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The Travel Episodes

Somaliland

Welcome to Somalia

Johannes Klaus und Alex der Schwede machen sich auf die Reise in ein Land, das es offiziell gar nicht gibt.
Ein Reisebericht in sechs Kapiteln.

„Ist das Haschisch?“ fragt mich der somalische Grenzbeamte, während ich auf meinen Pass warte und mir eine Zigarette drehe.
„Oh… nein! Nur Tabak!“, entgegne ich vorsichtig.
„Wie schade…“, murmelt der Mann enttäuscht. In seiner linken Backe zeichnet sich deutlich ein Klumpen der berauschenden Khatblätter ab, den er jetzt auf die rechte Mundseite schiebt. Er wendet sich wieder dem Bündel Zweige zu, die neben ihm liegen, und zupft ein paar junge Blätter ab. Ich lache erheitert.

„Anyway, guys,… welcome to Somalia!“

Wajaale ist ein kleiner, staubiger Grenzübergang. Kleine Häuser und Baracken säumen die steinige Straße, die Äthiopien mit Somalia verbindet. Bunt bemalte Trucks stehen am Rand und warten darauf die Grenze überqueren zu dürfen oder mit Baumaterial, Lebensmitteln und allerlei anderen Handelsgütern beladen zu werden. Im Schatten unter den Lastwagen kauen Ziegen auf gammligen Melonenschalen herum, die Sonne brennt herzlos vom unbewölkten Himmel.

Das Ende der Welt, so muss es aussehen, denke ich, als ich über die Brücke laufe, die ein ausgetrocknetes Flussbett überspannt. Dies ist das Niemandsland zwischen zwei armen Staaten, doch es ist voll: Voll mit dem Plastikmüll der Menschen, die auf beiden Seiten der Grenze leben. Niemand kümmert sich darum. Über der Straße hängt eine Schnur.

Ich hebe sie an – und bin in Somalia.

 

Somalia? Somaliland?

Die politische Situation ist hier durchaus verwirrend. Während der Kolonialzeit war Somalia zweigeteilt: Das Gebiet im Süden, von Italien beherrscht mit Mogadischu als Hauptstadt, bildete das sogenannte Italienisch-Somaliland.

Im weitaus kleineren Nordteil, an der Grenze zu Äthiopien, etablierten sich die Briten und machten Hargeisa zu ihrem Hauptsitz.

1960 wurden beide Teile Somalias unabhängig, und vereinbarten nach kurzer Zeit, sich zu einem vereinigten Somalia zusammenzuschließen.

Neun Jahre später putschte sich der Offizier Siad Barre an die Macht und errichtete ein Regime, das sich stark an der Sowjetunion orientierte – und von dort auch unterstützt wurde.

In den 80er Jahren schwand der Rückhalt der Regierung Barres in der Bevölkerung. Das Regime verfolgte die Opposition immer stärker. 1991 stürzten Rebellengruppen den diktatorischen Machthaber.

Das Land zerfiel in viele umkämpfte Gebiete. Der nördliche Teil erklärte sich als Somaliland vom Rest Somalias unabhängig. Der Bürgerkrieg tobte bis 1996.

Der Konflikt zwischen Nord und Süd zerstörte die beiden größten Städte Somalilands fast völlig. Doch nach 5 Jahren Krieg kehrte in Somaliland Frieden ein, während der Rest Somalias weiter von Terror und Krieg gebeutelt wurde.

Somaliland wurde bis heute international nicht anerkannt, und bleibt völkerrechtlich ein Teil Somalias.

Heute freut sich der Somaliländer über ein stabiles Regierungs- und Rechtssystem, ziemlich beständigen Frieden und ein abgeschossenes Kampfflugzeug, welches an einer Kreuzung der sandigen Hauptstadt Hargeisa als Denkmal aufgestellt wurde. Einen Wehrmutstropfen gibt es: Kein Land der Welt erkennt Somaliland als unabhängigen Staat an. Dafür mag es einige Gründe geben, zum Beispiel die Angst vor Nachahmern in den anderen, von ehemaligen Kolonialmächten willkürlich zusammengefügten Staaten Afrikas. Oder die Hoffnung, dass die spröde Stabilität auf die anderen Teile Somalias ausstrahlen könnte. Oder vielleicht, dass in Somaliland keine interessanten Rohstoffe zu erbeuten sind.

Wie dem auch sei – die Menschen Somalilands haben dadurch viele Nachteile. Seien es staatliche Entwicklungshilfen, Kredite, Versicherungsbeiträge oder Tourismus: Es ist ungefähr die ungünstigste mögliche Situation, offiziell ein Teil Somalias zu sein, de-facto aber von allen Zahlungen an Somalia abgeschnitten zu sein. Ohne die Aufmerksamkeit, die man als Mitglied der Vereinten Nationen bekommt, wird sich Somaliland nicht weiter entwickeln können.

Ich bin in dieser vergessenen Gegend nicht allein unterwegs. Alex der Schwede begleitet mich. Wir haben uns in Montenegro kennengelernt, als die Verkäuferin eines Minimarktes uns verwechselte, obwohl wir uns nicht im Entferntesten ähnlich sehen. Wir wurden beste Freunde. Zusammen abgelegene Gegenden zu erkunden – darin sind wir ein gutes Team.

Das Horn von Afrika: Somalia grenzt an Äthiopien, Kenia und Dschibuti

Das Horn von Afrika: Somalia grenzt an Äthiopien, Kenia und Dschibuti

Wir starten unsere Reise in Äthiopien, in Wajaale gehen wir über die Grenze.

Wir starten unsere Reise in Äthiopien, in Wajaale gehen wir über die Grenze.

Nur mit einem kleinen Rucksack bepackt, reisen wir auf unseren Touren mit landesüblichen Verkehrsmitteln von Ort zu Ort und spielen dabei auf unseren Ukulelen das eine oder andere Lied – zu unserem Vergnügen und zur Verwunderung der Menschen, die wir treffen...

Nur mit einem kleinen Rucksack bepackt, reisen wir auf unseren Touren mit landesüblichen Verkehrsmitteln von Ort zu Ort und spielen dabei auf unseren Ukulelen das eine oder andere Lied – zu unserem Vergnügen und zur Verwunderung der Menschen, die wir treffen…

Gute Laune

Für Reisende stehen einige fünfsitzige Toyota Kombis aus den 70er und 80er Jahren bereit, sie sind das übliche Transportmittel in Somaliland. Hier und da liegen ein paar Menschen im Schatten von kleinen Häusern und alten Bäumen, etwas weiter entfernt stehen ein paar Männer bei ihren Autos und winken uns. Wir schwingen unsere Rucksäcke auf den Rücken und stolpern über den staubig-steinigen Platz zu ihnen. Der alte, fast zahnlose Mann lächelt freundlich, als er und seine Frau im Kofferraum zusammenrücken, um für uns Platz zu machen.

Mit uns wird mit das Taxi komplett: Zwölf Personen werden auf fünf Sitzen und in den Kofferraum gequetscht die nächsten Stunden feuchtheiße Körperwärme genießen, während wir von der Grenzstation in Richtung Hargeisa rumpeln.

Doch nicht so schnell, mein Freund! Wir warten noch unmotiviert eine halbe Stunde auf nichts. Dann, als unsere Hoffnung fast versiegt ist, setzen wir uns in Bewegung. Leider nur etwa zwei Minuten, denn jetzt wird getankt, der Reifendruck angepasst und noch ein Schwätzchen gehalten. Doch dann geht es los, und wie! Der junge Fahrer will uns offensichtlich beweisen, dass er die Rallye Paris-Dakar mit links und Kippe im Mundwinkel gewinnen würde. Ich jedenfalls glaube das aus vollem Herzen.

Unser Sitznachbar, der ältere Somali, hat offensichtlich Mitleid mit mir. Ich bin wohl etwas weiß im Gesicht. Er reicht mir ein paar Zweige mit Khat-Blättern und ermuntert mich sanft und nachdrücklich es ihm gleichzutun. Khat? Diesen Busch kenne ich schon aus Äthiopien, wo auch die größten Anbaugebiete sind. Die jungen Zweige werden abgeschnitten, und in Büscheln verkauft.

Im Jemen, Äthiopien und Somalia ist dies die Droge der Wahl für Männer – der Saft der Blätter wird über die Mundschleimhaut aufgenommen und hat eine Wirkung, die sich wohl am ehesten mit dem Genuss von Marihuana vergleichen lässt. Das hatte ich zumindest gehört.
 
 
Khat-01
 
 
Ich zupfe ein paar der Blätter ab und kaue gespannt darauf herum. Wie es schmeckt, fragt sich der wissbegierige Leser? Ich schiebe den Blätterbrei von einem Mundwinkel in den nächsten und differenziere die Nuancen: Rotfruchtige Aromen im Spiel mit floralen Anklängen, Noten von Mocca und einem Hauch Vanille, ausgewogen und saftig am Gaumen, würziger Abgang …

Ach Quatsch: Es schmeckt, als ob man im Wald ein paar saftige Birkenzweige abknabbert oder sich an einem Haselbusch verginge. Nicht gut. Grünblättrig. (Nicht, dass ich das regelmäßig tun würde, das Blätterknabbern im heimischen Mittelgebirge.)

Doch zurück zum Geschmack. Ebendiesen nehme ich alsbald nämlich nicht mehr wahr, denn mein Mundraum wird taub, als stünde ich kurz vor der Wurzelbehandlung beim Zahnarzt meines Vertrauens. Weil ich nichts anderes in diesem engen Kofferraum zu tun habe, kaue ich weiter.

Plötzlich stoppen wir. Ein paar Häuser stehen entlang der Straße, der Fahrer möchte Mittagspause machen. Es kann nicht mehr weit bis zum Ziel sein, aber das interessiert offenbar niemanden. Der Fahrer von einem Taxi, Bus, Truck oder sonst irgendeinem motorisierten Fahrzeug (und jedes Gefährt ist hier in der Lage, Menschen zu befördern) hat in Ostafrika die absolute Macht. Egal, was er tut, fast nie hört man ein Widerwort der Passagiere. Geduldig und folgsam wie Untertanen ertragen sie jede seiner Launen. Ein Transportmittel zu fahren ist echte Macht.

Vorsichtig nähere ich mich dem Imbiss, es gibt Spaghetti und ein paar Stücke Hammel, die in einer braunen Sauce vor sich hin köcheln. Neben dem Topf mit dem Fleisch hängt der Rest des Tieres in der Sonne, ein Schwarm schwarzer Fliegen findet das durchaus lecker. Ich nicht so sehr.

 
 
Car
 
 

Trotzdem lasse ich mir eine Portion auftun, denn ich habe wirklich Hunger! Auch eine Gabel wird mir gegeben, obwohl die anderen Gäste ausschließlich die Hände benutzen. Ein paar Tische stehen im Schatten des Vordaches, auf einem der Plastikstühle nehme ich Platz. Vorsichtig schabe ich ein Stück des Fleisches ab und rieche daran. Oha. Ich beschränke mich auf die Nudeln.

Kurz nachdem wir wieder losfahren erreichen wir die ersten Vororte der Hauptstadt. An einem kleinen Platz voller Autos, Busse, Tiere und kleinen Marktständen werden wir kommentarlos herausgelassen – ohne jeden Schimmer, wo wir uns befinden. Das ist eine ziemlich blöde Situation, denn die Verhandlungslage um einen Taxipreis ist katastrophal. In einer Lage wie dieser entferne ich mich erst einmal etwas von dem Trubel und versuche mich zu orientieren.

Leider war der Genuss der Khat-Blätter nicht sehr zuträglich, geistige Höchstleistungen zu vollbringen. Trotzdem gelingt es uns, durch reges Herumfragen eine wage Andeutung zu bekommen, in welche Richtung wir uns bewegen sollen.

Und so stapfen wir los. Immer tiefer hinein in die Hauptstadt eines Landes, das es nicht gibt.

 

* * *

Zweites Kapitel

Eine Hauptstadt, oder so ähnlich

Was die Studentin Amina über die Gleichberechtigung von Frauen denkt. Und wieso der Dekan glücklich ist.

Das Oriental Hotel ist eine Institution. Nicht mehr und nicht weniger. Schon zu Kolonialzeiten war es auf den britischen Karten verzeichnet und ruht noch immer in sich, unaufgeregt, wie es sich ziemt für ein ehrwürdiges Hotel mit Geschichte.

Natürlich haben sich die Zeiten geändert, es gibt teurere und größere Hotels als das Oriental in Hargeisa – doch keines liegt so zentral und ist gleichzeitig so günstig. Fünfzehn Dollar kostet ein Zimmer – natürlich ohne Klimaanlage, aber dafür mit dem Fenster zur Straße. Und da ist so einiges los.

Die Geldwechsler etwa sind ein erstaunlicher Anblick: Bündel über Bündel liegen die Somaliland-Shilling-Scheine vor ihnen, aufgetürmt zu dicken Mäuerchen! Die gebräuchlichsten sind die 500-Shilling-Scheine, und auch wenn ein solcher nicht mal 8 Eurocent wert ist, sind es doch enorme Mengen Geld, die hier auf der Straße liegen. Hinter den Geldmauern fläzen sich die Wechsler auf kleinen Teppichen, dösen im Schatten von Sonnenschirmen oder palavern mit ihren Freunden. Natürlich wird auch eifrig Khat gekaut.

Hundert US-Dollar möchte ich wechseln.

Fast 2.000 Scheine bekomme ich für meinen einzigen – das ist ein beeindruckender Stapel Geld! Selbstverständlich liegt eine Plastiktüte bereit, in der ich meinen neuen Reichtum ins Hotel tragen kann. Ich frage den Wechsler, ob er keine Angst um sein Geld hat, hier so mitten auf der Straße. „No!“, lacht er, „here everything‘s safe.“ Er sieht überzeugt aus.

 

Der neueste Dschihad

Einige Frauen laufen vorbei, bepackt mit Tüten voller Einkäufe. Sie haben nach muslimischer Tradition alle ihr Haar bedeckt, auch sonst sieht man bis auf Hände und Gesicht keine Haut. Manche sind mit bunten Burkas bekleidet, andere tragen ein Kopftuch.

Ein paar Meter weiter schreit ein Mann. Bewaffnet mit einem furchterregenden Schwert fuchtelt er wild herum, während er lautstark den allerneuesten Dschihad verkündet. Ich halte lieber etwas Abstand. Vielleicht findet er aber auch nur seine Wassermelonen besonders toll, wer weiß.

Am folgenden Stand gibt es getragene Schuhe, die säuberlich auf einer Plastikplane aufgereiht sind. Ein Junge justiert liebevoll die Abstände nach. Mir fällt sofort ein besonders schönes Paar auf, ich verlangsame meine Schritte. Heute noch rätsle ich in schlaflosen Nächten, wie Plateausohlen mit neongrünem Kunstfellbesatz nach Somaliland gelangen konnten.

Wie es sich für eine fast echte Hauptstadt gehört, gibt es auch allerhand Verkehr. Eselkarren trotten umher, vollkommen unbeeindruckt vom Gehupe der Minibusse asiatischer Produktion, die ihre Sammeltaxitouren drehen.

Leider weiß ich nicht, wer die großartige Idee hatte, hier ein Zeichen echter Zivilisierung zu installieren, aber er muss auf jeden Fall ein Idealist gewesen sein! An einer Kreuzung der zentral gelegenen Independence Avenue wurde Somalilands erste Ampel aufgestellt. Es überrascht vielleicht nicht, dass wir sie fern jeder Funktionstüchtigkeit vorgefunden haben, so fern davon, wie eine Ampel nur sein kann. Die Idee hat zugegebener Weise aber ihren Charme …

 

Amina, Asad und Zaynab

Immer mehr Menschen ziehen in die größte Stadt Somalilands. Schätzungen zufolge sind es schon zwei oder drei Millionen, die in der Hauptstadt ihr Glück suchen. Und so breitet es sich stetig weiter über die trockenen Hügel des Umlands aus, das Meer aus Hütten und Häusern. Zu schwer ist das Leben als Nomade, zu verlockend die vermeintlichen Möglichkeiten in der Stadt. Eine der besten davon ist eine höhere Bildung.

Auf gut Glück nehmen Alex und ich ein Taxi zur Universität, die etwas außerhalb auf einem Hügel liegt. Wir hoffen uns dort mit ein paar Studenten unterhalten zu können, um mehr über das Leben in Somalialand zu erfahren. Es sind Semesterferien, und nur wenige Studenten sitzen in der Bibliothek. Die meisten vor ein paar Computern, wo sie sich auf Facebook rumtreiben. Einer bemüht die Google-Bildersuche, ihm ein paar Tittenbilder zu zeigen und öffnet hektisch ein Word-Dokument, als er uns sieht. Zu doof, dass der Computer nicht mehr zu den schnellsten zählt.

Wir treffen eine Betriebswirtschaftsstudentin, Amina. Sie trägt ein blaues Kopftuch, hat ein weiches Gesicht und große, strahlende Augen. Amina hat nichts dagegen, sich mit uns etwas zu unterhalten, und das ist ein großes Glück, denn Frauen sind uns bisher aus dem Weg gegangen. Alex fragt sie nach ihren Wünschen für die Zukunft.

Als wir auf dem Weg aus der Bibliothek sind, kommt uns ein weißhaariger, rasierter Mann entgegen, der uns anstrahlt. „Hallo! Ich bin der Dean!“ Er ist der Dekan der medizinischen Fakultät, und wird von allen nur Dean genannt – seinen richtigen Namen erfahren wir nie. Er führt uns in sein Büro. Die Wände sind blassrosa gestrichen, ein Skelett steht in der Ecke, daneben ein alter Computer. Überall liegen Bücher herum. Als er erfährt, das ich Deutscher bin, sprudelt es begeistert aus ihm heraus: „Ich war auch in Deutschland, in der DDR, ein Jahr lang! Ein tolles Land, ich habe so viel gesehen: Schwerin, Dresden, Leipzig, Halle… Aber ich habe keinen Kontakt mehr, leider.“

Er zeigt uns stolz seine kleine Fakultäts-Bibliothek. Er wirkt wie ein Mensch, der viel erlebt und gesehen hat, und dabei eine positive Einstellung zum Leben behalten hat. Ich möchte mehr wissen.

„Was ist Ihnen wichtig im Leben?“

Das ist das Wichtigste: Kein Hass, keine Gier. Der Dean hat mich beeindruckt, weil nicht nur seine Worte weise waren; sein ganzes Wesen hat dies ausgestrahlt. Er ist mir ein Vorbild, die Dinge zu verfolgen, die mich begeistern, immer wieder aufs Neue. Um Ideen zu ringen, nicht um Wohlstand, Inhalten einen höheren Wert beizumessen als Materiellem. Mich nicht mit anderen zu vergleichen. Und bei allem ein wohlwollendes Herz zu behalten.

 

* * *

Drittes Kapitel

Las Geel

Wie wir große Kunst in der Wüste finden. Und die somalischen Frauen im Kofferraum letztendlich doch Alex gute Laune trüben werden.

Am nächsten Tag verlassen wir Hargeisa. Auf der Straße nach Berbera, nur etwa fünfzig Kilometer nordöstlich, kommen wir zu einer Abzweigung. Eine steinige Piste führt nach Las Geel. Hier sollen wir eine der Hauptattraktionen von Somaliland finden. Man munkelt, dass sie schon längst von der UNESCO geschützt worden wäre, wenn die politische Situation dies zulassen würde. „Las Geel bedeutet eigentlich Kamelwasser“, erklärt uns der Fahrer, während er mit der Linken das Auto um die größten Steine steuert und mit der Rechten ein paar Blätter Khat in den Mund befördert. „Früher war hier wohl eine Wasserstelle, wo die Herden getränkt wurden.“

Davon ist nichts zu sehen, als das Auto scheppernd vor ein paar Felshügeln zum Stehen kommt. Ein sandiges, ausgetrocknetes Flussbett zeugt davon, dass hier in der Regenzeit wohl Niederschlag fällt – jetzt ist es aber staubtrocken. Ziemlich unspektakulär sieht die Gegend hier bisher aus. Hinter dem schmalen Flussbett wurde eine bescheidene Hütte aufgestellt, im Schatten der schmucklosen Veranda liegt ein Mann auf dem Betonboden. Er trägt einen traditionellen Arbeitsanzug aus luftigem hellblauen Tuch, an seiner Seite hängt ein langer Dolch mit einem Griff aus Horn. Er rührt sich nicht, bis wir kurz vor ihm stehen. Mühsam hebt er den Kopf, um ihn sogleich wieder erschöpft sinken zu lassen. Es ist nicht allzu heiß, aber die Lethargie hat ihn völlig übermannt.

Nach ein paar Momenten des Besinnens wieder Bewegung: Sein rechter Arm streckt sich uns gelangweilt entgegen, und ich drücke ihm den Briefumschlag mit der Genehmigung des Tourismusministeriums hinein. Diese hat uns in Hargeisa der Hotelmanager des Oriental Hotels organisiert, und uns dafür einige Dollar abgeknüpft – aber man braucht diesen Wisch, um Las Geel besuchen zu dürfen. Was in dem Kuvert ist, interessiert ihn jedoch nicht weiter, er schließt kommentarlos seine Augen. Wie in Zeitlupe sackt sein Arm auf den Boden.

 

Mann-Las-Geel

 

Hinter der Hütte erheben sich aus der savannenähnlichen Ebene einige Felshügel. Wir klettern die kleineren und größeren Felsen hinauf, es gibt keine Pfade oder auch nur Wegweiser. Ein Junge steht auf dem Plateau eines gegenüberliegenden Hügels und sieht uns dabei regungslos zu, während seine Ziegen eifrig die wenigen Blätter der stacheligen Büsche abknabbern. Als ich um einen Vorsprung trete, sehe ich endlich, warum wir uns die Mühe gemacht haben, hierher zu kommen.

Ich bin fasziniert: Der Stil der Zeichnungen könnte auch von der Hand eines modernen Illustrators stammen.

Es ist beeindruckend, dass diese viele tausend Jahre alten Kunstwerke heute immer noch perfekt erhalten sind. Fast völlig schutzlos halten sie den Widrigkeiten der Halbwüste unbeeindruckt stand. Ziegen springen darin herum und alle paar Wochen mal ein Tourist. Ich fühle mich sehr privilegiert, dass ich diese mystische Stätte mitten im Nirgendwo erleben kann.

 

Nach Berbera

Die Landschaft wird immer unwirklicher, als wir nach Berbera weiterfahren, Richtung Küste. Die Büsche weichen einer öden felsigen Wüste, einige perfekt kegelförmige Berge erheben sich ein paar hundert Meter aus der flachen Ebene. Waren wir bisher die einzigen Passagiere, steigen nach kurzer Zeit in einem kleinen Ort am Rand der Straße sieben Mitfahrer ein, die auch an die Küste wollen. Das bedeutet: Zusammenrücken!

Während wir dieses Mal Plätze auf den hinteren Sitzen ergattern konnten, mussten es sich zwei vollverschleierte Damen mit weniger Glück zusammen mit einem älteren Mann im Kofferraum gemütlich machen. Je weiter wir Richtung Küste kommen, desto heißer und dunstiger wird es, Staub bedeckt uns alle mit einer feinen Schicht.

Mohamad, ein junger Mann, der ebenfalls Glück gehabt hat, und sich nun an Alex schmiegt, stammt aus Mogadischu. Er ist gerade auf der langen Rückreise dorthin, weil die Kämpfe abgeflaut sind und er zu seiner Familie zurückkehren will. Schätzungsweise vier Tage wird er unterwegs sein, um die 800 Kilometer in seine Heimat zu schaffen. Er spricht gut Englisch und trägt über seinem kräftigen Körper ein oranges Poloshirt. Hektisch fordert er plötzlich vom Fahrer eine Tüte, und gibt sie nach hinten durch. Die beiden Frauen zetern und jammern lauthals.

* * *

Viertes Kapitel

Die Bucht von Berbera

Die unerträgliche Hitze. Eine zerfallende Stadt. Und wie wir uns in die Hände von Piraten begaben.

Mit traurigen Augen blickt der Mann abwesend in die Ferne. Er lehnt an einer bröckelnden Säule der alten Villa aus der Zeit der osmanischen Herrschaft, die bis zum Ende des 19. Jahrhundert andauerte. Das Gebäude war uns aufgefallen, denn die meisten Häuser der Altstadt sind einstöckige weißverputzte Gebäude – durchaus charmant, aber einfach. An einem kleinen Hang gelegen, mit einem aufwendigem Holzbalkon und reichlich Platz drum herum, ragte diese Villa weit heraus, und so wollten wir sie von nahem betrachten. Hier treffen wir Ahmed.

Ahmed ist wohl Ende Zwanzig und trägt ein ärmelloses Shirt. In gebrochenem Englisch begrüßt er uns herzlich. Wir stellen uns zu ihm in den Schatten der Veranda und unterhalten uns, so gut es geht.

 
 
Berbera-Mann
 
 

Seine Frau ist drinnen und bereitet das Essen vor. „Wir haben noch keine Kinder“, sagt er leise. „Unser erstes Kind starb bei der Geburt.“ Niedergeschlagen hält er inne. Dann hellt sich sein Blick auf. „Doch jetzt ist meine Frau wieder schwanger.“ Er lächelt schüchtern. Beide stammen aus Hargeisa, doch hier in Berbera hat er Arbeit im Hafen gefunden. In der alten Villa haben sie sich einquartiert; wie viele der schönen alten Gebäude müsste sie dringend renoviert werden. Doch dazu fehlt vieles, vor allem aber das Geld. Und viel lieber will er zurück in die Hauptstadt ziehen: Hier an der Küste ist es ihm viel zu heiß!

Und heiß ist es, halleluja.
Schwüle 47 Grad!

Als wir am Vortag in Berbera ankamen wunderten wir uns nicht schlecht, als wir an jedem der wenigen Hotels eine sofortige Absage erhielten: Fully booked! Warum dieser Ort als Ausflugsziel fürs Wochenende so beliebt ist dass alle Hotels voll belegt waren wurde uns nie ganz klar – denn die schwüle Hitze machte jeden Schritt zur Qual.

 
 
Berbera-Shop
 
 

Es wurde schon Abend, und langsam wurden wir nervös. Eine Nacht ohne Zimmer, in einer fremden Stadt an der somalischen Küste – das war nicht das, was wir uns vorgestellt hatten! Unsere Ansprüche an ein Zimmer sanken in Windeseile. Aber alles, was wir hörten, war: „Sorry, we are full!“ Dann, endlich: In einem Hof stehen in engen Abständen unverputzte Baracken. Wir bekommen einen Raum, ohne Fenster, darin zwei klapprige Betten. Die Lücken in der Mauer sind notdürftig mit Pappe verklebt. Das Highlight ist eine ratternde und spuckende Klimaanlage – ein Geschenk des Himmels bei diesen Temperaturen. 25 US-Dollar die Nacht. Thank you and good night.

Es bröckelt

Am Morgen machen wir uns schon bei Sonnenaufgang auf Erkundungstour. Schon im Morgengrauen fegt der starke, heiße Wind wie ein Heizgebläse durch die breiten, ungeteerten Straßen der Altstadt und mir wird klar, dass wir nur wenige Stunden haben bis die Temperatur unerträglich wird.

Noch ist es für die kleinen Boote zu windig, um hinausfahren zu können, deswegen werden andere Arbeiten verrichtet: Die meisten Männer sitzen neben den riesigen Netzen auf dem Boden und flicken die Löcher mit neuen Schnüren, die statt der zerrissenen hineingeknotet werden.

Etwa hundert Meter vom Ufer entfernt liegen drei riesige Schiffswracks halbversunken in der Bucht. Diese Frachter wurden wohl im Zuge der Bombardierungen in den 90ern versenkt, doch so richtig kann oder will mir darüber niemand Auskunft erteilen. Nun rosten sie malerisch vor sich hin, die Wellen schwappen über die Decks, brechen an den sich gemächlich zersetzenden Bordwänden. Es wirkt so unwirklich wie eine Hollywood-Szenerie, die sich ein einigermaßen einfallsloser Kulissenbauer für einen Bürgerkriegsfilm in Somalia ausgedacht hat. Ist aber echt. Verrückt.

Als wäre das noch nicht genug der skurrilen Szenerie, vergnügen sich, einige Meter vor den Wracks, Gruppen von Kindern, vollbekleideten Frauen und einigen struppigen Hunden im flachen Meer, während die Ebbe gerade einsetzt. Sie spielen schreiend in den Wellen oder stehen bewegungslos im Wasser, um die Hitze besser ertragen zu können. Schwärme von Krähen stürzen sich auf alles, was im angespülten Müll irgendwie nach Essen aussieht. Ein paar von ihnen erfreuen sich daran, einen Hund zu ärgern, indem sie ihm aufs Hinterteil springen und dann höhnisch kreischend wieder außer Reichweite flattern, wenn er nach ihnen schnappen will.

Der Strand ist so dreckig, dass der Sand an manchen Stellen völlig unter einer Decke aus bläulich schimmernden Plastikflaschen verschwindet. Im Dunst sieht man im Norden die Ladekräne des Tiefseehafens. Neben den Fischern, die versuchen, den von international tätigen schwimmenden Fischfabriken leer gefischten Gewässern noch genug Beute zum Überleben abzutrotzen, ist dies der Hauptarbeitgeber der Stadt.

Das Essen ist fertig, ruft Ahmeds Frau aus dem Haus, und wir verabschieden uns von ihm. Die Hitze wird jetzt, am späten Vormittag, vollkommen unerträglich, und wir haben unsere stinkende Klimaanlage sehr lieb gewonnen.

„Ihr seid immer herzlich willkommen“, sagt er mit einem kräftigen Händedruck. „Und eins noch: Grüßt die Menschen in Deutschland von mir!“

 

Vielleicht sind sie die Piraten

An der Küste Somalias soll es schöne Riffe geben, in denen man schnorcheln und tauchen kann – doch ohne touristische Infrastruktur ist das schwierig. Wir wollen es trotzdem probieren. Wir bitten den Manager des Hotels jemanden zu organisieren, der uns mit einem Boot hinaus fährt – wo auch immer das ist. Es gibt keine Erklärungen, Pläne oder Unterlagen, wo man hier gute Riffs finden kann. Einen Tag warten wir. Am nächsten Nachmittag klopft ein Junge an unsere Zimmertür: Wir sollen zum Strand gehen…

Dort angelangt sehen wir zwei Männer mit einem kleinen Boot in der flachen Brandung. Das müssen wohl unsere Führer sein!

„Vielleicht sind sie die Piraten – und wir werden eine laaaange Reise machen!“, sagt Alex, als wir durchs Wasser in Richtung der Männer waten…

Als ich wieder an Bord klettere bin ich froh.

Froh, dass die beiden Fischer mit ihrem Boot immer noch da sind. Froh, dass sie keine Piraten sind und uns nichtnach monatelangem Gratisaufenthalt in einem Kellerloch gegen Lösegeld eintauschen möchten. Und froh, dieses kleine Abenteuer gewagt zu haben – denn die Unterwasserwelt vor Somalia ist wunderschön.

 

* * *

Fünftes Kapitel

Erektions Probleme

Musiker machen Musik, essen Khat und erzählen von den Konsequenzen des Krauts. Nicht schön.

Reden wir über Musik. Ganz schwieriges Thema hier. Laufe ich durch die Straßen, vorbei an Läden, kleinen Marktständen und wartenden Taxis, dann ist so einiges zu hören. Menschen palavern, lärmen, preisen ihre Waren an; Esel schreien und Hühner gackern, Motoren stottern und Autofahrer hupen; Muezzine singen zur Gebetszeit von den Minaretten der zahlreichen Moscheen.

So viel höre ich – nur keine Musik. Kein Radio plärrt vor sich hin. Nur wenn man in ein Taxi steigt, ist es an. Doch auch im Auto: Statt Gesang und Instrumenten lauscht man Männerstimmen, die Suren des Korans rezitieren. Denn Musik, ob traditionell oder modern, ist hier seltsam verpönt. Das finde ich wirklich komisch. Die streng islamische Mehrheit der somalischen Gesellschaft scheint eine sehr spaßfeindliche Philosophie zu verfolgen – zumindest was die Dinge angeht, die man im Westen gemeinhin unter Spaß versteht. So ziemlich alles (mit Ausnahme der berauschenden Khat-Blätter) wird zumindest vor der Öffentlichkeit verborgen: Tanzen, Musik, Alkohol.

Das bedeutet natürlich keineswegs, dass alle Menschen darauf verzichten würden. Nein, dieser Aspekt des Lebens wird ins Private verschoben, dorthin, wo man mit Gleichgesinnten zusammensitzt und sich entspannen kann.
 
 
Im-Taxi
 
 
In einem Café kommen wir mit einem Mann ins Gespräch, er ist Musiker und heißt Al-Dawid. Er lädt uns für den Nachmittag zu sich nach Hause ein, dort will er uns seine Musik vorspielen. Diese Gelegenheit lassen wir uns in dieser musikfeindlichen Gegend nicht entgehen! Ein paar Stunden später klopfen wir an die Tür seines recht großen Hauses. Als Gastgeschenk haben wir zwei Tüten voller Khat-Zweige dabei. Er öffnet und führt uns in sein Wohnzimmer. Viel gibt es hier nicht, ein paar Teppiche und Kissen auf dem gekachelten Boden, eine Energiesparbirne hängt schmucklos von der Decke und verbreitet kaltes Licht. Aber es ist angenehm kühl hier. Vier junge Männer liegen auf dem Boden und begrüßen uns freundlich. Sie kauen schon büschelweise Khat, einige Colaflaschen stehen herum, Zigaretten werden geraucht.

Es dauert nicht lange, bis das erste Lied angestimmt wird, Al-Dawid nimmt dazu ein großes Saiteninstrument. Und spielen kann er es, holla! Nach ein paar Minuten fangen alle an dazu zu singen, fremdartige Melodien, mehrstimmig. Einer der Freunde hält sein Handy in die Luft, mit dem er die Performance aufzeichnet.

Nach ein paar Liedern beginnt auch das Khat seine entspannende Wirkung zu entfalten, und die Gespräche werden durchaus offenherzig. Diesmal lassen wir sie alleine kauen – mir reicht die erste Erfahrung, die ich im Taxi damit haben durfte… Uns interessiert aber, was die Blätter für eine langfristige Wirkung haben. Machen sie süchtig?

„Das klingt aber alles nicht nach allzu viel Spaß, wenn es so viele Probleme bereitet!“, sinniert Alex über die neuen Erkenntnisse. Sie nicken eifrig.

Alex und ich packen unsere Ukulelen aus und singen mehr schlecht als recht „Dream a little dream of me“. Auch dies wird mit dem Handy aufgezeichnet – vielleicht sind wir bald Somalilands geheime Youtube-Stars? Unsere Performance ist ein fantastischer Erfolg. Offensichtlich schränkt Khat auch dramatisch die Urteilsfähigkeit ein.

Ein tolles Zeug, diese Blätter.

 

* * *

Sechstes Kapitel

Eine mündliche Genehmigung

Wie wir unserem unwillkommenen Schutzengel entkamen und das böse Ende unseres Streiches.

Wenn Ausländer in Somaliland von Stadt zu Stadt reisen, müssen sie einen Polizisten der sogenannten „Special Protection Unit“, kurz SPU, mitnehmen. Das hatten wir bereits auf unserer Reise von Hargeisa nach Las Geel und Berbera erlebt: Der Polizist setzte sich gelangweilt neben den Fahrer, kaute Khat und maulte rum, wenn wir anhielten, um Fotos zu machen oder um uns mal ein wenig umzusehen. Das war ziemlich doof. So ein Polizist hilft allerdings ungemein dabei, durch die Straßensperren zu kommen, die alle paar Kilometer mit ebenso gelangweilten Soldaten besetzt sind. Das ist recht praktisch.

Wir hatten gerüchteweise gehört, dass man sich im Hauptquartier der Polizei in Hargeisa einen Brief ausstellen lassen kann, der berechtigt, ohne diesen Polizisten zu reisen. Und tatsächlich: Als wir dort nach einer solchen Genehmigung fragten, wurde sie uns ohne Umschweife erteilt – es wäre völlig sicher für Ausländer auf den Straßen zwischen den Städten zu reisen, meinte der zuständige Mann. Doch es gebe eine Einschränkung: Der Polizeichef verstehe sich nicht mit dem Tourismusminister. Und dieser wolle unbedingt, dass ein Sicherheitsoffizier mitreist! Um den Streit nicht eskalieren zu lassen, gebe der Polizeichef sein Einverständnis zum Alleinreisen daher nur noch mündlich.

Das ist offensichtlich ein Problem.

Eine mündliche Genehmigung ist hier soviel Wert wie… gar keine. Denn die Soldaten an den Kontrollstationen können meist kein Wort Englisch, und viele können auch nicht lesen. Gelangweilt warten sie an den Stationen darauf, dass irgendwas (!) passiert, und da kommen ein paar Ausländer gerade Recht! Wenn man ihnen also kein offiziell aussehendes Dokument vor die Nase halten kann, wird es sehr kompliziert.

Jetzt in Berbera hat Alex eine gute Idee. „Wie wäre es, die mündliche Genehmigung schriftlich aufzuschreiben und auszudrucken, ohne inhaltlich etwas zu ändern?“, sagt er zu mir. Und selbstverständlich ohne eine Unterschrift oder einen Stempel zu fälschen – einfach nur das festzuhalten, was uns gesagt wurde. Ich mag den Plan. Gesagt, getan. Ein Word-Dokument ist schnell erstellt, wir schreiben unsere Passnummern dazu und in einem Copyshop können wir das Dokument ausdrucken. Es sieht nicht besonders offiziell aus, aber allein durch die Tatsache, dass es gedruckt ist, hoffen wir genug Eindruck zu machen.

 

verbal-permission-s

 

Der Hotelmanager organisiert uns einen Fahrer, und am nächsten Morgen starten wir – etwas nervös – unsere letzte Reise durch Somaliland. Hinauf in die Berge soll es gehen, dann nach Hargeisa und zurück an die Grenze nach Äthiopien. Werden die Soldaten unsere Genehmigung akzeptieren oder uns gleich wieder nach Berbera zurückschicken?

Gespannt fahren wir los. Es ist eine wahre Freude, als wir an den ersten Kontrollen durchgewunken werden! Jedes Mal hebt sich die Schranke, und wir dürfen passieren – aber immer erst dann, wenn wir den Zettel vorgezeigt haben. Was kommen wir uns durchtrieben vor! Hinauf in die Berge geht es, dann wieder in die Ebene, zurück in die Hauptstadt. Schranke um Schranke hebt sich, und wir freuen uns mächtig. Ja, etwas übermütig werden wir!

Denn hätten wir gewusst, was uns erwartet, wären wir wohl vorsichtiger gewesen.

Als wir gerade von Hargeisa aus die letzte Etappe zurück zur Grenze beginnen wollen, wird unser mit elf Passagieren vollgepackter Toyota Kombi an die Seite gewunken und sorgfältig inspiziert. Wir machen uns keine Gedanken, denn den Weg zur Grenze kann man normalerweise auch ohne eine zusätzliche Eskorte als Ausländer mitfahren. Doch plötzlich will es der inspizierende Polizist anders! Wir müssten einen SPU mitnehmen! Als wir gewohnheitsmäßig unseren Wisch hervorziehen, um das Problem zu lösen, eskaliert die Situation. Der eifrige Polizist läuft stürmisch davon, holt seinen Vorgesetzten. Ein älterer Mann mit weißem Bart und einem kleinen Bäuchlein kommt nervös auf uns zu und befiehlt uns barsch auszusteigen. Der Fahrer des Taxis versucht zu diskutieren, und wird ebenfalls beordert mit zu kommen. Zusammen steigen wir in einen klapprigen Polizeiwagen und rumpeln über die sandigen Straßen zum Hauptquartier der somaliländischen Polizei. Das liegt etwas außerhalb, und wir kennen es schon, denn dort hatten wir unsere mündliche Genehmigung erteilt bekommen. Ich bin jetzt doch etwas nervös, denn am nächsten Tag müssen wir in Äthiopien unseren Flug bekommen! Was, wenn wir hier wegen dieser Sache festgehalten werden?

Nach kurzem Warten werden wir dem Kommandeur vorgeführt. In seinem Büro sitzen noch einige Polizisten, die auf seine Befehle warten. Er trägt eine militärische Uniform, eine dunkle Brille und schaut uns finster an. „Was soll denn das bitte?“, fragt er uns ungehalten. Wir blicken demütig zu Boden. „Wir dachten… wir wussten nicht… es tut uns Leid!“, murmeln wir.

„Macht das nicht nochmal! Tschüss!“

Er wendet sich wieder seinen Untergebenen zu.

Verstohlen blicken wir uns an. Wir lassen uns unsere Erleichterung nicht anmerken. Der Polizist führt uns wieder zum Polizeiauto. „Puh“, sage ich zu Alex, „grade nochmal gut gegangen…“ Wir lachen erlöst. Was für eine Aktion! Das hätte auch richtig schief gehen können.

Wieder beim Taxi angekommen steigen wir zu den anderen acht Passagieren, die auf uns fast zwei Stunden warten mussten. Doch warten ist hier normal und nichts, weswegen man sich beschweren würde. Der ältere Polizist verabschiedet sich mit einem liebenswürdigen Lächeln.

„Gute Reise! Und bis bald wieder!“ Überschwänglich winkt er uns hinterher, als wir langsam Richtung Grenze holpern.

Als ich wieder über die Brücke gehe, die das Niemandsland zwischen Somaliland und Äthiopien bildet, bin ich froh. Somaliland hat es uns nicht leicht gemacht. Es ist schwer, in ein paar Wochen auch nur ansatzweise ein Land zu verstehen, was so weit weg ist von dem Gewohnten. Welches so viele Bereiche des Lebens nicht öffentlich zeigt. Es war sehr anstrengend hier zu reisen, die Hitze und die unbequemen Fahrten machten uns zu schaffen. Manche Reaktion auf der Straße war ruppig oder abwehrend, und mit unserer kleinen Überheblichkeit, eine Genehmigung selbst zu verfassen, kamen wir schlussendlich nicht durch.

Wenn wir aber ins Gespräch kamen, ließen uns liebenswerte Menschen wie die Studentin Amina, der Musiker Al-Dawid oder der schüchterne Ahmed ein wenig hineinblicken in die Gedanken und Wünsche der Somali. Keine Spur von Feindseligkeit uns oder dem Westen gegenüber, sondern der Wunsch sich anzunähern, ein besseres, freieres Leben zu führen, ohne die eigene Identität zu verlieren. Entwicklungen wie die wachsende Zahl von Studentinnen an der Universität machen Hoffnung, dass Somaliland trotz der Ignorierung durch den Rest der Welt seinen Bewohnern ein immer besseres, friedliches Leben ermöglicht.

Und irgendwann braucht es dann vielleicht auch funktionierende Ampeln. Die schaue ich mir dann an.

Versprochen.

 

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Geschichten von Fernweh und Freiheit

Das Beste aus The Travel Episodes und Reisedepeschen

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Wir gehen hinaus. Um zu staunen, zu leiden und zu lachen. Um von der Sonne angemalt und vom Wind zerzaust zu werden. Die Geschichten in diesem Buch erzählen davon.

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Mein Kindheitstraum wird wahr.
Wir reisen in die Südsee.

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Reisedepeschen

Johannes Klaus

Blogger, Grafiker, Reisender. Sein Blog Reisedepesche wurde 2011 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Seit 2013 ist Johannes Klaus Herausgeber von Reisedepeschen, seit 2015 von The Travel EpisodesEr mag Apfelschorle in 0,5l-Flaschen und lebt in Berlin.

Leserpost

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  • Marianna on 9. November 2014

    Ich liebe es <3

    Antworten
  • Nico on 9. November 2014

    Wow, Respekt. Das ist mal ein Prachtstück eines Berichtes. Chapeau!
    Gruß Nico, und weiter so.

    Antworten
  • Kirsten on 9. November 2014

    <3 lichen Glückwunsch!!
    Was für ein Erlebnis, auf diese Art ein bisschen mitreisen zu dürfen! Ich freue mich schon auf die nächste Episode!

    Antworten
  • Oli on 9. November 2014

    Xanadu…? So geil! :)

    Antworten
  • Claudi on 9. November 2014

    Wow … super geworden! Großes Kino, im wahrsten Sinne des Wortes.
    Mich habt ihr schon sowas von an der Backe ; )

    Grüße aus dem Schwarzwald,
    Claudi

    Antworten
  • Hubert on 9. November 2014

    Alter Schwede, ich bin begeistert! Super Sache, die Du da aus dem Boden gestampft hast, gratuliere!

    Und mir wurde wieder klar, wie das schnell geht mit Vorurteilen – hätte nicht gedacht, dass dort so gut Englisch gesprochen wird, wie es in den Videos zu hören ist.

    Antworten
  • Stefan on 9. November 2014

    Wow, was für eine tolle Idee und was für ein toller Reisebericht über Somalia. Danke dafür! Ich freue mich schon wie Bolle, auf die nächsten Ausgaben!!!

    Antworten
  • Sarah Althaus on 9. November 2014

    Super spannend und schön gemacht! Eine tolle Idee und Umsetzung, ich gratuliere. Weiter so, ich freu mich schon sehr auf den nächsten Bericht!

    Antworten
  • Annika Ziehen on 9. November 2014

    I love it too! Ich weiss nicht, ob ich es mich getraut hätte, aber es war super interessant you zu folgen und ich mag das Format der Travel Episodes!

    Antworten
  • Liane on 9. November 2014

    Great project! Congratulations! Cool videos and animations. And a worth reading story! Good luck! Keep on posting and safe travels!

    Antworten
  • Lorenzo on 9. November 2014

    So ein toller Bericht! Ich habe es genossen! Danke!

    Antworten
  • Marco on 9. November 2014

    Fantastisch! Ich glaube ich bin soeben Zeuge davon geworden, wie man in der Zukunft Geschichten erzählen wird!

    Antworten
    • Johannes Klaus on 10. November 2014

      Marco, das würde deinen Geschichten bestimmt auch gut stehen… : )

  • Heiko on 9. November 2014

    Hallo Johannes,

    sehr schöne Idee und multimedial toll umgesetzt. Ich werde Stammleser : )

    Viele Grüße und alles Gute,
    Heiko

    Antworten
    • Johannes Klaus on 10. November 2014

      Heiko, du bist damit der erste erklärte Stammleser! Herzlich Willkommen! ; )

  • Frau K. on 9. November 2014

    Tolles Format. Etwas ruckelig auf meinem Rechner – er scheint der Datenmenge nicht gewachsen zu sein. Trotzdem bin ich bis zum Ende dran geblieben. Mein Favorit war ganz klar euer Ukulelenspiel. Wenn ich 25 Jahre jünger wäre würde ich meine Blockflöte einpacken und mit euch reisen ; )

    Ein lieber Gruß von Frau K.

    Antworten
    • Johannes Klaus on 10. November 2014

      Frau K., schön, dass du durchgehalten hast. Die Seite ist wirklich anspruchsvoll für das Gerät… Liebe Grüße!

  • Ulla on 9. November 2014

    HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH – wunderbar gestaltet…inhaltsreich, humorvoll, geistreich, spannend – eine echte Freude, euch auf dieser sehr besonderen Reise begleiten zu dürfen…! Ein wirkliches Erlebnis!!!

    Antworten
  • JMS on 10. November 2014

    si wanaagsan la sameeyey!!

    Antworten
  • Matt on 10. November 2014

    Hallo Johannes,

    Diese Art der Webseitengestaltung ist eine fantastische Erzählform! Chapeau!
    Wir freuen uns schon auf deine nächsten Travel Episoden!

    Halt‘ dich munter,
    Matt

    Antworten
  • Geertje on 10. November 2014

    Wie ein richtig gutes Reisebuch – verführerisch. Danke für die Reise nach Somalia.

    Antworten
  • uschi on 10. November 2014

    hallo,
    ich finde deinen blog, den günter exel auf fb empfohlen hatte, ganz toll gemacht, aber er verbraucht extrem viel resourcen.

    ich habe einen nagelneuen, leistungsstarken laptop und upc breitband und trotzdem fängt bei mir sofort der ventilator laut zu laufen an. so laut wie sonst bei keiner seite und ich bin sehr viel im web unterwegs …

    günter meinte ich soll dir dieses feedback schicken … here you are : )

    alles gute für dein projekt, uschi

    Antworten
    • Johannes Klaus on 10. November 2014

      Hi Uschi, ich hoffe, dass du trotz Ventilatorrauschen noch die Videos verstehen konntest! : )

  • Susi / Black Dots White Spots on 10. November 2014

    Wunderbar geworden, ich mag es sehr, diese Mischung aus Reisegeschichten erzählen und Multimedia.

    Danke auch für die Einblicke ins Reisen durch Somaliland. Was muss das für eine verrückte Reise gewesen sein?? Sehr schön auch die Sache mit dem Khat, der illustre Reisegefährte Alex der Schwede und die selbst ausgestellte Durchreisegenehmigung! ;-)

    Weiter so, freue mich schon auf die nächste!

    Antworten
  • Hari on 10. November 2014

    Danke für diese Story. So sieht die Zukunft des Reisebloggens aus.

    Antworten
    • Johannes Klaus on 10. November 2014

      Das würde mich freuen, Hari! :)

  • Jasmin on 10. November 2014

    Wow, wie gut ist denn dieser Artikel bitte?!
    Überragend.
    Ich freue mich auf mehr! :)

    Antworten
  • Patric on 11. November 2014

    Geil gemacht! So macht „Reisenden-Zuschauen“ Spass :-) Grüsse

    Antworten
    • Johannes on 11. November 2014

      Merci, Patric!!

  • Alexandros Tsachouridis on 11. November 2014

    WOW. Einfach nur Wow. Mehr feedback folgt, wenn ich erst einmal tief Luft geholt habe… Respekt !

    Alexandros Tsachouridis und danke an Marianna fürs Teilen auf twitter !

    Antworten
    • Johannes Klaus on 11. November 2014

      Dankeschön, Alexandros! Schön durchatmen :)

  • claudia on 12. November 2014

    Phantastisch! Ein Gesamtkunstwerk! Ich freu‘ mich über den Beweis, dass Reisen, Gestalten und Berichten ein Lebensinhalt und Verdienst sein können. Alles Gute und weiter so, claudia

    Antworten
    • Johannes Klaus on 12. November 2014

      Hallo Claudia, herzlichen Dank!!

  • Jürgen Drensek on 12. November 2014

    Lieber Johannes,
    Hut ab! Sehr stimmungsvoll. Ein wirklich gelungenes Experiment, Reiseberichte im Web anders aufzubereiten mit dem Besten aus fast allen Welten..: Print und Bild und Film (Sound-Bilder könnten vielleicht auch noch dazukommen…)
    Habe mich gerne verführen lassen, weil ich zum Glück heute Muße hatte am Vormittag.. Das ist vielleicht der einzige Wehmutstropfen in unserer heutigen, so schnelllebigen Zeit. Man muss sich bei dieser Erzählform die Ruhe gönnen können.
    Aber Glückwunsch zu diesem Blog 3.0! An so einem Beispiel dürfte die manchmal von Journalistenseite geäußerte Kritik wegen der Leichtgewichtigkeit und Kritiklosigkeit mancher Blogs ad absurdum geführt werden.
    Ich werde dich gerne in der nächsten Ausgabe von http://www.wasmitreisen.de zum Fachpublikum verlinken :-)

    Antworten
    • Johannes Klaus on 12. November 2014

      Lieber Jürgen, vielen Dank. Dein Lob freut mich sehr.

  • Gesa on 12. November 2014

    Johannes, es muss an dieser Stelle noch mal mit aller Deutlichkeit gesagt werden: Was du hier gemacht hast, ist ganz großes Kino.

    Ja, es ist viel Inhalt. Aber tatsächlich geht die Rechnung mit den Kapiteln für mich ganz wunderbar auf. Ich muss nicht alles auf einmal lesen, ich kann einen Knick in die Seite machen und später wiederkommen. Und das habe ich in den letzten Tagen auch immer wieder gemacht.

    Du hast hier einen Ort im Netz geschaffen, wo wirklich mal etwas Ruhe einkehrt – und gleichzeitig so viel passiert. Das ist für mich das Bemerkenswerte an diesem Projekt.
    Ich könnte mich seitenweise darüber auslassen, was ich noch alles toll finde. Aber ich lasse das einfach mal so stehen: Ganz. Großes. Kino. Danke.

    Antworten
    • Johannes Klaus on 13. November 2014

      Liebe Gesa,

      das freut mich sehr! Vielen herzlichen Dank!!

  • Gudrun on 13. November 2014

    Ich bin sehr misstrauisch. Wenn mir 10 oder mehr Leute sagen, ich solle mir etwas ansehen, mache ich es garantiert nicht. Zum Glück war ich zu neugierig, zum Glück! Es ist toll geworden, dabei bin ich erst beim dritten Kapitel. Die restlichen Kapitel hebe ich mir für morgen auf, oder für übermorgen. Und dann beginne ich von vorne. Es ist wie ein gutes Buch, dass man immer und immer wieder lesen möchte…

    Antworten
    • Johannes Klaus on 14. November 2014

      Gudrun, danke! Es ist großartig, wenn so ein Herzensprojekt wertgeschätzt wird! Merci!

  • Katrin on 15. November 2014

    Wow! Respekt! Ich verneige mich vor euch und dieser Reise. Danke fürs teilhaben lassen. Ich „befürchte“ der nächste Online-Grimme Preis steht somit an…gibt schlimmeres. Ein neues Level des Storytellings – ihr habs geschafft. Geil ich bin geflasht!
    LG Katrin

    Antworten
    • Johannes Klaus on 15. November 2014

      Liebe Katrin, vielen Dank für dieses riesige Lob!! Ich freu mich!

  • Steffi on 15. November 2014

    Wirklich toll geworden dein neues Baby, Johannes! Besonders die „Dream a Little Dream of me“-Einlage ist sehr erheiternd in einer so tristen Herbststimmung wie heute…
    Travel Episodes wird auf alle Fälle Teil meiner Wochenend-Lektüre werden! Freue mich auf Vietnam!
    Sende viele Grüße nach Berlin!

    Antworten
    • Johannes Klaus on 15. November 2014

      Herzlichen Dank, Steffi!! Liebe Grüße zurück!

  • Madlen on 19. November 2014

    Die Bildergewalt der Worte auf reisedepeschen wird hier noch durch die unheimlich intensiven Videosequenzen getoppt. Wunderbar! Vor allem auch großartig, dass Du mit einem Land startest, das eher weniger zum Reisen einlädt und uns an Deinen Bildern und Geschichten teilhaben lässt.

    Antworten
  • Manuel on 22. November 2014

    Wirklich klasse!
    Ich bin durch deine Ankündigung auf Reisedepesche auf diese Projekt von dir gestoßen und ich muss dir wirklich recht geben, dieses Format bietet sich für Reiseberichte grade zu an. Wo Texte, Videos oder Bilder alleine immer nur einen Teileindruck geben, fügst du hier alles zusammen :). Die Kombi Bilder und Text sind da ja nichts neues, aber grade die Videos machen den Bericht noch lebendiger. Sehr toll gemacht und danke für die harte Arbeit (denn die steckt hier zweifellos drin)

    Gruß Manuel

    Antworten
    • Johannes on 22. November 2014

      Hey Manuel, vielen Dank für die tolle Rückmeldung!

  • Pia on 25. November 2014

    Mir fällt nur ein Wort ein und zwar „atemberaubend“, Ich habe zuvor noch nie eine so schöne Art gesehen Geschichten zu erzählen. Einmal angefangen, musste ich eure gesamte Story einfach nur verschlingen und ich bin jetzt schon unheimlich gespannt auf das, was noch alles kommen wird. Die Mischung aus Text, Fotos und Filmen ist einfach nur genial. Ein riesen Dankeschön das ihr eure Geschichten auf dies Art mit uns teilt.

    Antworten
  • Moritz on 25. November 2014

    Das ist tatsächlich überragend, und das ideale Format um Reisegeschichten zu erzählen. Wenn ich technisch ein bisschen versierter wäre, würde ich gleich auch so ein Ding aufsetzen. Bin begeistert und werde weiter mitlesen!

    Antworten
  • horst on 26. November 2014

    Genau, das ist es! Da machen doch Reiseberichte wieder richtig Spaß! Hätte nicht gedacht, dass sich so etwas Tolles vor mit auftun wird, als ich aus reiner Neugier bloß mal eben reinschauen wollte, was das denn so ist, das da so großmundig bekanntgemacht wurde. Tatsächlich, das ist ein Erlebnis, man ist – ich bin mit auf der Reise und mittendrin … Werde morgen wieder reinklicken und weiterschauen und -lesen … Mehr davon!

    Antworten
    • Johannes Klaus on 27. November 2014

      Danke, Horst!! Ganz lieben Dank!

  • Andreas on 27. November 2014

    Hallo Johannes,

    ich hab auf deinem Blog viel mehr über Somalia erfahren als in mancher Nachrichtensendung. persönliche Erfahrungen, Lifecharakter und nah am Thema dran. Sehr schön. Nach unten scrollen, Text, Bild und Video-Episoden untereinander anzuordnen, ist einfach zu bedienen und die Geschichten dahinter sind spannend zu lesen. Ich finde es ganz toll was ihr zeigt. Super!!

    Andreas

    Antworten
    • Johannes Klaus on 27. November 2014

      Lieber Andreas, das ist genau das, was ich erreichen wollte. Vielen Dank für die Rückmeldung!

  • Johannes Hehlmann on 30. November 2014

    Wie schon alle gesagt haben, ich finde es auch absolut genial. Erst einen Text im eigenen Tempo zu lesen, nachzudenken, eigene Fantasien zu entwickeln und dann ein Video zu sehen, wie es tatsächlich war fand ich total faszinierend und noch besser, als wenn Johannes oder Alex im Off gesprochen hätten wenn man das ganze als ein großes Video gemacht hätte.

    Antworten
    • Johannes Klaus on 2. Dezember 2014

      Sehr wichtiger Aspekt! Danke, Johannes!!

  • Tanja on 3. Dezember 2014

    Tolle Idee, wundervoll umgesetzt – bitte mehr davon (:

    Antworten
  • Kris on 5. Dezember 2014

    Richtig gut! Es gibt ja Millionen Reiseberichte, aber dieser macht richtig Spaß. Die Abwechslung von Text, Video, Fotos, Graphiken … total genial: es wird einem bis zum Schluss nicht langweilig. Und so super einfach im Handling, ohne Hin und Her-Geklicke! Macht richtig Spaß :D
    Liegt natürlich auch daran, dass ihr zwei sympathische Typen seit, die verrückte Sachen machen.
    Ich will mehr davon. Gibt es einen Newsletter zum anmelden?!
    Lieben Gruß und viel Spaß!

    Antworten
  • Julia on 5. Dezember 2014

    Das ist ja mal wirklich richtig gut geworden! Persönlich, informativ, kurzweilig und einzigartig. Ich bin eigentlich kein Videofan, aber die Mischung ist einfach perfekt. Man merkt das Herzblut dahinter und das hat mal richtigen Mehrwert. Großes Lob!

    Antworten
  • Xander Rose on 6. Dezember 2014

    WOW! Ich wusste es gibt eine gesunde Mischung aus Tex, Foto und Video… aber dass sie so gut ist… :)
    Aber mal abgesehen davon, war die Reise jawohl einfach der Hammer!! Hätte mir die Konsequenzen nicht ausmalen wollen, wenn sie euch mit der selbstgedruckten Genehmigung nicht weiterziehen lassen hätten…

    Antworten
  • Renartis on 10. Dezember 2014

    Es wurde bereits alles gesagt!

    Antworten
  • Christian on 12. Dezember 2014

    Ich bin gerade durch Zufall auf die Seite gelangt und über diese Geschichte gestolpert. Diese hat mich so gefesselt, dass ich gar nicht aufhören konnte zu lesen. Die Videos, dann das Format der Website, das passt alles – vielen Dank!

    Antworten
    • Johannes Klaus on 14. Dezember 2014

      Hi Christian, schön, dass es dir gefällt!!

  • Oliver on 14. Dezember 2014

    Wow, den vorhergegangenen Kommentaren kann man ja eigentlich nichts mehr hinzufügen. Perfekte Umsetzung und ich freue mich absolut auf weitere Episoden!

    Vielen Dank dafür.

    Antworten
  • Matthias on 4. Januar 2015

    Ich bin begeistert von deinem Reisebericht und deinen wunderschönen Fotos und Filmen. Dein neues Konzept: Text mit Bildern und Videos zu verbinden ist genial und gibt dem Leser das Gefühl mit auf der Reise dabei zu sein. Mach weiter so!

    Ich habe mich gefragt, mit welcher Kamera du die Videoaufnahmen gefilmt hast und mit welcher Software du die Filme schneidest?

    Gruß, Matthias

    Antworten
    • Johannes Klaus on 5. Januar 2015

      Hi Matthias, vielen Dank! Die Aufnahmen hier wurden mit einer Panasonic GH2 gemacht, mittlerweile filme ich mit einer GH4. Der Schnitt passiert in Premiere Pro CS6.
      Liebe Grüße aus Bangladesch!
      Johannes

  • Susanne on 5. Januar 2015

    Das war ein super Reisebericht – ich selber habe vor langer Zeit einmal in Ost-Afrika gelebt und kann mir daher wirklich gut vorstellen, wie das so war. Obwohl Somaliland auch in Afrika wohl schon ziemlich speziell ist.
    Irre fand ich die Elektrizitäts-Kabel, ein total verhedderter Knoten, ein Wunder, dass da irgendetwas läuft….und dass die Zeit dort anders zu ticken scheint…

    Ich freue mich auf den nächsten Blogg!
    Susanne

    Antworten
    • Johannes Klaus on 6. Januar 2015

      Liebe Susanne, dankeschön! Es werden noch viele Travel Episodes kommen!

  • Chris on 17. Mai 2015

    Die Idee, Artikel mit Bild, Ton und Video zu gestalten ist wirklich top. Es ist wie eine Reportage, nur ausführlicher. Und das über ein so ungewöhnliches Reiseziel ist wirklich der Hammer. Es zeigt eben mal wieder, wie an jedem Flecken unserer Erde mehr gute als böse Menschen leben. Auch wenn es nicht ungefährlich war – die Erfahrung war es bestimmt wert ;)

    Antworten
    • Johannes Klaus on 17. Mai 2015

      Danke, Chris! Ja, ich würde Somalia den meisten Menschen nicht als Reiseziel empfehlen… aber es war ein spannendes Erlebnis!

  • Ubah on 26. Dezember 2015

    Wow I think we were in Hargeysa/Berbera around the same time! I enjoyed myself there like always, I think I might have underestimated the difficulties white foreigners may face. You might get treated a differently when you´re from a different place, for better or for worse. I enjoyed your perspective. It would have been much funner and more enjoyable if you guys linked up with diaspora youth. Perhaps next time!

    Love from a Norwegian-Somali

    Antworten
    • Johannes Klaus on 28. Dezember 2015

      Hi Ubah, yes, you’re probably right! Next time we definitely get in touch… happy new year! Johannes

  • Barry Scowen on 31. Dezember 2015

    Hello,
    I really enjoyed you Somaliland adventure, As a boy I lived in Somaliland and Berbera was my favourite town out of numerous places I had lived,as a boy of about 12 from England it was also a great adventure.With my parents I lived in Berbera some 18 months we left in 1960 as independance came about.oh yes we had no air con in those days,you do get used to the heat.
    Thanks again.

    Antworten
    • Johannes Klaus on 31. Dezember 2015

      Hi Barry, thanks for your comment! Good to know, that you can adjust to the heat :) Happy new year!

  • Gucci Outlet Online on 15. April 2016

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