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The Travel Episodes

Lettland

Irgendwo da oben

An der Ostsee, im Baltikum, in der EU, in Putins Interessensgebiet: Dort liegt Lettland. Felicia Englmann versucht eine Positionsbestimmung in fünf Elementen.

Die Kinder am Strand schreien. Nein, nein, bitte nicht ins Wasser! Nein, Mama, biitteee nicht! Denn das Wasser ist eiskalt, eine Strömung trägt es aus dem Polarmeer hierher in die Rigaer Bucht, an den Strand von Jūrmala. Eisige Nadeln stechen in die Beine. Es ist das heißeste Wochenende des Jahres, aber aus Schwimmen im Meer wird nichts. Wo es doch in Lettland oft umgekehrt ist, wie mir die Letten versichern: Auch bei Sonne pfeift der Wind, während das Wasser in der Buch dank anderer Strömungen angenehm temperiert und mit wenigen Wellen sehr badefreundlich ist. Aber die alten Leute in Jūrmala sagen ja gerne:

Die See ist nicht Dein Freund.

Sie sagen es schulterzuckend. So nimmt man in Lettland Realitäten hin, die sich nicht ändern lassen. Die Natur der See ebenso wie heißes oder eisiges Wetter, niedrige Renten oder auch Besatzungsmächte.

Russisches Zarenreich, Sowjetrussland, Deutsches Reich, freies Lettland, Nazideutschland, Sowjetunion, neues freies Lettland: Innerhalb des 20. Jahrhunderts erlebte Lettland sieben verschiedene Herrschaften, die meisten davon als Eroberer und Besatzer. Es ist ein kleines Land zwischen Estland und Litauen, mit Grenzen zu Russland und Weißrussland.
 
 
Lettland in der EU Karte
 
 
Seit 1990 ist es unabhängig und demokratisch, seit 2004 in der EU und der Nato, seit Januar 2014 zahlt man mit Euro. „Musterschüler“ nennt die EU Lettland, doch auch Wladimir Putin streckt seine Machtfinger wieder in Richtung Baltikum aus, lässt Kampfjets und Marineschiffe testen, wie weit er gehen kann.

Hätten alle russisch-stämmigen Bürger Lettlands das volle Wahlrecht, wären sie im Land in der Mehrheit und könnten einen „Lexit“ hinlegen, ähnlich den Bewohnern der Krim, die für Russland stimmten und sich aus der Ukraine verabschieden. Die allermeisten der russisch-stämmigen Bürger Lettlands haben darauf aber nicht die geringste Lust und fühlen sich als Letten, die eben Russisch sprechen.

Erstes Element

Wasser

Kommt, kommt, kommt ans Wasser! Bringt Decken und Fußbälle. Am Wochenende fährt man raus – und der Weg ist dabei nicht das Ziel!

Am Strand von Jūrmala erklingt an einem heißen Sonntag Lettisch, Russisch, auch Deutsch, von Baltikum-Touristen und den wenigen Alten, die noch geblieben sind. Außer jenen Kindern, denen die Mütter Zwangsabkühlung verpassen, nehmen die Badegäste Hitze und kaltes Meer gelassen. Sie lagern auf Decken und holen sich Sonnenbrände

Den weißen Strand fanden alle, die jemals kamen, spitze. Aus den kleinen Fischerdörfern wie Majori, Dzintari oder Lielupe wurde die Stadt Jūrmala, deren Name einfach nur Strand bedeutet. Auf den konnten sich alle einigen, auch alle Besatzer. Durch Jūrmala zu gehen ist wie Geschichte in Falschfarben zu betrachten. Jūrmala mit einer überlagerten Einwegkamera zu fotografieren ist wie ein Museum des Moments zu erschaffen, in dem die Vergangenheit mit aufs Bild kommt.
 
 

Alte Badevillen, windschiefe Hexenhäuschen, Designer-Apartments oder neue Prachtbauten im Bauhaus-Stil mit russischem Sicherheitsmann davor: In Jūrmala bildet sich die Bau- und Gesellschaftsgeschichte des Landes ab. Viele der Häuser, auch die ganz neuen, stehen zum Verkauf: Investitionsgräber des 21. Jahrhunderts stehen neben ehemaligen sowjetischen Erholungsheimen. Wer will, sieht Jūrmala als Freilichtmuseum geborstener Träume verschiedener Epochen, Idealen, davongeschwemmt von den Wellen der Zeit.

Das Wasser in Lettland flüstert.

Die Ostsee, die Flüsse, die Seen, alle wispern ihre Lockrufe in den Wind, der diese dann in die Katen und Dörfer trägt. Ans Wasser, ans Wasser, kommt ans Wasser. Bringt Decken, Picknick und Grills, bringt Fußbälle und Angelruten. Freizeitvergnügen ohne Wasser ist nur eine halbe Sache. Ohne Wasser kein Freizeitvergnügen. Und so geht über ungeteerte Holperstraßen ans Wasser.

Solche Straßen führen nicht ins Nirgendwo, sondern an Ufer, wo es dann – Überraschung – außer Strand und Wasser meistens etwas Besonderes gibt.

Einen Campingplatz etwa, der Kanus für eine Paddeltour auf dem Fluss verleiht. Eine schwimmende Plattform, von der aus Wasserskifahrer starten. Einen Turm, um von dort aus besser Wasservögel beobachten zu können.

Der Wasserfall von Kuldiga ist sogar ein gratis Erlebnisbad. Als rauschender Bogen fällt hier der Fluss Venta einen knappen Meter tief einen Felsabbruch hinunter. Bei Hitze ist er mit seinen 240 Metern Breite die größte Open-Air-Dusche Europas. An weniger heißen Tagen staksen Mutige Barfuß, aber ansonsten in voller Montur genau an der Kante den gesamten Wasserfall entlang.

Eine Malerin sitzt mitten im Fluss und hält ihre Eindrücke fest. Familien auf Landpartie machen Fotos für die Oma daheim.

Die nördlichen Befestigungsanlagen von Liepāja, ganz im Westen Lettlands, sind Schattenspender, Grillplatz und Sprungturm zugleich. Hier braust die Ostsee ungebremst heran, die Beton-Festung am Strand hat sie aber dennoch nicht schleifen können. Der Zar ließ diesen Ostseewall zum Schutz seines Kriegshafens vor der Marine des deutschen Kaiserreiches bauen.
 
 

Die Geschützstellungen sind beliebte Orte zum Knutschen, das Tunnelsystem ein Abenteuerspielplatz.

Die Geschützstellungen sind beliebte Orte zum Knutschen, das Tunnelsystem ein Abenteuerspielplatz.

Jetzt hüpfen von den Betonbauten Jugendliche ins Meer, genießen Spaziergänger die prima Aussicht von den Dächern der alten Artilleriestellungen aus.

Jetzt hüpfen von den Betonbauten Jugendliche ins Meer, genießen Spaziergänger die prima Aussicht von den Dächern der alten Artilleriestellungen aus.

Geschichte ist in Lettland fast überall, und der Umgang damit erstaunt manchmal, da das Narrativ immer das einer unterdrückten Nation ist, die aus dem, was andere hinterlassen haben, das Beste macht.
 

* * *

Zweites Element

Feuer

Kümmelkäse, Farnblütensuche und Kinderchor: Was die Herzen der sonst so gelassenen Letten entflammt.

„Und jetzt macht Euch bereit für den Schweinetanz!“, befiehlt die Sängerin.

„Oh, der Schweinetanz. Anstrengend“, murmelt eine Tänzerin neben mir. Ihr Mann nickt nur. Wie die meisten Leute in den Vierergruppen auf dem großen Tanzboden. Die Band legt los, eine flotte Polka, die Sängerin zählt acht Takte ein, und dann: Schweinetanz!

Zweimal langsam hüpfen, dreimal schnell hüpfen, dabei abwechselnd das rechte und das linke Bein in die Mitte des Tänzer-Quadrats werfen. Einmal klatschen, dann alle so: rechten Arm nach innen, Armquadrat bilden, vier Takte lang nach links im Kreis tanzen, klatschen, anders herum, und wieder von vorn: Hüpf! Hüpf! Hüpf, hüpf, hüpf!

Strahlende Gesichter auf dem Tanzboden. Die große Bohlenfläche liegt im Park des Kulturzentrums Ziemeļblāzma (Polarlicht). Es ist vier Tage vor Līgo, dem nationalen Feiertag zu Sonnwend, und schon jetzt sind die Leute aus dem Häuschen. An Līgo am 23. Juni ist das Programm klar: Es wird am Lagerfeuer die ganze Nacht getanzt, gefeiert, viel Bier getrunken und ein würziger Käse mit viel Kümmel gegessen. Sich vorher schon mal warm zu tanzen gehört dazu. Die einfachste Form des „Schweinetanz“ kann jeder sofort lernen und mitmachen, und jeder, der dann noch nicht zu viel getrunken hat, kann sie an Līgo auch den anderen beibringen, wenn die noch nicht zu viel getrunken haben.
 
 
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An dem Tanzabend im Park von Ziemeļblāzma gibt es keine Getränkestände, nur einen Dekobierkrug aus Montageschaum. Das Kulturzentrum liegt ganz am Stadtrand von Riga, hat seine eigenen Tanz-Dauergäste, und an diesem Abend kommen auch Gruppen aus anderen Stadtvierteln. Viele junge Familien sind da. Kleinkinder, die kaum laufen können, wollen schon mittanzen.

Das klingt alles furchtbar nach Folklore. Ist es auch, aber Folklore ist in Lettland nicht kitschig oder uncool, sondern eine ernste, gar staatstragende Sache. Es lohnt sich, etwas tiefer zu blicken. Volkstänze, Trachten aus Leinen und Volkslieder, Bänder und Gestricktes mit traditionellen Wurzeln – darauf baut die moderne lettische Kultur und Identität. Das klingt jetzt wiederum furchtbar pathetisch, ist aber so.

Was „Lettisch“ ist, mussten die seit Jahrhunderten fremdregierten Letten erst um die Wende zum 20. Jahrhundert für sich definieren. Da blieb außer der Sprache vor allem das, was heute nach Folklore klingt. Daher wurden die Lieder, Tänze, Gedichte und Sagen, die bäurischen Trachten und die traditionellen Muster integraler Bestandteil der lettischen Identität, und sie sind es nach der Unabhängigkeit von der Sowjetunion wieder geworden. Gemeinsames Singen und Tanzen – und gemeinsam heißt, dass da auch ein paar zigtausend Leute zusammenkommen können – ist eine Sache des nationalen Kulturguts.

Im Lied, im Gedicht und im Muster bilden sich die lettische Seele und der lettische Kosmos ab, so die Überzeugung.

Der Gesangstag im Sommer ist mindestens so wichtig wie das Līgo-Fest, und beim Singen und Tanzen entbrennen die sonst so stoischen Letten in ein Emotionsfeuer aus zuckersüßer Melancholie, überquellender Liebe zu allem in der unmittelbaren Umgebung und dem Universum als solchem, nicht zu bändigender Lebenslust, die dringend nach Schnaps und Bier verlangt, weil sie den Menschen sonst von innen verzehrt. Dies alles im Rhythmus von Polka und Galopp.

Wenn die Herzen der Letten einmal brennen, dann lichterloh. Entflammbar sind sie nur schwer.

Gelassenheit bis hin zur äußeren Emotionslosigkeit das Ziel der Selbstpräsentation. Coolness heißt das anderswo.

Gäbe es nicht diese hochemotionalen Gedichte, die jauchzenden Volkslieder, die ebenso jauchzend mitgesungen werden, und die herzzerreißenden Schlager, man müsste die Letten für einen Haufen stumpfer Langweiler halten. Sind sie aber natürlich nicht, das sind in den Augen der Letten die Litauer und die Finnen.

Um kein Klischee auszulassen: Ein lettischer Mann heißt im Zweifelsfall Jānis (Johannes, Namenstag am 23. Juni) und eine Frau Liga (die an Mittsommer geborene, Namenstag am 24. Juni) – die Namen sind ausgesprochen häufig, und wieder geht es um Līgo, das große Sommerfest, das an genau diesen Tagen steigt. Dessen Name, man weiß es nicht genau, könnte übersetzt bedeuten: Tag, an dem gesungen wird. Oder auch: Tag, an dem man schwankt. Kein Witz.

Das Fest braucht jedenfalls große Vorbereitungen, die über die Tanz-Übungsstunde hinausgeht. Es ist fast wie zu Weihnachten. Die Supermärkte erweitern ihr Sortiment um besonders viele Bierkrüge – sogar bayerische Maßkrüge sind zu sehen. Fackeln, dicke Kerzen, Grillausrüstung, Mückenspray, Schlager-CDs, Plastikgeschirr, auch Regen-Pelerinen und Gartenschirme sollen helfen, die Nacht zum Tag zu machen.

In der Frischwarenabteilung werden ganze Kühltruhen für Bratwürste und den Ķimeņu Siers, den Kümmelkäse, reserviert. Mittsommer ohne diesen Käse wäre wie das Münchner Oktoberfest ohne Brezen.

Wer den Kümelkäse zu Līgo nicht selbst herstellt, geht auf einen der vielen Līgo-Märkte. Der größte ist direkt am Domplatz in der Rigaer Altstadt und bietet Käse, Schinken, Honig, Handgeschnitztes. Besonders angesagt sind gerade handtellergroße traditionelle Ornamente aus Holz; sie sehen aus wie eine Kreuzung aus Runen und den Bruchstücken eines umgefahrenen Jägerzauns.

Das Wichtigste aber sind die Blumen.

In Plastikkübeln. In großen Garben. Auf Dreiecksständern. Marktfrauen binden Kränze aus Kornblumen, Mohnblumen und Margeriten für die Damen. Männer mit großen Kronen aus Eichenlaub verkaufen Eichenlaub an andere Männer, damit auch diese am Festtag Sommerkönige sind. Nach dem Sprung übers Feuer gehen sie dann mit den Damen im Unterholz „Farnblüten suchen“, noch so ein archaischer Brauch, für den es nach einigen Litern Bier tatsächlich die Kraft von Eichen braucht.

Auf einem Podium am Markt singen Kinder im Chor. Birkenzweige und ein Plakat mit Margeriten sind das Bühnenbild. Kinder und Jugendliche singen und tanzen. Hüpf, hüpf. Die Eltern sind begeistert. Einigen alten Damen stehen Tränen in den Augen. Da lodert es, das lettische Feuer – schon Tage, bevor die eigentlichen Johannisfeuer brennen.

 

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Drittes Element

Luft

Warum Lettland ein Vogelparadies ist und warum auch die Leere Geschichte hat.

Glucksen und Klicken verrät sie schon, obwohl sie gerade nur miteinander sprechen und der Umwelt gar nichts mitteilen wollen. Irgendwo da oben in den Wipfeln sind sie. Glucks. Gah. Kraah! Jetzt haben sie sich verraten. Die Kolkraben halten ein Schwätzchen. In Deutschland sind sie fast ausgestorben, im Gauja-Nationalpark und anderswo ziehen sie ihre Kreise über den Wäldern und machen mit lautem Krah-Krah klar, wer die Lufthoheit im jeweiligen Revier hat. Die Reviere sind groß, groß genug für ausgiebige Rundflüge auf metallisch schimmernden Schwingen. Nationalparks schützen die Landschaft, aber diese darf auch sonst oft machen, was sie mag, denn viele Flächen, viele Wälder sind unbewirtschaftet. Hier stapfen dann Störche durch die wilden Blumenwiesen und schnappen sich Frösche. Die Nester thronen auf Strommasten, im Sommer lugen die Jungvögel über den Rand hinaus in die wilde Welt.

Lettland ist ein Vogelparadies.

Bird-Watcher aus aller Welt haben es schon auf der Landkarte ihrer Lieblingsdestinationen. Auch dem Nicht-Vogelfreund muss es auffallen. Im Sommer liegt auch in der Stadt ein Trillern und Kreischen in der Luft, Gruppen kleiner schwarzer Kerlchen schwirren über den Himmel: Schwalben- und Mauerseglerballett. In jedem Gebüsch, auf jedem Platz tschilpt es: Spatzenkonzert.

In den oftmals bröselnden lettischen Städten voller Altbauten finden Vögel beste Brutplätze. Die unbefestigten Wege und Höfe mit ihren schlammigen Pfützen sind Nistmaterial-Baumärkte für Schwalben. Und, ja, echte Vogelfreunde freuen sich auf über den Spatz auf dem Dach. Es lohnt sich in Lettland, nach oben zu blicken.
 
 

Haussperlinge in Riga

Haussperlinge in Riga

Weißstorch

Weißstorch

Weißstorch

Weißstorch

Lachmöwe in Jurmala

Lachmöwe in Jurmala

Buchfink-Weibchen

Buchfink-Weibchen

Naturfreunde freuen sich darüber, aber sie zieht es natürlich hinaus in die Nationalparks. Im Ķemeri-Nationalpark etwa ist im Sommer das größte Freiluftbuffet angerichtet, das Vögel sich wünschen können. Aus den Sümpfen und Seen steigen Myriaden Mücken auf, in den Wäldern und Dünen kritzen und kratzen Käfer und Fliegen aller Art. Die Schwalben brauchen nur die Schnäbel aufzusperren und geradeaus zu fliegen, und das könnte ein Schauspiel sein, um es abends auf der Terrasse zu genießen, aber… die Mücken, ach, die Mücken.

Lettlands Luft ist voller Leben und die Städte so reich an verlassenen und verfallenen Häusern, dass Urban Exploring, das Erkunden und Fotografieren solcher verlorener Orte, in Lettland bei weitem nicht so hip ist wie in Deutschland. Es ist einfach nicht spannend genug. Meistens zumindest.

Manche verlassenen Häuser haben so viel Dunkelheit in sich und so viel Leid in ihren Mauern aufgesogen, dass sie stumme Monumente sind.

Das Haus in der Rigaer Brīvības iela 61 ist so ein finsteres Monument. Mit verspiegelten Scheiben blickt es starr hinaus auf die große Ausfallstraße. „Stūra māja“, Eckhaus, nennen es die Rigaer, oder auch schwarzes Haus. Das voluminöse Gründerzeithaus thront über der Kreuzung und war lange Zeit rußgeschwärzt. Hier hatte die „Chekka“ ihren Sitz, wie die Letten den KGB nannten. Nach der Wende übernahm die Polizei den Bau, 2008 wurde er ausgeräumt und versiegelt. Bis 2014, als Riga Europäische Kulturhauptstadt war und das Schwarze Haus für eine Saison zum Exploring geöffnet wurde.
 
 

Lange Gänge, in die nur fahles Licht fällt. Halb abgerissene Tapeten, knarzendes Linoleum.

Schwere, weiß lackierte Türen, manche innen gepolstert, manche noch versiegelt. Tresore mit Aktenkoffern voller Karteikärtchen, die verraten würden, welche heute hoch angesehene Mitglieder der lettischen Society dem KGB zugearbeitet haben. Spurrinnen der Rollen von Schreibtischstühlen. Im Verhörzimmer noch ein Knüppel auf dem Tisch. Finstere Zellen mit Pritschen für Dissidenten und Denunzierte. Unter den Dielen des Hinrichtungsraums noch die Abflussrinne für das Blut der Toten. Das schwarze Haus ist auch von innen schwarz. Künstler und Historiker bespielten es 2014 mit Ausstellungen, Zeitzeugen kamen vorbei, manchmal eingeladen, manchmal einfach so. Sie erzählten von Folter, von Transporten nach Sibirien, von Arbeitslagern.

Wieder fielen Tränen auf die ausgetretenen Parkettböden. Und was mag noch hinter den Türen lauern, die noch versiegelt sind? Welcher Schrecken schläft unter den Dielen?

 

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Viertes Element

Erde

Irdene Naturschätze, verwunschene Höhlen, verborgene unterirdische Anlagen: Von Sehenswürdigkeiten und Erinnerungen.

Das Moor ist alt. Es hat Falten und Schrunden, tiefe Risse, die sich mit schwarzem Wasser gefüllt haben. Der Wind fegt über die Ebene, rüttelt an den Krüppelfichten und verwuschelt die kleinen Birken, die sich hier her getraut haben. Die meisten Pflanzen ducken sich: Die Moose, die Flechten, und der Sonnentau. Millionenfach streckt er seine Blättchen empor und hofft, eine Mücke zu erwischen. Der Wachtelkönig trippelt über die Mooskissen.

Hier ist es gut, klein und leicht zu sein, denn ein großes Tier hat im Moor von Ķemeri vor allem die Chance, auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden. Verschluckt zu werden von der Erde, die so uralt und doch so lebendig ist, dass der Untergrund schwankt, die Seen nur scheinbar Ufer haben, Moose auf dem feuchten Untergrund nur Schwimmen. Erde und Wasser verschmelzen und verschwimmen hier und bilden eine Landschaft, die sogar vom schwankenden Aussichtsturm aus weiter reicht als der Blick.
 
 

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Stege aus langen Bohlen durchziehen diese an die Urzeit erinnernde Ebene, damit Wanderer nicht nur den Weg hinein, sondern auch lebendig wieder hinaus finden. Es ist einer jener Sümpfe, die den Menschen seit Alters her Angst machen, weil sie Mann und manchmal sogar Maus verschlingen, weil faulige Dämpfe aus ihnen aufsteigen und ihr Boden so trügerisch ist, kurz, weil hier die Natur mächtiger ist als der menschliche Verstand.

Die meisten dieser Moore sind heute trocken gelegt und der Torf von ihrem Grund ist in Öfen verheizt worden. Nicht so in Lettland, wo Nationalparks wie der von Ķemeri besonders spektakuläre Sumpflandschaften schützen und wo Sümpfe auch anderswo geduldet werden, weil es noch genug Platz für Mensch, Wald und Sumpf gibt.
 
 

Englisch Kratzdistel in der Region Vidzeme

Englisch Kratzdistel in der Region Vidzeme

Bachnelkenwurz im Gaujatal

Bachnelkenwurz im Gaujatal

Gemeine Akelei am Baltezers

Gemeine Akelei am Baltezers

Sumpf-Schwertlilie am Ufer des Flusses Gauja

Sumpf-Schwertlilie am Ufer des Flusses Gauja

Sonnentau

Sonnentau

Die Erde – im Ķemeri Park hat sie so viele Aggregatzustände wie sonst nirgends in Lettland.

Sie ist schwarzes Wasser und schwarzer Boden, lässt Feuchtwiesen wachsen und Magerrasen, Schilf und Rasen. Sie verschlingt als Morast den Bohlenweg hinter dem historischen Waldhaus und bringt als Brutstätte so viele Plagegeister hervor, dass es einst in ebendiesem Waldhaus ein Ausflugslokal namens „Zur lustigen Mücke“ gab. Sie atmet Schwefel und ist Bühne für die kleinen Ballerinas namens Sonnentau, die hier mit ihren Tutus aus Glitzerperlen tanzen. Als Sand rieselt sie ins Meer und kriecht am Strand in die Schuhe, in den Rucksack, in die Kekstüte.

Im Gauja-Nationalpark öffnet die Erde ihre Pforten. Der Fluss Gauja sich hier ein hübsches Tal gegraben, in der Umgebung locken Klippen und Höhlen. Vor der berühmten Gutmanns-Höhle treten sich die Bustouristen förmlich auf die Zehen. Fast niemand geht den Weg weiter zu den zwei anderen Höhlen, die die Sandsteinklippe hier auch noch öffnet.

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Wäre der braune Frosch, der gut getarnt in einer dieser kleinen Höhlen sitzt, ein verzauberter Prinz, er würde vermutlich noch 1.000 Jahre warten müssen, bis ihn hier jemand entdeckt und küsst.

Nicht ganz so verschlagen, dafür noch entlegener ist das im Sanatorium in Līgatne, ein schauriger Ort in den Wäldern. Die Bäume wisperten schon zu sowjetischer Zeit, dass irgendetwas mit dem Sanatorium nicht geheuer sei. Dass es in Wirklichkeit vielleicht ein Raketenstützpunkt sein könnte.

Tatsächlich haben die Sowjets den größten Bunker Lettlands in das Hochufer der Gauja gegraben. Unter neun Metern Beton und Gestein ist hier Platz für 250 Menschen, die ohne Kontakt zur Außenwelt drei Monate lang überleben könnten. Nach der Wende ließen die Sowjets dort alles stehen und liegen, wie es war.

Das Sanatorium ist heute noch in Betrieb und hat sich seinen Sowjet-Charme erhalten, der Bunker kann besichtigt werden.

Guide Oskars, Lette, führt fast jeden Tag eine Gruppe in den „sichersten und geheimsten Ort ganz Lettlands“, wie er sagt. Im Kommandoraum hängen noch heute Karten und Einsatzpläne aus dem Jahr 1988 – handgezeichnet, weil die Informationen darauf so geheim waren, dass man sie keinem Drucker anvertrauen wollte. Man darf sie auch heute nicht fotografieren, außer, Oskars erlaubt es einem. Er findet, der Job in der Kommandozentrale war der härteste in ganz Sowjet-Lettland. Denn die Wachen starrten Jahr um Jahr auf Lämpchen und Alarm-Telefone – und nie ist etwas geschehen.
 
 

Oskars erklärt, dass die Wände grün gestrichen wurden, damit die Menschen, die hier im Falle eines Atomkriegs zusammengepfercht werden sollten, in ihrer unterirdischen Isolation nicht verrückt würden. Grün beruhigt, heißt es. Nur Männer sollten hier untergebracht werden, wichtige Männer des Sowjetregimes, jeder in einem eigenen Büro, das zugleich ein Schlafzimmer war. Nur der Generalsekretär der kommunistischen Partei hatte Tapete an der Wand und außer einem Arbeitszimmer mit schwerem Schreibtisch auch einen Schlafraum mit einem echten Bett.

Der letzte Generalsekretär der lettischen KP lebt noch. Oskars würde ihn gerne hierher bringen, in sein altes Büro, das so aussieht, wie er es verlassen hat, und ein Foto von ihm machen.

Aber das wird wohl nichts, sagt er. Schade eigentlich.

 

* * *

Fünftes Element

Freiheit

Eine Nacht im Gefängnis, eine staatliche Sprachprüfung und das fünfte Element, das alles zusammenhält.

Mit einem scharfen Knall fällt die schwere Tür in den Rahmen. Es wird stockdunkel und völlig still im Raum. Draußen stehen zwei Studenten und ein gemütlicher Lette, aber der Raum ist von der Welt und vom Leben abgekoppelt. Kein Geräusch, kein Lichtstrahl. Kälte kriecht die Beine empor. Die Wände, unsichtbar aber doch präsent, rücken näher zusammen. Das ist das „Loch“, die Strafzelle im Gefängnis Karosta. Wer hier eingesperrt ist, hat sogar im Gefängnis noch rebelliert, geschlägert, vielleicht auch nur gemotzt. Das „Loch“ von Karosta ist ein schauriger Ort.

Die Mauern atmen Elend, der Fußboden ist mit Verzweiflung getränkt.

Der gemütliche Lette öffnet die Tür wieder. „Na, Lust, hier drei Wochen drin zu bleiben?“ Der Mann, der seinen Namen nicht sagen mag und eigentlich gelernter Fotograf ist, ist der letzte Gefangene des Militärgefängnisses Karosta. Der Bau aus der Zarenzeit diente bis 1997 als Zuchthaus für Soldaten. Sieben Armeen nutzen es nacheinander. Der Backsteinbau ist jetzt ein Museum, und wer mag, kann es auch Erleben. Übernachtungsmöglichkeiten, Re-Enactments, interaktive Geschichts-Shows, Junggesellenabschiede, damit soll die Erinnerung an den Ort und seine Historie lebendig bleiben.
 
 

Der gemütliche Lette hat oben im Gebäude ein Zimmer. Wann immer jemand freiwillig in einer der Zellen übernachten will, muss er auch dort die Nacht verbringen. Seit zehn Jahren macht er das. Er seufzt. „Klar macht das etwas mit mir. Und wenn ich im Herbst hier allein bin und vielleicht etwas repariere, dann nehme ich wahr, dass ich hier nicht allein bin.“

Die Zelle für Besucher ist immerhin blau gestrichen und hat Glasbausteine anstatt Gittern – aber dennoch kein Fenster. Drinnen ist ewige Schummrigkeit. Sogar im Hochsommer frieren nackte Füße auf dem Boden. Kein WLAN, kein Handy-Netz, kein Fernseher, keine Leselampe. Die Deckenfunzel in der Zelle ist auszuschalten wie in alter Zeit: Nur von außen, mit Hilfe eines langen Besenstiels. Das Eisenbett ist etwas mehr als Schulterbreit. Eine Nacht im Gefängnis Karosta ist eine Nacht zum Nachdenken. Über Leid. Über Verzweiflung. Über innere Kraft.
 
 

Nachts barfuß und alleine über die finsteren Gänge des Gefängnisses zu schleichen ist eindringlicher als es eine Show sein könnte. Schatten in den Winkeln. Dunkelbraune Wände. Graffiti von echten Häftlingen in den Museumszellen. Sind das Stiefelschritte, die da aus dem Nebengang herüberhallen? Kommt der kalte Hauch wirklich nur vom Boden? Still ist es in den Gängen, grabesstill, und bedrückend legt sich die Geschichte des Ortes als dunkelbraune Decke auf die Seele.

Es bleibt, nach innen zu blicken, und der Blick fällt auf das fünfte Element: Freiheit.

Sie war in Lettland bisher so selten, dass sie hier eine Kraft ist, die die Menschen und die Gesellschaft nicht auseinanderstreben, sondern zusammenrücken lässt. Freiheit, das kostbarste Gut der Gemeinschaft. Freiheit, die nicht erkämpft, sondern in stoischer Ruhe herbeigesehnt, herbeigewartet und ein wenig herbeigesungen wurde.

Freiheit, die in Karosta immer das fernste war, auch jenseits der Gefängnismauern. Das ganze Viertel, zur Stadt Liepāja an der Westküste gehörend, war fast 100 Jahre lang militärisches Sperrgebiete. Eine schwenkbare Brücke trennt es vom Rest der Stadt. In den zu großen Teilen leer stehenden sowjetischen Plattenbauten hängen schon morgens Typen ohne Hemd, aber mit Wodkaflasche in der Hand, aus den Fenstern und pöbeln. Sie sind aus der alten Zeit übrig geblieben, gefangen in der sowjetischen Vergangenheit Lettlands. In andere Häuser sind junge Familie eingezogen, renovieren so gut es geht, pflanzen Blumen in die Vorgärten. Sie nutzen die neue Freiheit.
 
 
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Monatelang waren manche Häftlinge hier im Backsteingefängnis. Andere nur ein paar Tage lang. Bis sie wieder nüchtern waren, bis ihre Seelen gebrochen waren oder bis das Hinrichtungskommando der Wehrmacht vorbeikam, um alle, die als Deserteure galten zu erschießen, egal in welcher Armee sie gedient hatte. Am Ort der Massengräber des Zweiten Weltkriegs, direkt gegenüber des Gefängniseingangs, ist heute ein Garagenhof für die Bewohner der nahen Plattenbauten. Die Gedenkstätte für die getöteten Soldaten aller Armeen, die in Karosta als Deserteure standrechtlich erschossen wurden, ist von der Straße aus unsichtbar in einem Wäldchen versteckt.

„Wir wollten nicht in den Krieg“, steht in mehreren Sprachen auf einem Stein.

 
 
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Der gemütliche Lette mit den sanften Augen findet, dass es in Ordnung ist, dass den Deserteuren, die nicht für ihr Land eintreten wollten, nicht ausführlicher gedacht wird. Er zieht sich morgens, wenn die Übernachtungsgäste verstrubbelt aus ihren Zellen kriechen, eine Sowjetische Uniform an und wartet bei einem Glas Tee auf Museumsgäste. „Vielleicht wollen Sie ja noch ein Souvenir kaufen“, sagt er. Es gibt T-Shirts mit einem Stiefelabdruck und einem Hakenkreuz. „Ein altes lettisches Symbol“, sagt der Mann, „es zierte auch einmal die Flugzeuge der lettischen Luftwaffe. Sehr archaisch, sehr kraftvoll. Es gehört zu uns.“ Das Hakenkreuz ist in Lettland eines der Symbole, die es auch aus Holz auf dem Markt gibt.

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Vergessener Sowjet, Russe, Lette, Russisch sprechender Lette, Lettisch sprechender Russe – im Viertel Karosta leben die sehr verschiedenen Bürger Lettlands eng zusammen.

Das Trennende, den Fluss, haben sie schon überwunden, das ehemalige Problemviertel macht sie zur Schicksalsgemeinschaft. Anderswo im Land sind die Orte homogener und die Gruppen bleiben mehr unter sich. Die Käseverkäuferinnen im Zentralmarkt, die mit ihren feisten Armen bis zum Ellbogen im Eimer mit frischem Krümel-Quark tauchen, etwa sprechen fast ausschließlich Russisch. Ihre Waren müssen sie aber in lettischer Sprache auszeichnen, so will es dass Gesetz. Zweisprachige Beschilderung ist nicht erlaubt, obwohl das Land zweisprachig ist. Das liegt daran, dass es in Lettland immer noch Russen und innere Sowjets gibt, die sich weigern, die Landessprache Lettisch zu sprechen oder auch nur zu lernen. Das sind etwa 300.000 Bürger Lettlands – die nicht als Bürger gelten und auch nur eingeschränkte Bürgerrechte haben. „Nepilsoņa Pase“ (Nicht-Bürger) und „Alien’s Passport“ steht in ihren Pässen; sie haben keine Staatsangehörigkeit, dürfen nicht wählen, erhalten keine Renten.

Dabei ist es ganz leicht. „Labdien!“, sagt die kräftige junge Frau, und fragt: „Kā Jums sauc?“ (Guten Tag, wie heißen Sie?).

Als nächstes kommt „Wie geht es?“, „Wo wohnen Sie?“ und „Was arbeiten Sie?“. Standardfragen aus jedem Anfänger-Sprachkurs. Wer sie beantworten kann, hat schon einen guten Teil der mündlichen Sprachprüfung bestanden. Einmal im Monat findet sie in Riga statt, auch in anderen lettischen Städten wird regelmäßig staatlich geprüft.

Etwa 100 Prüflinge drücken sich im Gang einer Rigaer Mittelschule herum. Fast alle sprechen Russisch. Es ist Samstagmorgen, alle brabbeln aufgeregt. Die Prüfer und Beisitzer haben sich Namensanstecker in den lettischen Nationalfarben angeheftet und herrschen die Wartenden mit sowjetischer Zackigkeit an. Los, los, Anmeldebestätigung her! Die drei schriftlichen Teile der Prüfung finden in einem rappelvollen Schulzimmer statt. Es riecht nach alten Socken. Hörverständnis, Leseverständnis, Schreiben, alles genormt, alles genau so, wie es im Vorbereitungskurs und im Lehrbuch geübt wurde, ob Bewerbung als Aushilfe oder Mail an einen Freund.
 
 
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Auf einer der Bänke im Gang vor den Klassenzimmern sitzt eine alte Dame mit den Händen einer Bäuerin und Löchern in den Schuhen. Ein dicker Rocker in Lederkluft und mit Pferdeschwanz neben einem asiatischen Schüler. Eine ukrainische Mutter von zwei Kindern, die einen besseren Job haben möchte, wie sie in der Pause verrät. Allen gemeinsam ist, dass sie die Nase voll davon haben, Nichtpersonen zu sein. Wer dann noch in einer anderen Prüfung die lettische Nationalhymne singt und einen Geschichtstest besteht, in dem unter anderem die Zeiten der Okkupation abgefragt werden, kann Lette werde – und damit auch EU-Bürger.

Lette zu sein bedeutet in Lettland viel.

Es bedeutet, sich in der Sowjetzeit nicht selbst verloren zu haben. Es bedeutet, einen Begriff davon zu haben, was dieses Lettland ist und was lettisch sein könnte. Es bedeutet, sich nach bestandener Prüfung oder am Tag der Hochzeit vor dem Brīvības piemineklis (Freiheitsdenkmal) in Riga fotografieren zu lassen und stehen zu bleiben, wenn im Einkaufszentrum ein lettischer Chor singt.

2

Vor allem aber bedeutet es, frei zu sein. Nach Jahrhunderten frei von Fremdherrschaft und Fremdbestimmung.

Frei auch, mit Russen weiterhin Russisch zu sprechen und frei, diese eckigen alten Symbole uncool und Putin super zu finden. Ob Russe, Lette oder sonst jemand in Lettland: Die hart errungene Freiheit ist das, was alle zusammenhält.

 

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Felicia Englmann liebt es, Geschichten zu hören und zu erzählen. Sie ist freie Autorin und Journalistin in München und schreibt über ferne und nahe Länder, über Politik und Kulturgeschichte. In der „Gebrauchsanweisung für Dubai“ und „Arabersaison“ erzählt sie aus Arabien. Sie liebt Musik von Richard Wagner, hat acht Fremdsprachen gelernt und wünscht sich ein Motorrad.

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  • Robert on 30. August 2015

    Grandios, Deine Multmedia-Reise in eines meiner Lieblingsländer. Bin begeistert und würde am liebsten gleich wieder losfahren! Ich staune immer wieder, wie viel Arbeit Leute kostenlos ins Netz stellen.Gerade stelle ich mir die vielen Stunden vor, die Du an diesem Werk gesessen hast… . Eins stimmt meines wissens nicht: „Hätten alle russisch-stämmigen Bürger Lettlands das volle Wahlrecht, wären sie im Land in der Mehrheit und könnten einen „Lexit“ hinlegen. “ In Riga sind ca. 40% der Einwohner „Russen“, am Land rund 1/4, also keine Mehrheit.

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    • Felicia on 31. August 2015

      Hi Robert,
      freut mich, dass Dir die Geschichte gefällt. Das Problem ist, dass die Bevölkerungsstatistik, die Du zitierst, die offizielle ist, also die Statistik, die die „Nepilsons“ nicht mitzählt – die russisch-stämmigen Leute, die keine Staatsbürgerschaft haben und daher auch beine Bürger sind. In Städten wie Daugavpils ist die Bevölkerung zu fast 90 Prozent russischstämmig, Nepilsons und russischstämmigen Letten zusammengenommen. Die Info habe ich jedenfalls von Bügerrechtlern bekommen: 53 Prozent der Bürger seien in diesem Sinne russischstämmig. Einen aktuellen offiziellen Zensus gibt es leider nicht.
      Beste Grüße
      Felicia

  • Linda Moser on 7. September 2015

    Grandios! Eine der interessantesten und bewegensten Seiten die ich lange gesehen habe. Weiter so! Wirklich, wirklich berührend schön!

    Linda Moser, aus Brackenheim
    http://www.moser-designs.de

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