher. Viel Zeit verwendeten wir auf alltägliche Dinge. Besorgten uns was zu essen, suchten eine Wäscherei oder „gingen kurz ins Internet“.
 
 
1,5 Jahre auf Weltreise
 
 
Es liegt ja in der Natur des Reisens und ist dennoch eine erwähnenswerte Erkenntnis: die stete Fortbewegung wirft immer wieder sehr grundlegende Fragen auf.

Wo schlafe ich? Was esse ich? Wem kann ich vertrauen?

Kombiniert mit der Tatsache, dass die rein geographische Orientierung parallel erfolgen muss, kostet das mehr Kraft als mir vorher bewusst war. Sowohl die Abstinenz von Routine als auch von Vertrautem unterschätzte ich. Wenn jeder Tag anders ist, wenn es keine festen Strukturen im Leben gibt, kann das sehr ermüdend sein. Mit zunehmender Reisedauer schufen wir, eigentlich unbewusst, kleine Oasen der Beständigkeit: Filme auf dem PC schauen, selber kochen, lange Kaffee trinken, schreiben…

Was mir zunehmend schwerfiel: Weiterzuziehen, wenn gerade etwas Schönes entsteht; sei es eine Freundschaft, eine Lieblingsbar oder wenn ich meinen Rhythmus in einer neuen Umgebung gefunden hatte. Mit zunehmender Reisedauer verlor ich die Lust, ständig wieder bei Null anzufangen. Auch wenn die Menschen, die wir kennenlernten, noch so nett waren – ich sehnte mich nach denen, die mich schon kennen, bei denen ich an etwas anknüpfen kann, eine gemeinsame Geschichte teile.

* * *

Kapitel 2 / Stefan

Erkenntnisse

Was bleibt von einer Reise? Und gibt es sie überhaupt, die ganz großen Reiseerkenntnisse?

Es ist schwer zu sagen, welche Persönlichkeitsentwicklungen auf die Reise zurückzuführen sind. Wir wären ja (hoffentlich) in unserer Entwicklung nicht einfach stehengeblieben, wenn wir die letzten eineinhalb Jahre in Deutschland verbracht hätten. Man gewinnt ja „auch so“ stetig an Lebenserfahrung. Auf einer Langzeitreise bewegt man sich allerdings auf einem dafür besonders fruchtbaren Nährboden. Deshalb haben wir in diesem Kapitel ein paar Erkenntnisse zusammengetragen, die nur während dieser Reise möglich waren. Eins vorweg: es gab so viele Erkenntnisse, dass man sie unmöglich alle zusammentragen kann. Je mehr wir reisten, umso größer und umso reicher wurde die Welt. Wir haben vor allem gelernt, dass es noch viel zu lernen für uns gibt.

Die gesellschaftliche Erkenntnis

Endlich normale Probleme

Als Angehörige der westeuropäischen Wohlstandsgesellschaft haben wir in unserem Alltag mit eher abstrakten Schwierigkeiten zu kämpfen. Wie kann ich die Zahlen im Meeting verantworten? Hol´ ich mir einen Mac oder einen PC? Lohnt sich die Getränkeflat im Fitnessstudio? So ungefähr – grob vereinfacht gesagt.

Auf Reisen ist man gezwungen, sich mit echten, realen Problemen oder Bedrohungen auseinanderzusetzen. Ist mir mein Gegenüber wohlgesonnen? Wie verständige ich mich, wenn keiner meine Sprache spricht?

Wie reagiere ich, wenn mich jemand überfällt? Beißen mich in diesem Bett Wanzen? Man ist oft, vor allem unbewusst, damit beschäftigt, Antworten auf solche Fragen zu finden. Genau an diesem Punkt kommen viele Erkenntnisse zusammen. Zum einen ist es bemerkenswert, wie weit unsere vertraute Gesellschaft zuhause entfernt ist von natürlichen, realen Herausforderungen, die die Menschen anderswo beschäftigen. Man hat Kenntnisse in Excel, jedoch keine Ahnung wie man überlebt, wenn eine Meute aggressiver Straßenhunde auf einen zu rennt.
 
 
Kathmandu_14
 
 
Zum anderen liegt grundsätzlich viel Aufregung darin, sich auf welche Art auch immer derart ursprünglichen Herausforderungen zu stellen: wenn man unsicher wird, gewisse Situationen schwer „lesen“ kann, weil man in der Kultur fremd ist. Doch hier entstehen genau die Geschichten, die man rückblickend am spannendsten findet, die auch die Intensität einer Reise maßgeblich prägen.

„Wir liefen bereits zwei Stunden durch die Dunkelheit, offensichtlich hatten wir uns verlaufen, als ein Auto dicht an uns heranfuhr. Der Fahrer bot uns an einzusteigen, doch wir konnten schwer einschätzen wie vertrauenswürdig er war.“ So etwas erzählt man sich noch Jahre später. „Wir nahmen die Fähre zur Liberty Island. Die Freiheitsstatue sah beeindruckend aus“ dagegen löst kaum Emotionen aus. Ist es nicht irre, dass die Randnotizen, die vom Scheitern, von Bedrohungen und von Unsicherheit erzählen, spannender sind als jene Erlebnisse, wegen der wir die Reise überhaupt angetreten hatten?

*

 
 
IMG_0897
 
 

Die traurige Erkenntnis

In der Fremde ist man selbst der Fremde

Als Reisender bewegt man sich immer in einem Vakuum. Ganz gleich, wie gut die Vorbereitung auf das Reiseland war, wie viel Reiseliteratur vorher studiert wurde, man wird immer als Fremder wahrgenommen und dementsprechend anders behandelt. Das ist auch zunächst mal nicht schlimm und zum Glück wurden wir überall auf der Welt warmherzig und offen empfangen. Letztlich ist jedoch die reifste Erkenntnis, die man nach dem Besuch einer fremden Kultur erlangen kann, oft die der eigenen Unwissenheit. Man kann beobachten, sich unterhalten, sich „ein Bild“ von der Lage machen. Doch bleibt man ein Betrachter von außen und interpretiert lediglich aus dem eigenen Erfahrungsschatz, der eigenen Sozialisation und damit aus der eigenen Beschränktheit heraus. Aussagen wie „Die Menschen hier sind total glücklich, obwohl sie so wenig besitzen“, halte ich für sehr gewagt. Es gibt Ethnologen, die jahrelange Forschungsaufenthalte in fremden Kulturen nahezu ergebnislos abbrachen, da sie als Fremde keinen echten Zugang fanden.

*

 
 
IMG_2570
 
 
Die Selbsterkenntnis

Wir mögen Äpfel, Birnen und exotische Früchte

Das Internet ist voll von Reisetypologien. Es scheint, als solle sich jeder irgendwo zuordnen, sobald er aufbricht. Backpacker? Flashpacker? Couchsurfer? Pauschaltourist? Aussteiger? (Digitaler) Nomade? Es gibt Menschen, die lassen sich das Wort „Tourist“ nicht gefallen, sondern sind immer nur Reisende. Ein bisschen verstehe ich das: Natürlich will derjenige, der enormen Aufwand betreibt und an seine eigenen Grenzen geht, um eine fremde Kultur kennenzulernen, nicht mit dem bequemen Pauschaltouristen verglichen werden. Das sind ja auch wirklich Äpfel und Birnen. Allerdings, und das ist eine entscheidende Erkenntnis: Die Bereitschaft während dieser Reise, in jede der oben genannten Rollen irgendwann einmal zu schlüpfen, hat diese wirklich bereichert. Monotonie ist nie inspirierend und der Ausbruch aus einer Routine kann sogar beim Reisen eine durchaus beflügelnde Wirkung haben. Manchmal hatten wir Lust auf Äpfel, manchmal auf Birnen und manchmal sogar auf ganz exotische Früchte.

*

 
 
IMG_0336
 
 
Die kulturelle Erkenntnis

Zeit ist nicht immer Geld

Es ist der grundsätzliche Umgang mit Zeit, der überall neu erlernt werden muss. In fast jedem Land wird anders mit Zeit umgegangen, wir haben allerdings festgestellt, dass fast nirgends so schnell gelebt wird wie in Deutschland. Der Klassiker: die Bushaltestelle und minutengenaue Fahrpläne. In Indonesien steckten wir einmal zwei Tage in einem Städtchen namens Pare Pare fest, weil sich nicht ermitteln ließ, wann ein Bus abfährt. Die Ironie: Wir saßen an diesen zwei Tagen mit den Beamten der Verkehrsbehörde zusammen, die uns nicht helfen konnten. Dafür kochten sie für uns, riefen Bekannte an, die sich zu uns gesellten, offensichtlich genossen alle die Anwesenheit zweier Exoten, Fotos wurden geschossen. Als Tag eins sich dem Ende neigte, trotteten wir mit unseren Rucksäcken zurück in die Unterkunft. Die Beamten gaben uns noch die Empfehlung mit auf den Weg, wir sollten am nächsten Tag lieber an der Hauptstraße stehen, manchmal habe der Busfahrer keine Lust zum Busbahnhof zu fahren.

Aus Deutschland ist man es ja gewohnt, Anerkennung dafür zu bekommen, besonders beschäftigt zu sein. Selbst kleinste Zeitfenster müssen sinnvoll ausgefüllt werden.

Time is money?

Einfach nur nichts zu machen, Zeit zu verschwenden, ist nicht gerade respektabel. In vielen Ländern auf unserer Reise war das genau umgekehrt: Jener, der sich zu viel Arbeit aufhalst, der keine Zeit für Gespräche, seine Familie oder Erholung aufbringt, ist doch ein bemitleidenswerter Sonderling. Unseren Tag in der Verkehrsbehörde werten wir (mittlerweile) nicht als verlorenen Tag: Wir saßen doch mit netten Leuten zusammen, hatten Zeit für Gespräche und aßen gemeinsam.

Wer ständig über Zeitmangel klagt und sich über jede freie Minute freut, wird das vielleicht zunächst schwer nachvollziehen können. Aber auch zu viel Zeit zu haben kann sich unter Umständen belastend anfühlen. Eine Langzeitreise ist ja zunächst einmal nur ein riesiger leerer Zeitraum, den man selbst mit Aktivitäten füllen muss. Man ist ständig damit beschäftigt, sich neue Reiseziele, Aktivitäten und Aufgaben zu suchen. Dabei keine Fristen zu haben, hat uns manchmal zu Trägheit verführt. Immer, wenn wir unendlich Zeit hatten, verlernten wir diese zu schätzen. Manchmal schien es daher sinnvoll, uns selbst Ziele zu setzen und künstliche Zeitlimits einzubauen. Als wir unseren Rückflug gebucht hatten, sind wir plötzlich wieder wesentlich zackiger unterwegs gewesen und haben unsere Tage sehr bewusst eingeteilt. Die Zeit hatte plötzlich wieder einen Wert.

* * *

Kapitel 3 / Aylin

Wir haben keine Angst. Oder?

„Man muss vor nichts im Leben Angst haben,
wenn man seine eigene Angst versteht.“
Marie Curie

Große Augen. In Falten gelegte Stirn. Und dann: „Mensch, Du bist ja mutig!“ So oder ähnlich reagierten viele, als ich verkündete, dass ich meinen Job kündige, um anschließend auf Weltreise zu gehen. Das sagt natürlich viel mehr über die jeweilige Person aus als über mich. Meistens kam dann noch ein „Ich würde das ja gern auch mal machen, ABER…“ hinterher geschoben und dieser Konjunktiv verwies dann wahlweise auf Jobsicherheit, abzuzahlendes Eigentum, Versicherungen, die Rente, das wenige Geld (gern von Leuten, deren Einkommen definitiv über dem bundesdeutschen Durchschnittseinkommen liegt), die gängigen Verpflichtungen, die Gefahren im Ausland und und und. Ganz gleich, was dem ABER folgte – bricht man die Aussagen herunter, dann lag ihnen doch immer Angst zugrunde. Und ich fragte mich:

Bin ich tatsächlich mutig, ohne es
selber zu wissen?

 
IMG_2209
 
 
Rückblick: Tatort Küchentisch
Das Jahr 2012 neigt sich dem Ende, Weihnachten steht vor der Tür. Es ist Sonntagabend, das Wochenende ging wieder zu schnell vorbei. Stefan sitzt am Küchentisch und schnippelt Zucchini während ich den Abwasch erledige, damit wir noch rechtzeitig den Tatort schauen können.

„Wollen wir denn nun in Hamburg bleiben?“ Diese Frage steht schon länger im Raum. Meinen ersten Job nach der Uni trat ich vor einem Jahr an. Stefan arbeitet schon seit über zwei Jahren. „Und was ist mit der Wohnung? Wenn wir uns irgendwo niederlassen, wäre ein Balkon super.“ Unsere Studentenbude ist gemütlich, aber mittlerweile leben wir schon seit vier Jahren auf 43 Quadratmetern. Dazu gesellen sich Fragen der beruflichen Weiterentwicklung, Lebensplanung und der ganze Kram, der zum „vernünftigen“ Erwachsenenleben dazu gehört. Wir sind schließlich keine 20 mehr. Irgendwann drängt sich dann die Frage aller Fragen zwischen Zucchini und Abwasch: „Wann machen wir dann noch unsere Reise?“ Hm. Grübeln. Wir teilen diesen vagen Wunsch, irgendwann mal auf eine große Reise zu gehen, ohne Endtermin, mit Neugier im Gepäck aber ohne fixen Plan. Rasch ist klar, jetzt und nicht irgendwann ist der beste Zeitpunkt. Oder eben nie.

Meine Eltern finden sich ziemlich schnell mit meinen eigensinnigen Plänen ab, die zukünftigen Ex-Kollegen gewöhnen sich an den mich ersetzenden Kollegen, unser weniges Hab und Gut verschwindet in blauen Säcken. Bestätigungen über Kündigungen flattern ins Haus, der Vorratsschrank wird leer. Und ich habe: keine Angst. Die Abnabelung von allem Fixem, von Verträgen, Materiellem, von Mitgliedschaften und Abos, ist ein freudiger, erwartungsvoller Prozess. In dieser Phase – es war passenderweise ein überaus angenehmer Hamburger Sommer – war nur Raum für Vorfreude, für Neugierde, für Aufbruchstimmung und Euphorie.

Während mir die Entscheidung für diese Reise recht leicht fiel, merkte ich erst unterwegs, was meinen unfreiwilligen Mut erforderte: Zurückzukehren.

Und da hatte ich sie also entdeckt – meine Angst.

Sie ist keine ganz unbekannte Gefährtin, dieses hässliche Gefühl von Zukunftssorge und Orientierungslosigkeit. Sie kam bereits während meines Studiums herangeschlichen, vielleicht ein Symptom meiner Generation: der Fragenden, der Suchenden, der Desillusionierten und trotzdem optimistisch Hoffenden. Immer auf dem Grat zwischen arbeitsmarktorientiertem, verwertbarem Wissen und selbstverwirklichendem Neigungsstudium changierend, suchte ich die Antwort auf die Frage: Was will ich eigentlich mit mir anstellen? Mit all den Wahlmöglichkeiten, mit der unsere flexible, digitale, globalisierte Welt zumindest einem Teil unserer Generation die Türe öffnet, entstehen eben auch Entscheidungszwänge.

Die Selbstverwirklichung, das große Heilsversprechen unserer Zeit, zeigt sich im ewigen Konjunktiv: hätte, könnte, würde…

Und da liegt der Hund begraben: Jede Entscheidung schließt immer andere Möglichkeiten aus. Der Betriebswirt nennt dies die Opportunitätskosten, und mich machen diese in regelmäßigen Abständen – gelinde gesagt – nervös bis verzweifelt.

Zurück zur Angst, die mich nun also einholte. Während vor der Reise zumindest feststand, was wir machen wollen –Reisen, Fotografieren, Schreiben, Leben – war die Rückkehr lange Zeit ein unbestimmter, geheimnisvoller, verschwommener Zukunftszustand, den es nun zu befüllen gilt. Anscheinend: Carpe Diem habe ich in den vergangenen eineinhalb Jahren ziemlich erfolgreich gelebt. Man könnte etwas pessimistischer sagen: Ich habe die Zukunft erfolgreich aufgeschoben. Das Ende der Reise bedeutet auch das Ansteuern von neuen Ufern. Der große, weiße, leerstehende Raum Zukunft liegt direkt hinter dem Frankfurter Flughafen.

Ich stehe also wieder auf Los, sitze an einem gedeckten Tisch voller Möglichkeiten, Optionen und appetitlich angerichteten Versprechen unserer Zeit. Doch das ist nicht allein Kern des Unbehagens. Es ist eine viel tiefer gehende, grundlegende Furcht, die sich meist nur schleierhaft zeigt.

Ist das also die Urangst, der Kern, warum mir Zurückkehren tatsächlich Angst macht?

Ist die beste Zeit meines Lebens jetzt vorbei?

 

* * *

Kapitel 4

Das größte Abenteuer

Vielleicht ist das Zurückkommen in die Heimat das größte Wagnis der gesamten Reise. Doch: was bedeutet Heimat überhaupt?

„Heimat. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist Heimat zunächst auf den Ort (auch als Landschaft verstanden) bezogen, in den der Mensch hineingeboren wird, wo die frühen Sozialisationserlebnisse stattfinden, die weithin Identität, Charakter, Mentalität, Einstellungen und schließlich auch Weltauffassungen prägen.“ Brockhaus, 1989.

Was ist Heimat? Es gibt unzählige Definitionsversuche, doch am Ende bleibt Heimat individuell. Ich erinnere mich noch genau an das Gefühl, als wir unsere Wohnungstür abschlossen, die Rucksäcke gefüllt mit süßer Vorfreude und garniert mit einer kleinen Haube Melancholie. Waren doch die vergangenen Wochen voll Sonnenschein und lauen Sommerabenden, Picknicks auf der Wiese, rasanten Fahrradfahrten durch die wuselige Großstadt, Beisammensein mit lieben Menschen. Auf Wiedersehen, Hamburg. Auf Wiedersehen, Heimat?

Auf dieser Reise erlebten wir auch Phasen der Müdigkeit, der Trägheit, und beschlossen des Öfteren zu bleiben. Der Annäherung an ein Heimatgefühl wegen. Doch wahre Heimat, kann es diese überhaupt mehrfach geben?

Ist Heimat ein Ort, ein Zustand oder eine bloße Emotion? Oder alles gleichzeitig?

Bei all den verschiedenen Definitionen – ich glaube, dies kann zweifelsfrei gesagt werden:

Heimat ist individuell. Heimat ist existentiell. Heimat ist subjektiv.

Für den einen mag Heimat ein konkreter Ort sein, da, wo man geboren wurde, da wo die Lieblingsrutsche steht und es den Kiosk mit Gummibonbons gibt (ihr wisst schon, die Kirschen, die giftgrünen sauren Schlangen, die weiß-rosa Schaumpilze). Für andere ist Heimat an Menschen geknüpft. Heimat, das ist die Familie, das sind die Freunde. Heimat ist auch ein Ort der Vergangenheit, denn speist sich nicht das Heimatgefühl aus (schönen) Erinnerungen? Und wiederum, ist Heimat vielleicht auch ganz banal da, wo das eigene Bett steht, dort, wo Routine, Alltag, Gewohnheit, entlastende Stabilität in unseren bewegten Zeiten existiert? Wie auch immer man nun Heimat definiert, sie ist ein wichtiger Teil unserer Existenz. Ein Bezugspunkt, der hilft, sich zu orientieren in einer Welt, die immer größer und kleiner zugleich wird.

Ich brauche Heimat. Um Fortgehen zu können. Um Heimzukehren.

Ja, die Reisemütze abzulegen war ein symbolischer Akt. Die Reise ist vorbei und die Herausforderungen in naher Zukunft werden sich drastisch von denen unserer Reise unterscheiden. Jeden Morgen hatte ich sie aufgesetzt, um mich vor allzu aggressiver Sonnenstrahlung zu schützen. Das wird im deutschen Winter jetzt erst einmal nicht nötig sein. Ich werde sie wohl durch eine Wollmütze ersetzen müssen. Und genau das symbolisiert das Zurücklassen der Mütze auch: Man sollte nie zu lange an Vergangenem festhalten. Unser Blick richtet sich jetzt schon in eine ungewisse, spannende Zukunft.

Auch wenn sich die Mütze immer noch in Santiago de Chile befindet – mitgenommen haben wir unendlich viel: Erinnerungen. Neue Passionen. Die Bestätigung, dass wir mit weniger mehr haben. Das Wissen, das die Welt noch viel größer ist, als wir es vorher erahnten. Und letzten Endes: Neue Ziele.

Jetzt heißt es jedoch: Ankommen. Und das ist ein neues Kapitel für sich.

 

* * *

Weiterlesen

Liebe Dolomiten, ich bin zurück

Trentino-Südtirol

Liebe Dolomiten, ich bin zurück

Die Berge und ich. Das war nie einfach. Einerseits ist da in meinem Kopf diese Heidi-Idylle, andererseits eine Begebenheit aus meiner Kindheit. Und die war gar nicht lustig. Gitti Müller kehrt zurück nach Südtirol.

Episode starten

S.E.A. Expedition 2015 / 2016

Auf den Spuren Shackletons

S.E.A. Expedition 2015 / 2016

Die Expedition zum 100-jährigen Jubiläum der Endurance-Odyssee: auf den Spuren Sir Ernest Shackletons nach Elephant Island und Südgeorgien, dort eine Ski-Traverse über die Berge auf der Shackleton-Route. Das alte Abenteuer erwacht zu neuem Leben.

Episode starten

Eine Episode von

Autorenfoto

Today We Travel

Aylin Berktas & Stefan Krieger

Aylin und Stefan reisten eineinhalb Jahre um die Welt. Jetzt sind sie wieder in heimischen Gefilden und hecken die nächsten Streiche aus. Es wird also weiter gereist, geschrieben, fotografiert und vor allem: auf ihrem Blog Today We Travel über das Reiseleben nachgedacht und berichtet.

Leserpost

Schreib uns, was Du denkst!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  • Patrick on 15. März 2015

    Wunderschön geschriebener Text und voller Emotionen, auch oder gerade die Videos dazu.

    Wir stehen ja noch kurz vor meinem Reisestart und machen ähnliche Erfahrungen wie ihr das getan habt. Gerade was Freunde und Bekannte angeht, mit dem „Ihr seid aber mutig“ und „Das würde ich auch gerne tun ABER“. Hin und wieder kommt da allerdings auch Unverständnis auf – vielleicht auch aus Angst, dass wir eventuell gar nicht zurück kommen…
    Inzwischen haben wir unsere Wohnung verkauft und das Auto steht als nächstes an. Mir fällt das überraschenderweise ziemlich leicht, sich der Fussfesseln oder den Ankern zu entledigen, die ich mir mal selbst angelegt habe.

    Ich bin auch der Meinung, dass es DIE beste Zeit des Lebens nicht wirklich gibt. Es gibt nur Lebensabschnitte – der eine verläuft etwas schöner, der andere etwas weniger schön. Eine Familie zu gründen kann genauso „die schönste Zeit“ sein. So wie es eine Reise ist, wie ihr sie nun erlebt habt. Vielleicht nicht ganz so spektakulär und aussergewöhnlich – aber „die schönste Zeit“ ist doch immer eine Frage der Perspektive.

    Bin gespannt, was ihr so zu berichten habt, wie eure Heimkehr und die Rückkehr in den deutschen Alltag dann verlaufen ist.

    Antworten
    • Stefan on 17. März 2015

      Hey Patrick,

      vielen Dank für die konstruktiven Gedanken dazu! Ich stimme dir vollkommen zu.

      Was die unterschiedlichen Reaktionen der Mitmenschen angeht: mich fasziniert das irgendwie. Dass derselbe Sachverhalt so unterschiedliche Reaktionen hervorruft, fand ich immer sehr interessant. Man kann plötzlich sehr viel über einen Menschen lernen, wenn man seine Reaktion auf so einen vorübergehenden „Ausstieg“ beobachtet. Und es ist ja auch cool, dass Menschen unterschiedlich sind und plötzlich Gedanken in den Raum werfen, die man selbst nie aufgegriffen hätte.

      Jetzt sehen wir mal weiter. Eins steht fest: sich komplett neuen Herausforderungen zu stellen, ist auf jeden Fall sehr erfrischend!

      Liebe Grüße!

  • Tim on 15. März 2015

    Toller Bericht ihr beiden, Glückwunsch zu einer sicher tollen Reise, dass ihr das gemacht habt.
    Einen Punkt kann ich sehr gut nachvollziehen: Ich will nicht, dass das die beste Zeit meines Lebens war. Ob das so ist oder war wird sich im Rückspiegel der Erinnerungen zeigen aber solltet ihr das irgendwann feststellen, wäre das nicht schlimm. Es wäre nur dann schlimm, wenn ihr bedauert, dass ihr aus dem was danach kam nicht das Beste rausgeholt habt.
    Was auch immer eure Pläne für die nächste Zeit sein mögen, wenn eure Reise die beste Zeit eures Lebens war, dann erinnert euch daran. Wie leicht es war, anzufangen, weiterzugehen, Pläne zu ändern, Vorstellungen zu korrigieren, als es endlich losging. Und dann macht das noch mal.
    Ich wünsche euch einen guten Wiedereinstieg und das ihr neugierig bleibt.
    Aus Hamburg und aus den Vorbereitungen zur zweiten Reise.
    Tim

    Antworten
    • Stefan on 17. März 2015

      Hey Tim,

      „im Rückspiegel der Erinnerung“ – sensationell formuliert!

      Es klingt ganz simpel, aber: ich finde allein schon super, wenn man Pläne überhaupt in die Tat umsetzt. Jeder kennt das Gefühl, wenn man in einem euphorischen Moment zu sich selbst sagt: „ich würde gerne mal xy machen“. Ich finde allein den Versuch solche Projekte dann umzusetzen bewundernswert, auch wenn man später scheitert.

      Auch die Bereitschaft Pläne zu ändern, etwas Neues zu wagen, sollte nie als Eingeständnis des Scheiterns gewertet werden. Menschen wandeln sich nun mal. Was gestern richtig war, kann morgen falsch sein.

      Danke für die guten Wünsche und die netten Worte!

      Liebe Grüße!

  • Nadine on 15. März 2015

    Hallo ihr zwei, sehr schön geschriebener Text! Wir selbst sind seit bald einem Jahr auf Reisen und noch immer ist meine grösste Angst am Heimkehren (wir haben noch keine Ahnung, wann das sein wird), dass ich – aus irgendwelchen Gründen – wieder dort weitermachen werde, wo ich aufgehört habe.
    Denn von der Ferne betrachtet fallen mir Dinge auf, die mir nicht passten und die ich schon früher hätte ändern sollen. Aber zu dem Zeitpunkt fehlten mir wohl die Inspiration und der Mut dazu, die ich nun hoffentlich habe.
    Ich bin gespannt zu lesen, wie ihr euch wieder in Deutschland einlebt und hoffe, ihr findet einen Weg, euer eigenes Tempo beizubehalten.
    Liebe Grüsse
    Nadine

    Antworten
    • Stefan on 17. März 2015

      Hey Nadine,

      schon interessant zu sehen, dass man sich vor einem solchen Szenario fürchtet, obwohl man es ja selbst in der Hand hat. Ich kann das aber trotzdem gut nachvollziehen. Oft bedarf es Courage, große Umstellungen im eigenen Leben vorzunehmen. Vielleicht ist der Zeitpunkt nach deiner Reise gut gewählt, da ja die Karten in dem Moment sowieso neu gemischt werden.

      Jetzt erstmal viel Spaß auf Reisen und viele Grüße!

  • Katrin on 15. März 2015

    Wundervoller Bericht – wie immer. Auch wenn ich keine Welreise gemacht habe, dafür immer in kleinen 3-4-wöchigen Steps die Welt entdecke: Eine Erkenntnis bleibt uns allen: Unsere „Luxusprobleme“ in Deutschland werden plötzlich so klein und unwichtig. Hoffe ihr habt euch einigermaßen im „Alltag“ einleben können. Oder habt ihr gleich wieder den Rucksack gepackt (höre ich oft von Freunden).

    LG Katrin

    Antworten
    • Stefan on 17. März 2015

      Hey Kathrin,

      wir haben weder den Rucksack gepackt, noch sind wir wirklich im Alltag angekommen – wir sind immer noch irgendwo im Zwischenraum. Aber das ist auch ganz gut so! Zum Glück empfinden wir diese Luxusprobleme nach wie vor als solche.

      Danke für das Lob und liebe Grüße!

  • Stefan on 15. März 2015

    hey, wir haben es uns eben angeschaut – schön geworden!
    und keine sorge, euch werden die schönen momente ned so schnell ausgehen!!!

    Antworten
    • Stefan on 17. März 2015

      Hey Stefan,

      vielen Dank – schön, dass du das so siehst!

      Alles Liebe!

  • Florian on 15. März 2015

    Schöne Texte und Gedanken.

    Das Heimkommen war für mich nach 14 Monaten unterwegs mit großem Abstand das Schlimmste an meiner Weltreise. Ich habe es letztendlich auch nicht geschafft heimzukommen sondern bin nach einigen Wochen wieder los.

    Heimat ist schön, aber Heimat kann man sich aussuchen und mein Heimatgefühl bezieht sich jedes Jahr weniger auf Deutschland. ich weiß ehrlich gesagt schon gar nicht mehr, was ich dort machen soll, außer ein paar Wochen Urlaub.

    Dabei geht es gar nicht darum „die beste Zeit“ zu haben, dieses Gefühl hört nach ein paar Monaten oder Jahren auf Reise sowieso auf. Mir geht es um praktische Vorteile anderer Länder, die es in Deutschland einfach nicht gibt, v.a. gutes Klima und glückliche Menschen. Vielleicht hängen diese beiden Punkte ja sogar miteinander zusammen ;)

    Ich wünsche euch mehr Erfolg beim Heimkommen!

    Antworten
    • Stefan on 17. März 2015

      Hey Florian,

      sehr beeindruckend wie konsequent du da auf deine innere Stimme gehört hast. Du bist ja das beste Beispiel dafür, was man alles in die Tat umsetzen kann, wenn man es nur anpackt!

      Gutes Klima und glückliche Menschen sind auf jeden Fall immer angenehm. Wir probieren jetzt mal unseren Beitrag dazu zu leisten, dass es in Deutschland mehr davon gibt :)

      Liebe Grüße!

  • Kathi on 15. März 2015

    Ihr Beiden,
    vielen Dank für diesen wundervollen Bericht. In den letzten 20 Minuten war ich in einer anderen Welt. Ihr habt es geschafft, genau diese Emotionen zu vermitteln, die wir damals vor knapp 2 Jahren ebenfalls durchlebt haben, als unsere Reise zu Ende ging. „Ich möchte nicht, dass das die beste Zeit meines Lebens war“. That’s it.
    Ich wünsch euch von Herzen alles Liebe,
    Kathi

    Antworten
    • Stefan on 17. März 2015

      Hey Kathi,

      vielen Dank – ist ja super, dass wir da anscheinend einen Nerv getroffen haben! Schön, dass man auf diesem Weg erfährt, dass es Menschen gibt, die ähnliche Erfahrungen machen!

      Auf kommenden Frohmut!

  • Susanne&Dirk on 15. März 2015

    Liebe beide,
    vielen Dank dafür. Und auch für den emotionalen Moment zum Schluss, an dem man merkt: Da hat sie euch wieder, die Heimat, die ominöse, gottverdammte, wundervolle, hintersichlassenswerte, nieausdemkopfzukriegende. Und neugierig warten wir auf die nächste Geschichte: Zwei Monate später – Resozialisierung oder Neustart?
    Herzlich
    Susanne&Dirk

    Antworten
    • Stefan on 17. März 2015

      Hey ihr Beiden,

      ja, diese Adjektive treffen wirklich zu im Bezug auf Heimat! Wir wissen vieles hier in dieser besagten Heimat auch zu schätzen und basteln gerade an einem Neustart. Und an Resozialisierung.

      Wir sind auf jeden Fall optimistisch!

      Alles Liebe!

  • Jannis on 15. März 2015

    Sehr schön geschrieben!
    Besonders der Abschnitt „Apfel, Birnen und Exotische Früchte“ hat mir gut gefallen. Low-Budget-Backpacking ist sehr abwechslungsreich und spannend. Man macht viele interessante neue Erfahrungen. Das Tolle daran ist, das man spontan und frei ist, zu gehen, wohin man will. Wenn man sich aber darauf versteift, verliert man genau das, was man eigentlich gesucht hat: Freiheit.

    Liebe Grüße
    Jannis

    Antworten
    • Stefan on 17. März 2015

      Hey Jannis,

      du sagst es. Da teilen wir ja eine Leidenschaft! Dass wir uns darüber unterhalten, wie wir unsere Freiheit leben zeigt doch vor allem eins: uns geht es sehr sehr gut!

      Liebe Grüße!

  • Janas Reisefieber on 16. März 2015

    Vielen Dank fuer diesen tollen, offenen und ehrlichen Rueckblick.

    Gerade das Thema Zeit finde ich sehr interessant. Auch mir ist auf meinen Reisen aufgefallen, dass sich irgendwo so oft ueber Zeitmangel beklagt wird wie in Deutschland. Hektik und Stress beherrschen dort den Alltag, wohingegen in anderen Laendern alles viel laenger dauert und die Menschen mit ihrer Zeit eher gelassen umgehen.

    Nach einem halben Jahr in Ras Al Khaimah kann ich mir heute nicht mehr vorstellen, bei ALDI an der Kasse zu stehen. Da hat die nette Verkaeuferin mir wahrscheinlich schon die Sachen in meinen Einkaufswagen geschmissen, bevor ich auch nur „Guten Tag“ sagen koennte.

    Antworten
    • Stefan on 17. März 2015

      Hey Jana,

      vielen dank für den Beitrag. Was ein treffendes Beispiel. Ich war neulich der einzige Kunde im Discounter an der Kasse, die Verkäufern hat aber trotzdem die Produkte so schnell gescannt, als ob es kein Morgen gibt. Sie sagte, sie müsse das so machen, weil ihre Zeit ständig gemessen wird. Falls ihre Arbeitsgeschwindigkeit unter das erwartete Niveau sinkt droht der Rapport beim Chef. Schon irre, dieser Effizienzwahn.

      Liebe Grüße!

  • Simon on 16. März 2015

    Hey Aylin und Stefan,
    ein sehr schön geschriebener Artikel! Auch wenn ich erst ein paar Monate auf Tour bin, finde ich mich in einigen eurer Gedankengänge wieder.

    Vor der Heimkehr graust es mir nicht, da ich selbst mit einem offenen Ende reise und überhaupt nicht einschätzen kann, wo es mich einmal hinverschlagen wird. Vielleicht wieder nach Deutschland, vielleicht auch nicht… ? Die aktuelle Tendenz spricht eher für wärmere Regionen dieser Erde. ;)
    Noch bin ich voller Entdeckerdrang und wenn ich etwas Bedürfnis nach Sesshaftigkeit und Routine habe, bleibe ich gerne länger an einem Ort.

    Wünsche euch ein erfolgreiches Ankommen.
    Grüße Simon

    Antworten
    • Stefan on 17. März 2015

      Hey Simon,

      das hört sich alles super an bei dir! Gib dich deinem Entdeckerdrang hin, das führt dich sicher in die ein oder andere spannende Situation! Ist ja super, dass du so offen bist für neues. Und warme Regionen sind ja nicht ganz schlecht :)

      Lass es dir gut gehen!

  • FRENDY on 19. März 2015

    Schöner Abschluss eurer Reise. Habt viel erlebt, weiter geht’s mit Neuem. Dann einfach nur in anderer Form :)

    Antworten
    • Stefan on 20. März 2015

      Ja genau, so simpel ist das! Sehr schön!

  • Karin on 19. März 2015

    Ein toller Text!! Bin ganz begeistert (und sprachlos, offensichtlich ;-))

    Antworten
    • Stefan on 20. März 2015

      Vielen Dank – man muss ja nicht immer viel sagen ;)

  • Bild Grafik Ideen | Pearltrees on 24. März 2015

    […] Design Principles: Visual Weight And Direction. Simply Gum – The Only 100% Natural Chewing Gum. Heimkehr: Das Ende einer Reise › Multimedia Reportage › The Travel Episodes. Rita Konik. ALICE | Fonts Inspirations. Vincent VIRIOT on Behance. Dig Deep by Ryan Hamrick. […]

    Antworten
  • Daryl Breen on 24. März 2015

    I love your travel log — very well written, very insightful, and the videos were a perfect addition to bring us there with you. I also enjoyed experiencing these points of view from someone who’s from another country (I’m American), because it made it more universal. You made me think a lot and I enjoyed that! I’m sure I’m not the only one wondering, what now? I’m looking forward to more of your musings on life!
    Best regards,
    Daryl Breen

    Antworten
    • Stefan on 26. März 2015

      Hey Daren,

      thank you so much for your contribution. First of all – it’s amazing to see that we apparently reach an international audience! It was actually the first time for us to include videos into the narrative. We weren’t quite sure how it’ll work out when we shot them, but people seem to like it, so we might continue doing that in the future. I’m happy that we made you think and I’m even happier that you enjoyed it :) There will definitely be more articles soon!

      Take care! Best wishes,
      Stefan

  • Mal Gaff on 25. März 2015

    The putting down and leaving of your hat for someone else’s use shows us a spiritual rather than simply a spirited aspect of your generosity.

    Antworten
    • Stefan on 26. März 2015

      I hope somebody found it and let it continue travelling!

      Thanks a lot for your lovely comment!

  • Jen on 23. Mai 2015

    Liebe Aylin, lieber Stefan!
    Danke für diese schöne Episode. Endlich haben wir einmal eine ausreichende Internetbandbreite für die Filme, so dass ich in den vollen Genuss des Beitrags kommen konnte.
    Da wir uns mit dem Thema „Ankommen“ früher oder später … und eh immer wieder beschäftigen dürfen, habt ihr mit euren Worten viele meiner eigenen Gedanken wunderschön formuliert. Danke dafür.

    Ich denke aber in jedem Fall, dass das ganze Leben eine einzige Reise ist und ihr habt nur eine sehr kleine Etappe großartig gemeistert – und beendet. Es warten unendlich viele weitere Etappen, egal ob zuhause oder in der Ferne. So spannend! So oder so.
    Ich wünsche euch alles erdenklich Gute und bin gespannt wie eure Reise weitergeht.

    Antworten
  • Tobias on 26. August 2015

    Aylin und und Stefan, was für ein schöner Beitrag der mich an meine ersten Tage nach der Weltreise erinnert.

    Ich hoffe ihr habt euch inzwischen wieder ein wenig akklimatisiert. Bei mir ist es jedenfalls so, dass ich auch heute noch von meiner Reise zehre; eine ganz tolle Lebenserfahrung die ich nicht missen möchte. Auf der anderen Seite beschäftigt mich die Rückkehr auch heute noch. Weshalb ich mir nun überlegt habe, die eigenen Erlebnisse nach der Rückkehr im Rahmen eines kleines Blogs niederzuschreiben, ihr könnt ja mal vorbei klicken.

    Eines ist jedoch gewiss, es warten noch viele weitere Abenteuer auf euch, und das in der häufig unterschätzen Heimat.
    Beste Grüße, Tobias

    Antworten
  • Martina on 15. April 2016

    Meine Hochachtung vor diesem tollen Artikel. Mein Partner und ich befinden uns ebenfalls gerade auf unserer Weltreise, die ein Jahr dauern wird. Wir bereisen aktuell Vietnam und werden im Juni in unsere Heimat zurück kehren. Wir haben viele Gedanken im Kopf wie die Rückkehr wohl werden wird und sind extrem gespannt. Der Artikel spricht mir oft komplett aus der Seele, habe ihn verschlungen. Danke für die schönen Formuierungen der Weltreise-Erkenntnisse. Bin gespannt und hoffe es wird einen Bericht geben übers Heimkommen selbst ;) alles gute, Martina

    Antworten
  • Sibylle on 28. Mai 2016

    Liebe Aylin, lieber Stefan,

    toller Artikel, erinnert mich an viele Gefühle, die ich schon hatte und lässt gleichzeitig die Frage aufkommen, wie ich mich in 5 Monaten fühlen werde, wenn ich zurück nach Deutschland komme.
    Beste Grüße aus Chicago,
    Sibylle

    Antworten
  • Madeleine on 3. Juni 2016

    und nun? Angekommen und wie geht es euch jetzt dabei? Eure Geschichte hat mich beeindruckt, bin selbst vor 4 Wochen nach meiner 26-monatigen Reise Heim gekommen. Fragen über Fragen beschäftigen mich jetzt, doch mit einer Leichtigkeit, die ich mir durch das Reisen angeeignet habe. Trotzdem macht mich dieses „nicht wissen was ich mit meinem Leben anstellen soll“ kein gutes Gefühl. Wie lange habt ihr gebraucht um euch wieder einzuleben?

    Antworten

Übersicht

Alle Inhalte der Travel Episodes hübsch sortiert