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The Travel Episodes

Auf der Suche nach Freiheit in Kirgisistan

Die Flügel des Menschen

Gemeinsam mit Freunden reist Adriane Lochner ins kirgisische Tienschangebirge, um zu Pferd der ursprünglichen Freiheit der Nomaden nachzuspüren. Doch kann die Wirklichkeit mit dieser romantischen Idee mithalten?

Schneebedeckte Gipfel erheben sich rund um den Yssykköl. Der zweitgrößte Gebirgssee der Welt liegt auf rund 1600 Metern über dem Meeresspiegel. Wären die Berge nicht, man könnte meinen, man sei am Meer. Es ist windig und aus dem türkisen Wasser rollen kniehohe Wellen an den Sandstrand. Wir können uns nicht sattsehen. Mehr als einmal bitten wir den Fahrer anzuhalten. Wir wollen Fotos knipsen, die Füße ins Wasser stecken oder die alten Sowjet-Denkmäler am Straßenrand betrachten. Der ungewöhnlichste Anblick jedoch sind die Jurten, die traditionellen Nomadenzelte, die am Ufer stehen. Sie sind das Symbol der kirgisischen Kultur. Die typischen Kreuzstreben im Jurtendach, durchstrahlt von der Sonne, prangen sogar auf der Landesflagge.
 

Wir sind unterwegs in das verträumte Dörfchen Barskoon. Es liegt etwa fünf Autostunden entfernt von der Hauptstadt Bischkek, am Südufer des Yssykköl. Dort soll unser Abenteuer beginnen. Wir wollen raus aus dem grauen Alltag der zivilisierten Welt. Wir sind auf der Suche nach Freiheit.

Was für ein schönes Wort. Freiheit. Doch was bedeutet es eigentlich genau?

Wenn ich an Freiheit denke, denke ich an das Nomadenleben. Einfach zusammenpacken und weiterziehen, nur mitnehmen, was man zum Überleben braucht, allen Ballast zurücklassen. Das muss Freiheit sein. Wenigstens eine Woche lang wollen wie leben, wie echte Nomaden hoch oben in den Bergen des Tienschan.
 

In Barskoon werden wir herzlich empfangen. Wir sind zu Gast beim Ehepaar Ishen und Gulmira Obolbekov. Beide haben ihre Kindheit und Jugend als Nomaden verbracht. Gulmiras eigene Kinder gehen in der Hauptstadt Bischkek zur Schule, sie selbst hat als Englischlehrerin gearbeitet. Die Obolbekovs haben es geschafft, Tradition mit Moderne zu verbinden und das Familienunternehmen Shepherd’s Way Trekking gegründet. Auf den Spuren der Hirten sollen Besucher aus der ganzen Welt die kirgisische Kultur kennenlernen. Gespannt lauschen wir Gulmiras Worten.

„Pferde sind die Flügel des Menschen“ lautet ein Sprichwort der Kirgisen, denn ohne ihre Reittiere wären sie verloren in den mächtigen Bergen des Tienschan. Die Kinder der Nomaden lernen reiten noch bevor sie laufen lernen. Bereits mit zwei Jahren habe ihn sein Vater aufs Pferd gesetzt, berichtet Gulmiras Schwager Rash. Es hilft nichts, wenn wir wie Nomaden leben wollen, müssen auch wir uns in den Sattel schwingen. Ob das so gut aussieht wie bei den Kirgisen, ist fraglich. Die wenigsten von uns sind gute Reiter. „Kein Problem“, sagt Rash. Er habe die Pferde passend für jeden Einzelnen ausgesucht. Vor dem Trek stattet er sie mit nagelneuen Hufeisen aus – „für besseren Gripp bei schwierigen Passagen.“ – Moment, schwierige Passagen?! Was meint er damit genau? Das sollen wir bald erfahren.

 

* * *

Zweites Kapitel

Auf dem Pfad der Hirten

Steinige Wege und tiefe Abgründe sorgen für Nervenkitzel. Die kirgisischen Pferde bringen uns zum Staunen.

Ich lehne mich etwas zur Seite und blicke in einen Abgrund. Das war ein Fehler, mir wird schwindelig. Doch wo soll ich sonst hinschauen? Sicher nicht auf den schmalen Pfad, den mein Pferd gerade entlang balanciert. Jeder Huftritt sitzt. Wäre ich zu Fuß unterwegs, wäre ich sicher schon längst abgerutscht. Ich mache die Augen zu. So geht es. Mein Pferd macht sein Ding und wir kommen unbeschadet in sicheres Gelände. Ich drehe mich um und sehe im Augenwinkel gerade noch, wie das Pferd meines Reisegefährten Simon eine steile Felswand hochklettert. „Spiderpferd, Spiderpferd!“, singe ich anerkennend. Simon muss lachen, er nickt zustimmend. Wir sind beeindruckt von der Kletterkunst der kirgisischen Pferde.

 

Insgesamt sind wir zu neunt, sechs Trekkingteilnehmer, zwei Guides und ein Übersetzer. Aufgereiht wie an einer Perlenschnur schlängeln wir uns durch hohes Gras, dichte Wälder, reißende Flüsse und kantige Felsen. Es sind die gleichen Trampelpfade, die die kirgisischen Hirten mit ihrem Vieh benutzen. Verpflegung und warme Kleidung sind in den großen Satteltaschen verstaut, die im Takt des Hufschlags an den Pferdeflanken schaukeln. Anfangs reißt unsere Karawane oft auseinander. Während ich vorne meinen Braunen zügeln muss, versucht Reitanfängerin Chrissi hinten vergeblich, ihren müden Schimmel zum Aufschließen zu bewegen. „Shu, shu!“ heißt das kirgisische Kommando für Beschleunigung. In diesem Fall leider zwecklos. „Komm’ ich heute nicht, komm’ ich morgen“, scheint sich das hübsche weiße Pferdchen zu denken.
 
 

 
 
Die geringsten Probleme hat unser unerfahrenster Reiter. Mit einer gesunden Portion Gottvertrauen überlässt Fotograf und Kameramann Felix Meinhardt die Navigation ganz seinem vierbeinigen Untersatz. So hat er beide Hände frei zum Fotografieren. Wir staunen, als er aufs Geratewohl losgaloppiert. Würde er stürzen und sich etwas brechen, gäbe es keine Bergrettung, keinen Helikopter, der ihn ins nächste Krankenhaus fliegt. Solche Gedanken scheinen Felix nicht umzutreiben. Glücklich wie ein kleines Kind hopst er im Sattel herum. Wir anderen schütteln den Kopf, fast ein bisschen neidisch.

Wenn wir Mittagspause machen, knoten die Guides unsere Pferde in Paaren zusammen, den Zügel des einen am Sattel des anderen. Wie tierische Yin-Yangs stehen sie auf der Wiese und dösen vor sich hin, während wir unser Picknick genießen. Da gibt es Wurst, Käse, Marmelade, Honig und viele verschiedene Nüsschen zum Knabbern. Guten Kaffee sucht man in Kirgistan vergebens. Dafür gibt es bei jeder Gelegenheit schwarzen Tee, sogenannten Chai. Als die Tassen mit den Teebeuteln ausgeteilt werden, belehrt Felix unsere kirgisischen Begleiter. Frech, ohne eine Miene zu verziehen, sagt er: „In Deutschland machen wir Tee aus unseren alten Socken.“ Nurbek, unser Übersetzter, versteht den Scherz sofort und prustet los. Dann übersetzt er für die anderen beiden Guides, Kanat und Maksat. Beide lachen. Die Wellenlänge stimmt.
 

Wir sind auf etwa 1600 Metern über dem Meeresspiegel gestartet, der höchste Punkt, den wir passieren ist der Tosor Pass mit knapp 4000 Metern. Wir haben eine Woche Zeit und steigen langsam auf. Höhenkrankheit ist kein Thema. Dafür lassen es die Wettergötter krachen.

 

* * *

Drittes Kapitel

Hagelsturm und Donnerwetter

Nass, kalt und rau präsentiert sich der Tienschan. Fühlt sich so etwa Freiheit an?

„Autsch!“ Die erbsengroßen Hagelkörner schmerzen wie Nadelstiche, wenn sie auf Nase, Stirn oder Wangen einschlagen. Vor einer halben Stunde war noch schönstes Sommerwetter, jetzt sind wir in Nullkommanichts in einen Hagelsturm geraten. Mein Brauner legt die Ohren an und zieht den Schweif ein. Ihm scheint die Wetterlage ebenfalls unangenehm zu sein. Es sind die Pferde, die eine Lösung wissen. Intuitiv drehen sich die Tiere mit dem Hinterteil in die Richtung, aus der der Hagel kommt. Dort schmerzen die fiesen Körner nicht so sehr wie am Kopf. So bleiben wir stehen, bis das Unwetter vorbei ist.
 

Regenschauer bis hin zum ausgewachsenen Gewitter sind im Hochgebirge an der Tagesordnung. Einmal sogar müssen wir absteigen und die Pferde führen. Auf dem feuchten Gras könnten sie ausrutschen. Wir sind froh, dass wir für alle Wetterlagen ausgerüstet sind. Regenhose und Regenjacke würden wir noch oft an- und ausziehen. Denn genauso schnell, wie die Regenschauer kommen, verschwinden sie wieder. Abends sehne ich mich nach einer gemütlichen Couch und einem warmen Kakao. Von solchem Luxus sind wir weit entfernt und Ausruhen ist auch nicht drin.

Das Lager baut sich nicht von alleine auf.

 
 

 
 
Als die Zelte endlich stehen, sind wir hundemüde. Doch heute ist die letzte Gelegenheit für ein Lagerfeuer. Morgen werden wir die Baumgrenze ein für alle Mal hinter uns lassen. Mit letzter Kraft schleppen wir die Holzbündel zum Flussufer. Wenig später knistern helle Flammen in der schwarzen Nacht. Zufrieden lassen wir uns nieder und wärmen die klammen Finger am Feuer. Gegen die Muskelschmerzen hilft der berühmte kirgisische Kognak.

Nun haben wir Zeit eine Zwischenbilanz zu ziehen: Wunde Hintern, von Wind und Sonne aufgesprungene Lippen und totale Erschöpfung auf der einen Seite, auf der anderen, grandiose Landschaften, nervenstarke Pferde und genauso humorvolle wie kompetente Guides. Eigentlich könnte es nicht besser laufen. Doch irgendetwas fehlt. Die große Freiheit spüren wir noch nicht. Haben wir zu viel erwartet? Ist Freiheit nicht mehr als ein schönes Wort, ein westliches Hirngespinst, das allzu oft schwärmerisch und doch belanglos verwendet wird? Bald sollen wir den ersten Nomaden begegnen. Vielleicht können wir von ihnen etwas in Sachen Freiheit lernen.

 

* * *

Viertes Kapitel

Auf einen Becher Stutenmilch

Die kirgisischen Hirten empfangen uns herzlich, doch ihre Spezialitäten sind gewöhnungsbedürftig.

„Kumys ist das kirgisische Nationalgetränk“, berichtet der 17-jährige Hirte Tilegen. Blitzschnell strupfen seine Finger die Milch in den Eimer. Das macht er jeden Tag bestimmt tausendmal. Das Ungewöhnliche daran, das Euter, aus dem die Milch schießt, gehört nicht etwa einer Kuh, sondern einer Stute. Ihr Fohlen ist zusammen mit etwa einem Dutzend anderer vor der Jurte angebunden. Sie müssen ihr Frühstück mit uns Zweibeinern teilen.

Tilegen lädt uns und seine Nachbarn in die Jurte ein. Auf seine selbstgemachte Kumys ist er stolz. Wir sollen sie unbedingt probieren. Die Pferdemilch wird nach dem Melken in einem Bottich gesammelt. Über Nacht fermentiert sie. Süßlich-sauer schmeckt das vergorene Getränk. Für westliche Gaumen ist es gewöhnungsbedürftig. Außerdem hat es eine starke Wirkung auf das Verdauungssystem. „Viel Kumys, viel Klo“, kann ich mittlerweile auf Russisch sagen. Die Kirgisen lachen. Die Atmosphäre in der Jurte ist gesellig. Ein junger Hirte stimmt ein Volkslied an, die anderen Kirgisen singen mit. Wir verstehen zwar kein Wort, aber applaudieren zum Schluss, dankbar nicht nur für die Gesangseinlage, sondern auch für die herzliche Gastfreundschaft.

Bevor wir uns verabschieden, fragen wir unseren Gastgeber Tilegen, was Freiheit für ihn bedeutet. Zu unserer Überraschung kann er mit dem Begriff nicht viel anfangen. Jedes Frühjahr treibt er gemeinsam mit seiner Familie die Pferde auf die Hochweide, immer auf die gleiche. Sie bauen die Jurte auf und leben dort den ganzen Sommer lang. Jeden Tag steht Tilegen frühmorgens auf, um die Stuten zu melken. So lange bis der Herbst kommt. Dann zieht er wieder zurück ins Dorf. So ist das also, die kirgisische Sommerweide, Jailoo genannt, ist so etwas wie eine Alm.

Ich bin ein wenig enttäuscht.

Das bedeutet Nomadenleben hier also, immer zwischen zwei Orten hin und her zu pendeln. Für die Hirten bedeutet es harte Arbeit und sogar für die Tiere ist die Freiheit nur temporär. Egal ob Pferde, Kühe, Schafe oder Ziegen, all das Vieh, das uns immer wieder neugierig am Wegrand beäugt, hat einen Herren. Nur im Sommer dürfen die Tiere hoch oben in den Bergen ausgiebig grasen, toben und sich vermehren. Geht es auf den Winter zu, werden sie wieder eingefangen.

Wir reiten weiter. Ich starre gedankenverloren auf die sanft wippende Mähne meines Pferdes. Erst spät bemerke ich das zottelige Etwas, das vor uns aufgetaucht ist: ein großer, schwarzer Haarberg aus dem zwei lange Hörner ragen. Bewegungslos steht er da. Als wir näherkommen, stößt er ein seltsames Geräusch aus. Es ähnelt dem Grunzen eines Schweines. Das macht er zwei-, dreimal, dann hebt er den Schwanz in die Höhe und galoppiert davon. Kann es wirklich sein, gibt es Yaks hier im Tienschan? Die Antwort lautet ja und zwar haufenweise.

* * *

Fünftes Kapitel

Yak-Cowboys

Yee-haw! Keiner von uns hätte sich träumen lassen, einmal Yaks zu hüten.

In meinem Bauch kribbelt es, als sich die Herde in Bewegung setzt. Hunderte von Hufen donnern auf die Erde, der Boden bebt. Aus den Staubwolken tauchen immer wieder Haarberge und Hörner auf. Noch nie habe ich etwas so Beeindruckendes erlebt. Mein Brauner ist genauso aufgeregt wie ich. Er bläht die Nüstern und lehnt sich ins Zaumzeug. Der Trieb beginnt. Wir schwärmen aus, setzen uns an die Flanken der Herde. So wirklich Ahnung vom Viehtreiben hat keiner von uns. Sicher ist nur, es macht gewaltig Spaß. Zusammen mit den Yaks galoppieren wir über die Hochebene. Die Gebirgsrinder grasen normalerweise an den Steilhängen, an denen man sonst nur Steinböcke oder Marco Polo Schafe erwarten würde. Zufällig sind wir einem Yak-Hirten begegnet. Unsere Guides haben gefragt, ob wir helfen dürfen. Mit einem breiten Grinsen hat er uns „Greenhorns“ erlaubt, die haarigen Rinder zu seiner Hütte zu treiben. Nie im Leben hätte ich mir träumen lassen, irgendwann einmal so eine Art Yak-Cowboy zu sein.
 
 

 
 
Die Nomaden sind auf Milch und Fleisch als Nahrungsmittel angewiesen. So ist es unumgänglich, dass Tiere geschlachtet werden. Für westliche Gemüter ist das ein recht grober Anblick, weil bei uns das Töten versteckt im Schlachthaus passiert. Auf der Hochweide geschieht es direkt vor der Haustür, sichtbar für jeden, der es sehen will oder auch nicht.
 

Früh morgens bauen wir das Camp ab. Plötzlich hören wir Schüsse von der anderen Seite des Flusses. Als wir dort ankommen, sind etwa ein Dutzend Männer schon dabei, zwei tote Yaks auszunehmen und zu zerlegen. Der Besitzer, ein stämmiger Kirgise namens Bekboo erklärt: „Wir schlachten selbst und bringen das Fleisch zum Markt in der Stadt.“ Es sei viel Arbeit und er würde sich wünschen, dass es in der Nähe etwas wie einen Schlachthof gäbe sowie Vermarkter, die ihm den Transport abnehmen. Ein gutes Leben bedeute für ihn Gesundheit, Harmonie in der Familie und Stabilität im Land. Kein Wort von Freiheit. Vielleicht ist sie für ihn so selbstverständlich, dass er gar nicht darüber nachdenken muss. Vielleicht ist die Suche nach Freiheit lediglich ein Erste-Welt-Problem, eines, das man sich macht, weil es einem zu gut geht. Plötzlich schäme ich mich ein bisschen.
 

In der Nähe des Flusses, knapp unter den hügeligen Ausläufern der Gebirgskette, schlagen wir das Lager auf und genießen die Abendstimmung. Wie üblich wälzen sich die Pferde, sobald wir die Sättel abnehmen. Dann beginnen sie zu grasen. Sogar im Zelt höre ich sie immer wieder schnauben, irgendwie ein beruhigendes Gefühl. Nachts wird es erbärmlich kalt. Stundenlang bibbere ich in meinem Schlafsack. Am nächsten Morgen erleben wir eine Überraschung.

 

* * *

Sechstes Kapitel

Das Geheimnis von Freiheit

Gerade als ich aufgeben will, finde ich, was ich suche.

Als ich aus einem unruhigen Schlaf erwache, beschwert sich mein Körper so laut wie noch nie. Mein Rücken schmerzt vom harten Boden, mein Hintern vom Sattel und meine Lippen sind so spröde, dass man damit Holz schleifen könnte. Vom Kogniak-Kater will ich gar nicht erst anfangen. Heute ist der letzte Tag des Treks. Ehrlich gesagt bin ich froh. Endlich wieder fließendes Wasser, Heizung, Internet und Klospülung. „Freiheit, ich gebe auf. Bleib, wo du bist“, denke ich beinahe. Dann steige ich aus dem Zelt.

Was ich sehe, ist so unglaublich schön, dass mir der Atem stockt.

Als hätte jemand das Camp und alles drum herum mit Puderzucker bestreut. Eine weite, weiße Ebene streckt sich dem gleißenden Licht der aufgehenden Sonne entgegen. Von der Szenerie geht eine fast magische Ruhe aus. Ich zittere vor Kälte. Nicht einmal die Daunenjacke kann etwas daran ändern. Dennoch kann ich den Blick nicht abwenden, kann mich nicht sattsehen an dieser rauen Schönheit, trotz der Schmerzen, die sie mir zugefügt hat, oder vielleicht gerade deshalb.

Zurück in Baskoon erklärt unser Gastgeber Ishen: „Blauer Himmel, frische Luft, weiße Gipfel – dort oben hörst du die Stimme der Natur. Je mehr Zeit du dort verbringst, desto mehr veränderst du dich. Es ist eine andere Welt. Und wenn du wieder in die Stadt zurückkehrst, wirst du den Unterschied spüren, der Tienschan wird ein Teil von dir. Das nenne ich Freiheit.“

Man muss nicht wie ein Nomade leben, um zu begreifen, dass Freiheit eine persönliche Empfindung ist, ausgelöst von den Momenten, die man im Herzen trägt.

Für mich ist es das ehrliche, einladende Lächeln der Menschen, die freien Pferde, die mit wehenden Mähnen über die Hochebenen galoppieren oder eben jener Morgen, an dem der Tienschan uns im goldenen Licht zu Füßen lag. An diese Bilder werde ich mich noch lange erinnern, auch wenn ich schon längst wieder zuhause am Schreibtisch sitze.

 

* * *

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Adriane Lochner

Adriane Lochner wagt gerne den Kopfsprung ins Unbekannte. Nach ihrem Biologiestudium hat sie eine Weiterbildung zur Journalistin gemacht und sich auf die Suche begeben, nach Freiheit, Abenteuern und neuen Geschichten. Selten läuft alles nach Plan, Humor und Selbstironie gehören mit in die Reisetasche. Darüber und einiges mehr bloggt Adriane auf globestories.com.

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  • Rainer Feichter on 4. Juni 2017

    Man kann den Wind spüren, das Säuerliche der Milch schmecken und den Hufschlag hören, der den Takt deiner Gedanken bestimmt. Die Gedanken sind frei. Danke fürs mitnehmen, Adriane

    Antworten

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