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The Travel Episodes

Sandberg i.d. Rhön

Where the hell is Sandberg?

Detlef Bluhm weiß das genau. Zusammen mit Ruth Klinkenberg verbringt er in jedem Jahr einige Wochen in dem kleinen Rhöndorf. Eine Vermessung der Provinz.

In Sandberg werden für den Abtrieb der Kühe noch Straßen gesperrt. Zu meiner Überraschung haben zwei Kühe mich auf ihrer Rückkehr in den Stall bemerkt. Monatelang gehen sie den gleichen Weg. Und plötzlich steht da zum ersten Mal ein Mensch mit einem Stativ hinter der Absperrung. Sie sind stehen geblieben, um mich genauer in Augenschein zu nehmen. Es ist erstaunlich, wie aufmerksam sie auf die Unterbrechung der täglichen Routine reagieren. Sie sind neugierig, lassen sich aber nicht aus der Ruhe bringen.

Um Szenen wie diese zu erleben – und aus vielen anderen Gründen – begeben wir uns mehrmals im Jahr mit der Bahn auf den Weg nach Sandberg. Unterwegs passieren wir drei Bahnhöfe unterschiedlicher Größe: Berlin Hauptbahnhof, Bahnhof Fulda und Gersfeld Bahnhof. Die sich im Lauf der Fahrt minimierenden Dimensionen dieser Haltestellen machen uns immer wieder klar, wohin die Reise geht: von einer Metropole in die Provinz, wo wir uns vom Lärm unserer Heimatstadt Berlin erholen können.
 

Ab Fulda lässt die Reisegeschwindigkeit lässt spürbar nach. Wir schauen neugierig aus dem Fenster. Dieser Herbst verspricht ein besonders bunter Indian Summer zu werden. In Gersfeld holt uns der Vermieter des Ferienhauses ab, und keine fünf Minuten später sind wir in Sandberg. Vor dem Auspacken kurz auf die sonnige Terrasse. Diese Luft, diese frische, wohltuende Luft. Angekommen!

In Deutschland führen sieben Orte oder Ortsteile den Namen Sandberg, kurioserweise zwei davon in der Rhön. Die Gefahr der Verwechslung dieser beiden Rhöndörfer erhöht sich noch dadurch, dass beide am Fuß eines Berges liegen, der Feldberg genannt wird. Zur Klarstellung: Ich rede hier also von Sandberg in der hessischen Rhön, nicht von dem gar nicht so weit entfernten in der bayerischen Rhön.

 

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Zweites Kapitel

Im Dorf

Mit einer romantischen Dorfkirche, herausgeputzten Bauernhöfen oder einem grünen Anger mit Teich kann Sandberg nicht punkten.

In Sandberg kommt man leicht aus der Puste, denn es geht aufwärts – oder abwärts. Fünfzig Höhenmeter sind auf knapp siebenhundert Metern zu überwinden, wenn man das Dorf mit seinen zahlreichen Bäumen, Wiesen und Gärten auf kürzestem Weg durchschreitet. Früher sprachen die Sandberger mit separatistischer Begeisterung sogar von einem Ober- und Unterdorf. Doch davon ist längst keine Rede mehr.

Geblieben ist aber Sandbergs Prägung durch sein bäuerliches Wirtschaftsleben. Dessen sichtbarstes Zeichen sind die auf allen acht Bauernhöfen teils weithin sichtbaren Misthaufen.
 

Über Misthaufen

Der stromlinienförmige Agrar-Kapitalismus hat Misthaufen von den allermeisten Bauernhöfen verdrängt. Das Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts entwickelte Verfahren zur Produktion von synthetischem Stickstoff-Dünger läutete in Deutschland das Ende einer insgesamt etwa fünftausendjährigen Tradition ein. Schon um 3.100 v. Chr. – habe ich inzwischen gelernt – wurden in der frühesten Hochkultur Europas auf Kreta Felder zur Ertragssteigerung gedüngt. In der heutigen, großflächigen und monokulturellen Landwirtschaft besteht kein Bedarf mehr an der langwierigen Produktion eigenen Dungs. Auf bayerischen Höfen, schrieb die Süddeutsche Zeitung im August 2016, sei es leichter einen Swimmingpool als einen Misthaufen zu finden.
 

Dabei war ein großer und wohlgebauter Misthaufen der sprichwörtliche »Stolz jedes Bauern«. Und ein Signet für den sozialen Status. Denn je größer der Misthaufen, desto mehr Tiere im Stall. In Sandberg und seiner Umgebung gehört der gepflegte Misthaufen, der nach einjähriger Kompostierung als Dünger auf den Feldern ausgetragen wird, jedenfalls noch zum alltäglichen Ortsbild.

Bild

Ich kenne Werner Schleicher seit vielen Jahren vom Sehen. Lange schon grüßen wir uns freundlich. Doch jetzt habe ich ihn zum ersten Mal angesprochen. Er gibt bereitwillig Auskunft. Ich muss aber genau zuhören. Manchmal fällt er in den regionalen Dialekt. Sein Hof gehört zu den bäuerlichen Betrieben in Sandberg, die noch hauptgewerblich betrieben werden. Doch Viehbestand, Ackerfläche und Scheunen selbst dieser Höfe sind überschaubar und bewegen sich in dörflichen Dimensionen. Kein Vergleich zu den horizontweiten Maisplantagen der Agrarindustrie.

Andere Dorfbewohner betreiben Viehwirtschaft im Nebenerwerb. Klaus Günther beispielsweise züchtet schottische Hochlandrinder, Highland Cattle, Werner Bürkner die schwereren deutschen Angus. Die Anzahl ihrer Tiere kann man an zwei Händen abzählen. Beide Biobetriebe sind zertifiziert und werden jährlich kontrolliert. Ihre Bullen und Kühe stehen den längsten Teil des Jahres auf der Weide, synthetische Nahrungszusätze sind verpönt. Geschlachtet wird einmal im Jahr, und das Fleisch kann nur als Paket von edlen Teilen gemeinsam mit Suppenfleisch und Markknochen erworben werden.
 

Wo man im Dorf feiert

Die Sandberger sind freundlich. Aber um mit Ihnen in Kontakt zu kommen, muss man auf sie zugehen. Manchmal denke ich, sie bleiben am liebsten unter sich. Sie feiern gern, und wenn wir zu den regionalen Festtagen im Land sind, feiern wir ein wenig mit. Mit drei dazu geeigneten Locations verfügt Sandberg über eine Infrastruktur der Geselligkeit, die sich für ein Dorf mit 130 Einwohnern sehen lassen kann.

Im Dezember 1994 eröffnete das Wirtshauspaar Gertrud und Horst Plitt in dem 130-Seelen-Dorf unweit des Eingangs zum Tourismus-Magnet Kaskadenschlucht mit Stefanie die erste Gaststätte in der Geschichte Sandbergs. Das neu erbaute Haus wurde mit sieben Fremdenzimmern von Beginn an auch als Pension konzipiert. Eine mutige, wenn nicht gar waghalsige Entscheidung, wie manche damals gemunkelt haben. Aber die Rechnung ist offenbar aufgegangen: Neben der Beherbergung und Verköstigung von Wandertouristen dient Stefanie den Sandbergern als Ort für Familienfeiern jeglicher Art und Treffpunkt nach vollbrachter Arbeit.

Wir kehren nach vielen Wanderungen bei Stefanie ein und sind froh über diese Möglichkeit. Einmal platzten wir mitten in eine Konfirmationsfeier. Auf einem Tisch entdeckten wir fast so viele Torten wie Gäste. Unsere erstaunte Nachfrage beantwortete die Wirtin mit dem Hinweis, dass jede Gastfamilie eine Torte mitbringt. Nach der Feier werden die Reste der Schlemmerei unter allen aufgeteilt. Das sei hier so üblich.

Kaum einen Steinwurf von Stefanie entfernt steht das ehemalige Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr, die in Sandberg abgeschafft worden ist. Wie es dazu kam und mit welchen Ideen die Sandberger darauf reagiert haben, erklärt Klaus Günther.

Bis zur Mitte der sechziger Jahre besuchten die Sandberger Kinder ein dorfeigenes Schulhaus. Ein Teil des Gebäudes wurde abgerissen und als Bürgerhaus neu erbaut. Es steht seitdem für private Feiern, Sitzungen des Ortsbeirats und für Vereine zur Verfügung.

Der andere Teil des alten Schulhauses wurde später als Dichterwohnung ausgebaut. In ihm wohnen seit 1992 die Schriftstellerin Christa Hein und der Autor Henning Boëtius – wenn sie sich in Sandberg aufhalten. Als Ruth und ich von 2002 bis 2010 eine Ferienwohnung in Sandberg hatten, war das Dorf mit drei Autoren auf etwa 130 Einwohner vermutlich der mit Schriftstellern am dichtesten besiedelte Ort in Deutschland. Wir erinnern uns immer noch gern an die Begegnungen in ihrer oder unserer Wohnung, an die gemeinsamen Mahlzeiten – wir kochten abwechselnd füreinander – und die intensiven, manchmal auch sehr lebhaften Gespräche. Bei diesen Begegnungen wurde die Sandberger Nächte ausnahmsweise sehr lang.

Sandberg entfaltet seinen eigenen Reiz erst auf den zweiten Blick.

 

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Drittes Kapitel

Ein Ort zum Schreiben

Sandberg ist ein idealer Ausgangspunkt für ausgedehnte Wanderungen. Und die Wiege vieler meiner Ideen.

Da wir oft von Sandberg zu Wanderungen aufbrechen, gehen wir zwangsläufig immer wieder dieselben Wege. Doch gleich sind sie nie.
 
 

 
 
Wir begegnen auf unseren Wanderungen neugierigen Pferden, entdecken am Wegrand große Schnecken, immer wieder Herden der berühmten Rhönschafe, den sogenannten Schwarzköpfen, die schon Napoleon auf seinem Rückzug als mouton de la reine herdenweise nach Paris bringen ließ … und, sehr selten, verliebten Kühen. Eine Naturbeobachtung der besonderen Art erlebten wir im vergangenen Jahr am Rand des Roten Moores. Über hundert Froschpaare trafen sich im seichten Wasser am Ufer des Moorsees zur Vermählung und zeugten ihren Nachwuchs.

 

In der Rhön gedeihen viele unterschiedliche Moosarten prächtig. Wir erfreuen uns immer wieder an der Mooslandschaft, die sich vor uns ausbreitet. Im Spätherbst, wenn die Bäume ihre Blätter vollständig abgeworfen haben, kommen die bemoosten Bäume besonders zur Geltung. Es entstehen bizarre Gebilde, die an Traumlandschaften erinnern. Im Spätsommer ist die Zeit des Wahrzeichens der Rhön gekommen, der unter Naturschutz stehenden Silberdistel. Wenn wir uns Zeit lassen, können wir auf den Blüten Bienen oder Schmetterlinge beobachten.
 

In jeder Jahreszeit führen uns zahllose Wege über die Lange Rhön. Dieses Gebiet wird aus gutem Grund das Land der weiten Fernen genannt und verblüfft mit Panoramasichten, die uns jedes Mal verstummen lassen. Wir wandern auf dem Hochplateau der Langen Rhön wie auf einem Landschaftsteppich, dessen vorherrschende Grünfärbung am fernen Horizont auf das Blau des Himmels trifft. Man scheint langsam voran zu kommen auf den Matten der Langen Rhön. Die Perspektive ändert sich nur allmählich auf der gleichförmigen Weite. Unsere Wanderung wird fast zu einem meditativen Erlebnis. Das Alltägliche schwindet aus unseren Gedanken. Wir lassen die Natur auf uns wirken.

Foto Rhön

Ich muss an dieser Stelle allerdings gestehen, dass mir auf diesen (und anderen) Wegen oft die Stoffe meiner Bücher durch den Kopf gehen, die ich gerade schreibe oder zu schreiben gedenke. Auf den Wanderungen in der Rhön sind viele Konzepte und Handlungsstränge, Ideen und Ausgestaltungen entstanden. Manchmal bleibe ich kurz stehen, um einen Gedanken zu notieren. Doch auch wenn mein Gehirn mit Stoffen beschäftigt ist, die so gar nichts mit der mich umgebenden Landschaft zu tun haben, so erblindet die körperliche Erfahrung der Natur dabei nicht. Ich sehe die Weite der Landschaft, spüre die laue Luft oder den starken Wind, höre die Schreie der Bussarde, bin also ganz mit der Landschaft verbunden und manchmal dennoch sehr weit von ihr entfernt. Es bleibt für mich die erstaunlichste Erfahrung, dass beides gleichzeitig möglich ist.

Selbstverständlich schreibe ich auch in meinem Berliner Arbeitszimmer. Trotzdem sind erhebliche Teile meiner Manuskripte in Sandberg entstanden. Zwei meiner Bücher sind sogar fast vollständig hier geschrieben worden – nachdem ich in Berlin viele Recherchen erledigt hatte. In Berlin umgibt mich der Alltag oft wie ein Korsett. Es gibt immer so viel scheinbar Unaufschiebbares zu erledigen.

In Sandberg dagegen reduzieren sich meine Verpflichtungen auf das Notwendigste. Ich kann mich ganz auf mein aktuelles Projekt konzentrieren, an dem ich manchmal ohne Ablenkung bis zu zehn Stunden am Tag arbeite. Dazu bin ich oft allein in Sandberg, unternehme keine langen Wanderungen sondern höchstens einmal einen kurzen Spaziergang, um mir das Geschriebene noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen. Ich gehe dann beispielsweise nach Obernhausen, Sandbergs Nachbardorf. Dort dreht sich neben einer lauschigen Holzbank ein kleines Wasserrad.

Das plätschernde Geräusch seiner regelmäßigen Umdrehungen beruhigt und inspiriert gleichermaßen.

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Viertes Kapitel

Cats

In Sandberg gibt es eine Menge ungestümer Bauernkatzen. So wie der Schwarze Derwisch, der seinen Dienst als Mäusefänger verrichtet.

Es war purer Zufall, dass während meines Gespräches mit Werner Schleicher plötzlich ein schwarzer Kater mit einer Maus im Maul auftauchte und sich so unauffällig wie möglich an uns vorbei in die Scheune schlich. Das Entlastungsspiel des kleinen Killers mit der toten Maus musste ich einfach aufnehmen.

Die Sandberger Bauernkatzen sind übrigens eher scheue Gesellen. Es ist kaum möglich, sie aus der Nähe zu fotografieren. Wenn man mit den Menschen spricht, die mit ihnen auf dem Hof zusammenleben, geben sie sich manchmal weniger reserviert. Das bedeutet nicht, dass man sie streicheln könnte. Aber sie flüchten dann nicht sofort, wenn man den Fotoapparat zückt. Ich lernte allerdings schnell, meine Kamera stumm zu schalten. Denn das Geräusch des Auslösers schlägt die meisten Bauernkatzen in die Flucht. Sie sind es nicht gewohnt, fotografiert zu werden.
 
 

 
 
Der Bauer Hans Richter erzählte mir, dass er ohne seine Katzen der gefräßigen und lästigen Mäuseschar kaum Herr werden könnte. In manchen Jahren entwickelt sich die Population der Nager zu einer echten Landplage. Tüchtige Bauernkatzen, sagt der Bauer, seien allemal sinnvoller und effektiver als Rattengift oder Mausefallen. Dabei werden die Katzen von den Richters nicht nur als »Nutztiere« betrachtet, die auf dem Hof ihrer natürlichen Arbeit nachgehen. Vielmehr hat das betagte Ehepaar schon immer zu seinen Katzen persönliche Zuneigung empfunden. Während ich mit Hans Richter sprach, widmete sich die Hofkatze entspannt ihrer Körperpflege.
 
 

 

Auf dem Hof von Werner Schleicher traf ich sogar eine kleine Katzenschar an. Darunter befand sich der Schwarze Derwisch. Auch auf diesem Hof kann dank der Katzen vollständig auf chemische Maßnahmen zur Mäusevertilgung verzichtet werden.
Während seine zwei Kätzchen bei meinem Gespräch mit ihm kaum Notiz von mir nahmen, achteten der Schwarze Derwisch und die Mutterkatze nach wie vor auf einen gebührenden Abstand.
 

Es gibt in Sandberg natürlich auch brave Hauskatzen. Eine aus der unmittelbaren Nachbarschaft unseres Ferienhauses besucht uns fast täglich. Oft sitzen wir dann gerade auf der Terrasse. Ob das Zufall ist? Im Gegensatz zu den Bauernkatzen kennt sie keine Scheu. Vom ersten Moment an verhielt sie sich zu uns wie zu engen Freunden. Ihre distanzlose Freundlichkeit hat uns überrascht, sie grenzt manchmal sogar an Aufdringlichkeit. An anderen Tagen aber beobachtet sie uns aus der Ferne, gern von einem knapp zwei Meter hohen, abgesägten Baumstamm aus.
 
 

 
 
Das liebe Tier kann es jedoch überhaupt nicht ertragen, wenn wir bei ihrem Besuch gerade im Wohnzimmer sitzen. Wenn wir essen, spielen, reden oder einen Film anschauen – uns jedenfalls nicht um sie kümmern können oder wollen. Da sie nicht in das Ferienhaus eingelassen werden darf, ergreift sie manchmal drastische Maßnahmen, um auf sich aufmerksam zu machen. Dann klettert sie beispielsweise am Fliegenfenster vor der Terrassentür hoch und protestiert mit lauten Miau gegen ihre Aussperrung. Wenigstens einer von uns macht sich dann auf den Weg nach draußen, um sie zu streicheln.
 
 

 
 

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Fünftes Kapitel

Ein Dorf im Glanz der Nacht

»Die Tage werden unterschieden, aber die Nacht hat einen einzigen Namen.«
Elias Canetti

In der Nacht, wenn die letzten Lichter in den Häusern erloschen sind und die Menschen träumend in fremde Welten entschwinden, wenn keine Heimkehrer mehr die Ruhe des Dorfes unterbrechen, dann zeigt Sandberg im Glanz seiner Straßenlaternen und manchmal auch im Schein des Mondes, ein ganz anderes Gesicht. In diesen Stunden gehe ich ab und zu gern allein durch das Dorf. Ganz ruhig, um seine Stille ja nicht zu stören. Dann kommt es mir so vor, als würde das Dorf erwachen und beginnen, sich zu strecken und zu dehnen, Zwiegespräche in einer ganz eigenen Sprache zu führen.

Manchmal knarrt es im alten Holz der Scheunen, ab und zu quietscht das Scharnier einer offenen Tür, vereinzelt dringen aus den Ställen Geräusche. In den Hecken kann es rascheln und schon von weitem hört man das leise Plätschern des Brunnenwassers. Bei Wind rauschen die Blätter der Bäume, und gelegentlich erklingt der Entlastungsschrei einer Katze, die eine Maus gefangen hat oder das Maunzen eines Katers auf der Suche nach einem Liebesabenteuer. Es ist also gar nicht so leise auf den nächtlichen Dorfstraßen, wenn man die Ohren spitzt und genau zuhört. Natürlich kann man sich all diese Geräusche erklären, aber stimmen unsere Deutungen auch?

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Die geheimnisvolle Unruhe im Zwielicht zwischen Mondschein und Straßenbeleuchtung, die fast gespenstische Farbe, die das alte Dorf in der Dunkelheit annimmt, diese Melange aus fahlen Farben, schimmernden Fenstern und glänzenden Straßen, dies alles habe ich auf meine Weise sichtbar gemacht. Und glaube dabei verstanden zu haben, dass Sandberg in der Nacht zu einem anderen Leben erwacht.

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Detlef Bluhm

Detlef Bluhm ist Geschäftsführer im Börsenverein des Deutschen Buchhandels Berlin-Brandenburg und Vorsitzender des Literaturhaus Berlin e.V. Er ist Herausgeber und Autor zahlreicher Bücher. Seine erste Einzelausstellung als Fotograf (»Sandberg – Ein Dorf im Glanz der Nacht) fand im März/April 2017 in der Galerie der Stadthalle Gersfeld (Rhön) statt.

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